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iPads an Schulen: Dorsten setzt auf elternfinanziertes Modell

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Die Stadt Dorsten führt iPad-Klassen an weiterführenden Schulen ein. Eltern sollen die Geräte künftig finanzieren, während unterstützende Leistungen greifen sollen. Kritik kommt von den Grünen, die eine mögliche Benachteiligung einzelner Schülerinnen und Schüler sehen.

Klare Mehrheit im Rat, FDP-Vorstoß scheitert

Der Rat der Stadt Dorsten hat die Einführung elternfinanzierter iPads beschlossen. Nach Angaben von Tobias Stockhoff sei die Vorlage mit großer Mehrheit angenommen worden. FDP und Grüne hätten dagegen gestimmt, Linke und ein Einzelvertreter sich enthalten.

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Stockhoff stellte zu Beginn klar: „Heute wird hier nicht beschlossen, dass eine Schule das einführen muss, sondern wir bieten den Schulen eine Möglichkeit.“

Schulen treiben das Modell selbst voran

Die Initiative sei laut Verwaltung aus den weiterführenden Schulen selbst gekommen. Diese wollten digitale Endgeräte stärker im Unterricht einsetzen. Während jüngere Klassen weiterhin teilweise mit städtischen Geräten arbeiteten, sollten in höheren Jahrgängen verstärkt elternfinanzierte Modelle genutzt werden.

Vorhandene Geräte könnten eingebunden werden, sofern sie den technischen Anforderungen entsprächen. Eltern seien damit nicht zwingend auf eine Neuanschaffung angewiesen.

Kein All-in-Modell, Stadt setzt auf Infrastruktur

Stockhoff erläuterte die grundsätzliche Entscheidung der Stadt gegen eine Komplettausstattung: „Ich will auch sagen, warum wir uns gegen ein All-in-Paket der Stadt Dorsten entschieden haben.“

Stattdessen habe die Stadt gezielt in die digitale Infrastruktur investiert. Dazu zählten WLAN, Servertechnik sowie digitale Tafeln in den Klassenräumen. „Wir haben nicht einmalig für alle Schülerinnen und Schüler Endgeräte gekauft.“

Eine einmalige Ausstattung würde nach seiner Darstellung zukünftige Jahrgänge benachteiligen. „Denn nach diesem einmalig kommen neue Schülergenerationen.“ Eine solche Lösung sei nicht dauerhaft tragfähig.

Viertellösung bleibt Grundlage für den Unterricht

Die Stadt habe sich deshalb für eine gestufte Lösung entschieden. Mit der sogenannten Viertelausstattung stelle sie Geräte für einen Teil der Schülerinnen und Schüler bereit. „Damit ist sichergestellt, dass es Klausurgeräte gibt“, erklärte Stockhoff. Diese würden bei Klassenarbeiten im Prüfungsmodus eingesetzt und von den Schulen bereits intensiv genutzt.

Fünf Euro im Monat, Unterstützung für Familien vorgesehen

Nina Laubenthal (Erste Beigeordnete) verwies darauf, dass Familien mit Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zusätzliche Unterstützung erhielten. Neben Zuschüssen zur Schulausstattung gebe es einen monatlichen Sofortzuschlag, der aktuell bei 25 Euro liege. Dieser könne genutzt werden, um den vorgesehenen Eigenanteil von fünf Euro monatlich zu decken. Insgesamt entspreche dies 60 Euro im Jahr.

Stockhoff ergänzte: „Wir reden auf der einen Seite erstmal nur über fünf Euro.“ Dafür erhielten die Schülerinnen und Schüler ein vollwertiges Endgerät.

FDP fordert kostenfreie Geräte für alle Berechtigten

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Lutz Ludwig forderte, Geräte für berechtigte Schülerinnen und Schüler vollständig kostenfrei bereitzustellen und auch außerhalb der Schule uneingeschränkt nutzbar zu machen. Er erklärte, man sehe „nicht die Gleichwertigkeit für alle Schülerinnen und Schüler hergestellt“. Lernen sei komplexer geworden, daher müsse zumindest in der Schule Chancengleichheit gewährleistet werden. Der Antrag fand Unterstützung bei Grünen und Linken, wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt.

Grüne warnen vor Zwei Klassen Situation im Unterricht

Für die Grünen erklärte Annemarie Sachs, man habe den Vorstoß grundsätzlich positiv bewertet, sehe jedoch Probleme bei der Umsetzung. Wenn Geräte nach dem Unterricht in der Schule verblieben, könnten betroffene Kinder zu Hause keine digitalen Aufgaben bearbeiten. Das berge die Gefahr einer Benachteiligung. Zudem könne durch unterschiedliche Nutzungsrechte eine „Zwei Klassen Situation“ entstehen.

SPD sieht Land in der Pflicht bei Finanzierung

Der SPD-Fraktionssprecher Dirk Groß erklärte, die zentrale Frage der Lernmittelfinanzierung müsse auf Landesebene geregelt werden. Digitale Endgeräte müssten rechtlich als Lernmittel anerkannt werden. Erst dann könne eine verlässliche Finanzierung erfolgen. Kommunale Lösungen seien aus seiner Sicht nicht ausreichend.

Tablets auch privat nutzbar – Eigentum bleibt bei der Stadt

In der Diskussion stellte die Verwaltung klar, dass die iPads sowohl im Unterricht als auch privat genutzt werden könnten. Auch bei städtischen Geräten sei dies möglich, sie verblieben jedoch im Eigentum der Stadt.

Studien hätten laut Verwaltung gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Nutzung auch außerhalb schulischer Zwecke liege.

Die vollständige Ratssitzung der Stadt Dorsten ist als Live-Aufzeichnung auf YouTube abrufbar.

Das kostet ein iPad in Dorsten

Leistungsberechtigte Familien
→ 5 Euro pro Monat (laut Verwaltung)
Andere Eltern
→ nach Angaben im Rat je nach Modell unterschiedliche Kosten
→ im Bereich von etwa 13 bis rund 20 Euro monatlich
Laufzeit
→ laut Diskussion bis zu 48 Monate möglich
Nutzung
→ schulisch und privat möglich
Eigentum
→ Geräte verbleiben bei städtischen Modellen im Besitz der Stadt

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