StartGamingMarché Noir: Retro-Leidenschaft füllt die Kaue auf Leopold

Marché Noir: Retro-Leidenschaft füllt die Kaue auf Leopold

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Die Kaue auf Leopold war am Wochenende bis auf den letzten Platz gefüllt. Bei der fünften Ausgabe der Retro-Messe „Marché Noir“ strömten Sammler, Gamer, Hörspiel-Fans und Nostalgiker in die ehemalige Zechenhalle – und sorgten bereits zur Mittagszeit für lange Schlangen vor dem Eingang.

Volle Halle, lange Schlange

„Wir machen das jetzt zum zweiten Mal in Dorsten. Vorher haben wir das in Dortmund gemacht – und wir sind noch begeisterter als vorher“, sagen die Veranstalter Lisa und Carsten. Der Besucherandrang habe sie selbst beeindruckt. „Es ist ganz schön voll hier. Ich glaube, wir haben jetzt Mittagszeit und es ist wirklich voll. Und ich glaube die Schlange ist immer noch lang draußen.“

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Auch die Atmosphäre stimmte. „Es ist auch nicht so kalt wie beim letzten Mal“, ergänzte Lisa. „Sehr angenehme Temperaturen.“ Die gute Stimmung war in der gesamten Halle spürbar.

Lisa und Carsten von der Marché Noir Messe
Foto: Emily Flade

Hörspiel-Klassiker neu aufgelegt

Ein fester Bestandteil der Marché Noir ist die Retrofabrik. Frank und Musti sind bereits zum vierten Mal dabei und bringen offiziell lizensierte „Master of the Universe“-Hörspiele sowie Comicbände mit nach Dorsten.

„Wir bringen professionell eingesprochene Hörspiele raus – offiziell lizensiert“, erklärt Frank. Für viele Besucher sind die Geschichten rund um He-Man und Co. ein Stück Kindheit, das nun hochwertig produziert wieder auflebt.

Frank und Musti von der Retrofabrik auf der Marché Noir Messe
Foto: Emily Flade

Spielzeug, Raritäten und Sammlerstücke

Großen Andrang verzeichnete auch die Toyboxx aus Berlin. Zwischen Vitrinen und Kisten fanden sich Mego-Figuren aus den 70er-Jahren, Batman-Figuren aus den 80ern, seltene Gameboy-Spiele, originalverpackte „Turtle“, Lego-Sets und klassische Kenner-„Star-Wars“-Figuren. „Wir haben eine große Auswahl an seltenen Spielzeugen und Sammelartikeln mitgebracht. Alles, was der Nerd gerne haben möchte.“

Toyboxx auf der Retro Messe in Dorsten
Foto: Emily Flade

Peter von Toyplosion nutzte die Messe zudem, um auf sein eigenes Event aufmerksam zu machen: „Die Toyplosion findet zum vierten Mal am 12. September 2026 in der Europastadthalle sowie in der Zusatzhalle in Castrop-Rauxel statt.“ Gleichzeitig lobt er exklusive und private Sammlerstücke an und zeigte sich erfreut, „mittlerweile das zweite Mal auf der Marché Noir sein zu dürfen“.

Peter von Toyplosion auf der Retro Messe
Foto: Emily Flade

400 Quadratmeter Videospielgeschichte

Ein echtes Highlight waren erneut die Retro Nerds aus Ahaus. Der gemeinnützige Verein restauriert Arcade-Automaten, Flippergeräte, Heimcomputer und Konsolen. So machen sie Automaten- und Videospielgeschichte erlebbar.

Was 2017 als kleine Interessengemeinschaft begann und 2018 offiziell als Verein gegründet wurde, zählt heute rund 150 Mitglieder. Auf rund 400 Quadratmetern präsentieren sie 60 Flipperautomaten, über 50 Arcade-Geräte aus den 80er- und 90er-Jahren sowie eine große Pixel Lounge. „Unsere Geräte fangen bei 1938 an und gehen bis in die Neuzeit“, erklären sie. Alles ist auf Freispiel, ergänzt durch QR-Codes mit Hintergrundinformationen. „Wir wollen nicht nur spielen lassen, sondern auch die Geschichte dahinter zeigen.“

Retronerds auf der Retro Messe
Foto: Emily Flade

Animatronik und Handarbeit

Daniel aus Bochum begeisterte mit seinen animatronischen Figuren wie Stitch. „Das ist mein Hobby. Das mache ich seit ein paar Jahren“, erzählt er. Besonders die jüngeren Besucher seien fasziniert. Seine verwendete Software ist Open-Source – und er motiviert andere, selbst kreativ zu werden.

Zum ersten Mal dabei war Andi von Loose Flip mit seinem siebgedruckten Kunstprojekt „Pinball Merche“. „Das ist alles selbst gemacht, handgedruckt“, sagte er. Für ihn sei es eine „super klasse Veranstaltung“.

Loose Flip auf der Marché Noir
Foto: Emily Flade

Vinyl, Raritäten und Drei-Euro-Kiste

Musikalisch wurde es am Stand der Platten Junk’s aus Mülheim an der Ruhr. Daniel, Mark und Rolf hatten ihr Sortiment sorgfältig aufgebaut: Soundtracks, ein großes Rock- und Pop Programm, dazu New Wave, Punk und Heavy Metal. „Vorne sind die News, also alles, was im Rock-Pop-Sektor neu rausgekommen ist“, erklären sie.

Besonders gefragt war eine Kiste mit ausgesuchten Raritäten. Und wer stöbern wollte, wurde ebenfalls fündig: „Ganz am Ende sind die Drei-Euro-Platten – Stück drei Euro.“ Neben Vinyl boten sie auch eigene T-Shirts an.

Mit einem Augenzwinkern ergänzen sie: „Wir sind the greatest shop„. Vor allem aber seien sie begeistert von der Atmosphäre in Dorsten. „Es ist hier eine super geile Stimmung. Es macht Spaß, wir sind super zufrieden hier. Die Leute sind spitze und alles ist easy“.

Platte Junk´s auf der Marché Noir
Foto: Emily Flade

Treffpunkt für eine lebendige Szene

Abgerundet wurde das Angebot durch die Collectors Bay aus Nordhessen, die sich auf Sammlerstücke aus den 80er- und 90er-Jahren spezialisiert hat. „Wir haben eigentlich alles am Start, womit wir selber groß geworden sind“, sagt Dennis. „Und es ist ganz toll, dass es scheinbar vielen Leuten genauso geht wie uns.“

Collectors Bay auf der Marché Noir
Foto: Emily Flade

Cosplayer sorgen für galaktische Momente

Neben den Händlern und Vereinen waren es vor allem die Cosplayer, die der Marché Noir ein ganz besonderes Flair verliehen. Immer wieder blieben die Besucher stehen und holten ihre Handys raus um Fotos zu machen oder suchten das Gespräch mit detailverliebt gekleideten Fans.

Zu sehen waren unter anderem Kostüme aus dem „Star Wars“- oder „Predator“-Universum, aus Fantasy- oder Horrorfilmen. Von imperialen Figuren bis hin zu aufwendig gestalteten Rüstungen konnte man viele verschiedene Stile bewundern. Zwischen Flipperautomaten und Sammelvitrinen entstanden so immer wieder kleine Fotomomente, die für zusätzliche Begeisterung sorgten.

Die Cosplayer trugen maßgeblich zur Atmosphäre der Messe bei und machten deutlich: Retro ist nicht nur Sammelleidenschaft, sondern gelebte Popkultur.

Cosplayer auf der Marché Noir
Foto: Emily Flade

Zwischen Flippergeräuschen und Gesprächen über seltene Figuren wurde deutlich: Die Marché Noir ist längst mehr als ein Verkaufsmarkt. Sie ist Treffpunkt, Erlebnisraum und Plattform für eine lebendige Retro-Kultur – und Dorsten scheint dafür der perfekte Standort zu sein.

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