Einen ungewöhnlichen Ausflug machten die Schützen aus Dorf Hervest am vergangenen Wochenende. Auslöser war ein großer Trend des vergangenen Jahres. Die Baumpflanz-Challenge 2025, die ursprünglich für Klimaschutz sensibilisieren sollte, führte am Ende zu einer besonderen Reise in die sächsische Partnerstadt Hainichen.
Die Baumpflanz-Challenge 2025 war eine bundesweit verbreitete Social-Media-Aktion, bei der Vereine, Organisationen und Feuerwehren gegenseitig nominiert wurden, innerhalb kurzer Zeit einen Baum zu pflanzen. Ziel war es, ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wer die Herausforderung nicht umsetzen konnte, lud die Nominierenden traditionell zu einem Grillfest ein oder spendete für einen guten Zweck.
Auch der Allgemeine Bürgerschützenverein Dorf Hervest beteiligte sich an der Aktion und nominierte zur Stärkung der freundschaftlichen Verbindung die Privilegierte Schützengilde zu Hainichen 1717 e.V..
„Leider war es unseren Schützenfreunden in Hainichen nicht möglich, innerhalb der Frist einen Baum zu pflanzen“, berichtet Schützenkönig Carsten Bewer. „Umso schöner war es, dass daraus eine ehrliche und herzlich gemeinte Einladung entstand.“
550 Kilometer für Freundschaft und Verbundenheit
So entschlossen sich die Schützen aus Dorf Hervest kurzerhand selbst zur Reise nach Sachsen und nahmen die herzliche Einladung an.
Am Samstag, den 7. Februar 2026, machte sich um 5.30 Uhr ein gut gelaunter Trupp im Neunsitzer auf den rund 550 Kilometer langen Weg. Mit im Gepäck waren herzliche Grüße und ein Geschenk von Bürgermeister Tobias Stockhoff. Trotz winterlicher Straßenverhältnisse erreichten die Schützen pünktlich zur Mittagszeit ihr Ziel.

„Das war für uns ein schönes Zeichen unserer Freundschaft und Verbundenheit mit unserer Partnerstadt Hainichen“, so Bewer. „Dass wir dafür sogar quer durch Deutschland fahren, war für alle selbstverständlich.“
Winterwanderung und Apfelschießen als Höhepunkte
Der tiefe Winter ist natürlich nicht gerade der ideale Zeitpunkt für eine Obstbaumpflanzung. Vor Ort wartete aber dennoch ein abwechslungsreiches Programm. Warm eingepackt ging es zunächst auf eine Winterwanderung durch das idyllische Striegistal. Im Anschluss stand das traditionelle Apfelschießen auf dem Programm.

Dabei bewies Schützenbruder Christian Menge eine ruhige Hand und sicherte sich den Titel des Apfelkönigs. Ein Erfolg, der anschließend im Schützenhaus gebührend gefeiert wurde.
Besonders bemerkenswert war, dass die Schützengilde aus Hainichen eigens ihr traditionelles Winterwandern mit Apfelschießen für dieses Treffen verlegte. „Das zeigt, wie eng die Verbindung zwischen unseren Vereinen ist“, betont Bewer.

Rathausführung als besondere Überraschung
Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntag folgte ein weiterer Höhepunkt. Die Gastgeber der Privilegierten Schützengilde zu Hainichen 1717 e.V. sowie die Stadt Hainichen, vertreten durch den stellvertretenden Bürgermeister Jan Held, luden zu einer ausführlichen Rathausführung ein. Oberbürgermeister Dieter Greysinger war urlaubsbedingt verhindert.

Höhepunkt war der Aufstieg auf den Rathausturm, von dem aus sich trotz trüben Wetters eine beeindruckende Aussicht über die Stadt bot. „Für diese Offenheit und Gastfreundschaft möchten wir uns ganz herzlich bedanken“, sagt Bewer.

Mit vielen Eindrücken zurück nach Dorf Hervest
Bereits 24 Stunden nach der Ankunft ging es für die Schützen wieder zurück in die Heimat. Im Gepäck waren viele schöne Erinnerungen, neue Freundschaften und das gute Gefühl, dass das Schützenwesen weit über regionale Grenzen hinaus verbindet.
„Es war ein großartiges Wochenende mit wunderbaren Menschen, geprägt von Herzlichkeit und echtem Gemeinschaftsgefühl“, fasst Carsten Bewer zusammen. „Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen beim Sächsischen Schützentag im Sommer.“




























