Im Kreis Recklinghausen und in Bottrop hat die Polizei bei einer europaweiten Kontrollaktion zahlreiche Verstöße gegen die Anschnallpflicht festgestellt. Die Bilanz zeigt deutlich: Noch immer verzichten viele Verkehrsteilnehmer auf den lebenswichtigen Schutz durch den Sicherheitsgurt.
Im Rahmen der Aktionswoche kontrollierten Einsatzkräfte insgesamt 861 Autofahrerinnen und Autofahrer im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen. Dabei fiel auf, dass 158 Personen nicht angeschnallt waren. Besonders besorgniserregend ist aus Sicht der Polizei die Situation bei Kindern: In elf Fällen waren sie nicht oder nicht ausreichend gesichert.
Gerade bei Kindern ist das Risiko schwerer Verletzungen im Falle eines Unfalls besonders hoch. Sie sitzen meist auf den Rücksitzen, wo keine Airbags vorhanden sind. Gleichzeitig liegt die Verantwortung für ihre Sicherung beim Fahrer. Erwachsene Mitfahrende sind hingegen selbst dafür zuständig, den Gurt anzulegen. Dennoch appelliert die Polizei auch hier an die Fahrer, auf Mitreisende einzuwirken und auf das Anschnallen hinzuweisen.
Tödliche Gefahr ohne Gurt
Die Polizei macht deutlich, dass der Sicherheitsgurt eine entscheidende Rolle für die Überlebenschancen bei Unfällen spielt. Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten kann ein fehlender Gurt zu schweren oder sogar tödlichen Verletzungen führen. Moderne Fahrzeuge verfügen zwar über Gurtwarner, die mit zunehmend eindringlichen Signaltönen auf das Anschnallen aufmerksam machen, doch offenbar werden diese Hinweise nicht immer ernst genommen.
Ein häufiger Irrtum besteht zudem darin, sich auf den Airbag zu verlassen. Die Polizei stellt klar, dass dieser nur in Kombination mit dem Sicherheitsgurt optimal schützt. Ohne Gurt kann der Airbag sogar zusätzliche Verletzungen verursachen, da Insassen unkontrolliert nach vorne geschleudert werden.
Für Verstöße gegen die Anschnallpflicht drohen Verwarnungsgelder. Wer als Fahrer oder Mitfahrer nicht angeschnallt ist, muss mit 30 Euro rechnen. Wird ein Kind nicht ordnungsgemäß gesichert, werden ebenfalls 30 Euro fällig, bei mehreren Kindern 35 Euro. Besonders schwer wiegt es, wenn Kinder gar nicht gesichert sind: In diesen Fällen drohen 60 beziehungsweise 70 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg.
Die Polizei kündigt an, auch künftig verstärkt Kontrollen durchzuführen. Ziel bleibt es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und das Bewusstsein für die Bedeutung des Sicherheitsgurts weiter zu schärfen.




























