Mit Trillerpfeifen, Bannern und klaren Botschaften haben zahlreiche Bürger am Sonntag gegen mögliche Deponiepläne auf der Hürfeld-Halde protestiert. Beim Protestmarsch machten die Teilnehmer deutlich, dass sie eine Nutzung der Halde als Müll- oder Giftstoffdeponie ablehnen und stattdessen eine Zukunft als Natur- und Freizeitgebiet fordern.
Organisiert wurde die Aktion von der Bürgerinitiative BISPU. Ziel des Protestmarsches war es, öffentlich auf die Sorgen vieler Anwohner aufmerksam zu machen und ein deutliches Zeichen gegen die möglichen Planungen zu setzen.

Gemeinsamer Marsch zur Halde
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Johannes Klier die Teilnehmer und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Anschließend setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Teilnehmer maschierten gemeinsam zur Hürfeld-Halde, begleitet von Trillerpfeifen und Transparenten. Die Veranstalter versorgten die Demonstrierenden während des Marsches mit Getränken.
Viele Teilnehmer stehen den Protest als notwendige Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen rund um die Halde. Immer wieder war zu hören, dass man sich von den aktuellen Planungen übergangen fühle. Die Teilnehmer brachten dies auf den Punkt: „Wir sind zum Protest gezwungen, weil Dorsten offenbar nicht akzeptiert wird.“
Nachdem die Teilnehmer die Halde hinauf- und wieder hinabgelaufen waren, versammelten sie sich erneut am Ausgangspunkt der Demonstration. Dort richteten mehrere Redner das Wort an die Teilnehmer.

Ulrich Behrens. „Ein eindeutiges Zeichen“
Ulrich Behrens, Vorsitzender des Landesverbandes Bergbaugeschädigter, zeigte sich beeindruckt von der großen Beteiligung der Bürger. „Ich bin begeistert von der Resonanz, die diese Aktion gefunden hat. Es ist ein eindeutiges Zeichen, dass so viele Bürger – auch mit ihren Kindern – hierher gekommen sind.“
In seiner Rede kritisierte Behrens insbesondere den Umgang mit bestehenden Vereinbarungen rund um die Halde. Nach seiner Darstellung gebe es einen rechtsgültigen Vertrag zwischen der Stadt Dorsten und dem Bergbauunternehmen über die Nutzung der Halde. „Das wichtigste Prinzip der Rechtsprechung – die Vertragstreue – soll gebrochen werden. Das ist eine Ungeheuerlichkeit.“

Er warnte zudem vor möglichen Folgen für Umwelt und Bevölkerung. Sollte die Halde tatsächlich als Deponie genutzt werden, könnten zusätzliche Belastungen durch Mülltransporte sowie langfristige Auswirkungen auf die Umwelt entstehen.
Trotz der Kritik zeigte sich Behrens optimistisch, dass der Widerstand der Bürger Wirkung zeigen könne. „Sie haben den Bergbau hier früher als vorgesehen gestoppt. Ich bin mir sicher, wir werden auch diese Pläne verhindern.“

Bürgermeister Stockhoff: Thema für die ganze Region
Auch Dorsten Bürgermeister Tobias Stockhoff richtete sich an die Teilnehmer des Protestmarsches und dankte zunächst den Organisatoren der Veranstaltung. „Ein herzliches Dankeschön, dass Sie die Menschen mobilisiert haben, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.“
Stockhoff betonte, dass es sich nicht nur um ein lokales Thema handele. „Das ist nicht nur ein Thema für Altendorf-Ulfkotte. Das ist ein Thema für die gesamte Stadt – ja sogar für die gesamte Region.“
Der Bürgermeister erläuterte außerdem den aktuellen Stand des laufenden Mediationsverfahren. In mehreren Gesprächsrunden würden derzeit die unterschiedlichen Positionen diskutiert. Gleichzeitig stellte er klar, dass sich der Rat der Stadt Dorsten eindeutig positioniert habe. „Der Rat der Stadt Dorsten hat sich ganz eindeutig gegen eine Deponienutzung der Halde ausgesprochen.“

Stockhoff erinnerte zudem daran, dass den Bürgern vor Jahrzehnte eine andere Nutzung der Halde zugesagt worden sei. „Man hat den Menschen versprochen, dass diese Halde nach Ende der Bergbaunutzung für Natur und Freizeit zur Verfügung stehen soll.“
Sollte dort jedoch Deponiematerial der höchsten Kategorie abgelagert werden, könnten große Teile der Halde dauerhaft nicht mehr betreten werden. „Unsere große Sorge ist: Wenn dort DK3-Material abgelagert wird, dürfen weite Teile der Halde später nicht mehr betreten werden.“

Aufruf zum weiteren Engagement
Zum Abschluss der Veranstaltung wandte sich Johannes Kloer erneut an die Teilnehmer und rief dazu auf, weiterhin gemeinsam für die Interessen der Bürger einzustehen. „Wir machen so lange weiter mit unseren Demonstrationen und Aktionen, bis unsere Rechtsansprüche aus dem Haldenvertrag durchgesetzt sind.“
Gemeinsam mit den Teilnehmern rief er abschließend den Slogan der Protestbewegung:
„Nein zu Dorsten an der Giftmüllkippe – Ja zum schönen Dorsten an der Lippe.“
Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit der Beteiligung am Protestmarsch und kündigten an, die Öffentlichkeit weiterhin neue Entwicklungen rund um die Hürfeld-Halde zu informieren.






























