Die CDU Ratsfraktion möchte ein neues Wohnkonzept für den Kernbereich im Wulfener Ortsteil Barkenberg zu entwickeln. dazu stellt Sie folgenden Antrag:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
gemäß § 3 Abs. 3 der Geschäftsordnung des Rates und der Ausschüsse der Stadt Dorsten stellt die CDU Ratsfraktion den nachstehenden Antrag für die nächste Sitzung des Rates der Stadt Dorsten: Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung, mit den großen Wohnungsgesellschaften in Gespräche zu treten, um mittel- bis langfristige Vereinbarungen für ein neues Wohnkonzept für den Kernbereich im Wulfener Ortsteil Barkenberg zu entwickeln.

Dieses Konzept sollte u. a. folgende Kernaspekte berücksichtigen: a) Die Wohn(ungs)dichte im Zentrum von Barkenberg soll in den nächsten Jahren deutlich zurückgefahren werden.
b) Die Gebäudestruktur muss insbesondere durch Neubauten den aktuellen Bedürfnissen (z. B. kleine Wohnungen mit bis zu 60 qm, Reihenhäuser, Einfamilienhäuser) angepasst werden.
c) Neue Wohnformen wie das Mehrgenerationenwohnen (vgl. Wohnprojekt Blaue Schule) sind zu fördern.
d) Die erkennbare Trennung der sozialen Milieus, gefördert durch die bisherige Wohnungsstruktur, ist zukünftig zu vermeiden bzw. abzubauen.
e) Die sozialräumliche Begleitung durch die Stadt, die freien Träger und die Wohnungsgesellschaften ist zu intensivieren.
Begründung: Im Wulfener Ortsteil Barkenberg ist die Trennung der sozialen Milieus mehr als deutlich erkennbar. Während beispielsweise im „Speckgürtel von Barkenberg“ weniger als 1 % der Kinder in einer ALG IIBedarfsgemeinschaft leben, beträgt dieser Anteil im Kernbereich von Wulfen-Barkenberg bis zu 40 %.
Sozial- und Jugendprojekte
Die aktuelle Wohn- und Wohnungsmarktsituation fördert und verschärft diese soziale Separation. Seit inzwischen vier Jahrzehnten ist zu beobachten, dass zahlreiche Bildungs-, Sozial- und Jugendprojekte zwar wirkungsvoll die Symptome, aber leider nicht nachhaltig die Ursachen bekämpfen.
Ergebnis: Der örtliche „Teufelskreis der sozialen Abhängigkeit“ wird nicht durchbrochen, sondern verstärkt sich zunehmend. Der Abriss und der Rückbau im Rahmen des Projektes „Stadtumbau West“ vor etwa 10 Jahren war ein mehr als notwendiger Schritt in die richtige Richtung.
Die Wohn(ungs)dichte wurde verringert und die Leerstandsquote sank deutlich ab. Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion Dorsten muss dieser Prozess weitergehen. In Gesprächen mit den in Barkenberg tätigen großen Wohnungsgesellschaften sollten mittel- bis langfristige Wohnkonzepte entwickeln werden, wie die Bestandsimmobilien durch Neubauten bzw. teilweise auch durch Umbauten den aktuellen Bedürfnissen stärker gerecht werden.
Ziel
Ziel muss sein, dass die Trennung der sozialen Milieus in Barkenberg endlich aufgelöst wird. Die Wohnstrukturen und das Wohnungsumfeld müssen Nachbarschaftsengagement, Identifikation mit dem Wohnungsumfeld, Eigenverantwortung und Eigentumsbildung fördern.
Blaue Schule
Gute Projekte wie das Mehrgenerationenwohnen „Blaue Schule“ sind dabei verstärkt in den Blick zu nehmen. Weitere Armuts- und Sozialmigration aus anderen Städten und Stadtteilen ist planerisch und wohnungswirtschaftlich unbedingt zu vermeiden.
Der CDU-Ratsfraktion Dorsten ist bewusst, dass dieses Projekt eine nachhaltige und langfristige Herangehensweise erfordert, die besonders sozialräumlich durch die Stadt Dorsten, die freien Träger und die Wohnungsgesellschaften zu begleiten ist.
Es handelt sich um eine Aufgabe, die von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung, sowohl planungspolitisch, sozial- und bildungspolitisch als auch wohnungspolitisch übergreifend zu betrachten und nachhaltig zu lösen und zu begleiten ist.
Email: [email protected] Internet: www.cdudorsten.de




























