Wer in Dorsten Technik kauft, landet oft beim MediaMarkt an der Bovenhorst. Doch genau dieser Markt steht jetzt vor einem neuen Kapitel.
Der Elektronikhändler MediaMarkt hat einen neuen Eigentümer. Der chinesische Konzern JD.com hat die Muttergesellschaft Ceconomy übernommen und will Europa künftig stärker in den Fokus rücken. Für viele Kundinnen und Kunden stellt sich deshalb ganz konkret die Frage. Was bedeutet das für den Standort in Dorsten?
Die Antwort fällt zweigeteilt aus. Kurzfristig bleibt vieles, wie es ist. Langfristig könnten sich jedoch spürbare Veränderungen ergeben.
Filiale in Dorsten bleibt ein wichtiger Standort
Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass Filialen geschlossen werden sollen. Auch der MediaMarkt in Dorsten steht nicht zur Disposition. JD.com setzt vielmehr auf Wachstum und will die bestehenden Märkte weiterentwickeln. Das bedeutet auch für die Beschäftigten vor Ort zunächst Sicherheit.
Der Markt bleibt damit ein wichtiger Anlaufpunkt für Kundinnen und Kunden aus Dorsten und der gesamten Region.
Veränderungen laufen im Hintergrund
Die eigentlichen Veränderungen werden sich weniger im Erscheinungsbild zeigen, sondern vor allem in den Abläufen dahinter. JD.com setzt konsequent auf die Verbindung von Onlinehandel und stationärem Geschäft. „Es ist entscheidend, digitale und physische Einkaufskanäle zu kombinieren“, erklärte JD.com-Manager Jack Li im Gespräch mit der Zeitung „Kurier“.
Für Kunden in Dorsten kann das perspektivisch bedeuten, dass Produkte schneller verfügbar sind, Onlinebestellungen einfacher abgeholt werden können und digitale Services weiter ausgebaut werden.
Der Markt vor Ort entwickelt sich damit weiter und wird zunehmend zu einem Ort, an dem Beratung, Service und Logistik eng miteinander verzahnt sind.
Onlineplattform soll ergänzen
Parallel baut JD.com mit „Joybuy“ eine eigene Onlineplattform in Europa auf. Eine direkte Konkurrenz zum MediaMarkt sieht das Unternehmen jedoch nicht.
Während Joybuy ein breites Sortiment abdeckt, bleibt MediaMarkt auf Elektronik spezialisiert und setzt weiterhin auf persönliche Beratung. Genau das bleibt auch für den Standort in Dorsten ein wichtiger Vorteil.
Teil einer globalen Strategie
Mit der Übernahme wird MediaMarkt stärker in ein internationales Handelsnetz eingebunden. JD.com bringt vor allem Erfahrung in Logistik und Digitalisierung mit und will diese Kompetenzen gezielt einsetzen.
Für Dorsten bedeutet das, dass der Markt künftig Teil einer größeren Strategie ist, ohne seine lokale Bedeutung zu verlieren.
Hintergrund: Umstrittene Entscheidung mit großer Wirkung
Der MediaMarkt an der Straße „An der Bovenhorst“ hat eine bewegte Geschichte.
Im Mai 2010 gab der Planungsausschuss der Stadt Dorsten mehrheitlich grünes Licht für die Ansiedlung. CDU und SPD stimmten dafür, FDP, Grüne und Linke dagegen. Diskutiert wurden vor allem mögliche Auswirkungen auf den Busverkehr rund um den Busbahnhof.
Nach dem Baubeginn im Februar 2012 eröffnete der Markt Ende November desselben Jahres pünktlich vor dem Weihnachtsgeschäft. Der Andrang war enorm. Rund 700 Menschen warteten bereits am frühen Morgen auf Einlass, um sich Angebote zu sichern. Besonders gefragt waren damals 3D-Fernseher.

Mit rund 2.800 Quadratmetern Verkaufsfläche, etwa 36 Beschäftigten und einem großen Einzugsgebiet entwickelte sich der Standort schnell zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Kunden aus Dorsten und der Region.
Heute ist der MediaMarkt fest etabliert und steht nun vor einem neuen Kapitel.




























