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Virus D zurück im Gemeinschaftshaus Wulfen

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Nach sieben Jahren wieder auf der Bühne. Foto: Alexander Fichtner

Am 7 Februar war es endlich so weit: Virus D stand nach sieben Jahren Pause wieder auf der Bühne im Gemeinschaftshaus Wulfen. Für die Band war es zugleich ein besonderes Jubiläum, denn es war insgesamt bereits der fünfte Auftritt an diesem Ort. Der Saal war sehr gut besucht, rund 200 Besucher kamen, auch aus dem Umland reisten viele an.

Schon vor Beginn lag spürbare Erwartung in der Luft. Als die Band loslegte, war schnell klar: Das Comeback ist mehr als ein nostalgischer Rückblick. Virus D wirkte präsent, spielfreudig und eingespielt, das Publikum ging sichtbar mit und belohnte die Songs mit viel Zuspruch.

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Organisation durch Pro GHW

Hans-Georg Schmidt-Domogalla von ProGHW begrüsst die Gäste. Foto: Alexander Fichtner

Wie gewohnt lief der Abend reibungslos. Der Förderverein ProGHW organisierte das Konzert hervorragend und betrieb die Bar zu fairen Preisen. Genau diese Mischung aus guter Planung und entspannter Atmosphäre macht Konzerte im Gemeinschaftshaus Wulfen seit Jahren so beliebt.

Die lange Geschichte von Virus D

Virus D entstand aus Mitgliedern zweier regional bekannter Bands. Bernd Feller am Schlagzeug und Jürgen Wessollek am Bass kamen von der Coverband Odessa aus Marl, Torsten Schmidt stieß als Gitarre und Gesang dazu. Als Virus D wandte man sich schnell von Coverversionen ab und konzentrierte sich auf eigene deutschsprachige Songs. Schmidt hatte zuvor bei Moment mal aus Haltern am See gespielt, wo bereits Anfang der 1980er Jahre konsequent eigene Musik mit deutschen Texten entstand. Einige Stücke aus dieser Phase wurden später Teil des Virus D Programms, darunter der lokale Hit Rekumer Highway Blues.

Preis und Fernsehen

Zum fünften Mal auf der Bühne des GHW. Foto: Alexander Fichtner

1987 trat Virus D mit Jetzt oder nie beim Bundesrockfestival in Hamburg auf und gewann den 1 Preis der Landesjury NRW als beste Rockband des Landes NRW im Deutschen Rockpreis 1987. Für diese Auszeichnung setzte sich die Band gegen über 1000 Konkurrenten durch. Danach folgten Arbeiten für Filmproduktionen, unter anderem Beiträge zu WDR Produktionen wie Das Büdchen und Der Todeskandidat.

Erst stirbt die Zeche dann stirbt die Stadt

1989 entwickelte Virus D die Rockrevue Erst stirbt die Zeche dann stirbt die Stadt, die deutschlandweit aufgeführt wurde. Der Titel wurde zum Slogan der Bergleute und war später auch Motto der großen Menschenkette im Ruhrgebiet 1997 mit über 200.000 Teilnehmern. Virus D spielte zudem bei zahlreichen Bergbauaktionen, etwa 1993 vor 100.000 Bergarbeitern in Bochum oder bei Kunst für Kohle wir für Euch in den Westfalenhallen Dortmund. Der Song Erst stirbt die Zeche wurde 2012 ins Liederbuch und Lexikon Glück Auf! im Klartext Verlag aufgenommen. Die Rockrevue ist im Deutschen Bergbaumuseum Bochum dauerhaft zu hören.

Abschied 2001 in Wulfen

Virus D in Action. Foto: Alexander Fichtner

Nach personellen Veränderungen und dem Tod von Bassist Jürgen Wessollek 1997 zeichnete sich das Ende ab. Am 20 Januar 2001 fand im Gemeinschaftshaus Wulfen das Abschiedskonzert statt. Danach waren Musiker der Band an Projekten wie Betaplan und MoreMoore beteiligt, Torsten Schmidt spielte unter anderem bei Swinging Boys & One.

Anlässlich der Schließung der letzten Zeche am Niederrhein kam es später zu neuen gemeinsamen Auftritten, ab 2014 folgten Konzerte mit alten und neuen Songs. Es gab weitere Umbesetzungen, unter anderem an Keyboards, Bass und Gitarre. 2018 schrieb Virus D den Song Der Bergbau geht, der Kumpel bleibt, vorgestellt auf den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

Foto: Alexander Fichtner

Verlust von Torsten Schmidt

Während der Arbeit an einer neuen CD starb im September 2019 Torsten Schmidt, Gründer, Sänger, Texter und Komponist der meisten Virus D Songs.

Ein Comeback, das wirkt

Der Abend im Gemeinschaftshaus Wulfen zeigte, wie groß die Bindung zwischen Band und Publikum geblieben ist. Rund 200 Gäste, viele von außerhalb, eine starke Stimmung und ein überzeugender Auftritt: Virus D ist zurück und Wulfen war dafür der passende Ort.

Foto: Alexander Fichtner

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