StartStadtteileLembeckKevin Jüttermann aus Lembeck: „Wenn das ganze Dorf mitfiebert …“

Kevin Jüttermann aus Lembeck: „Wenn das ganze Dorf mitfiebert …“

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Wer Kevin Jüttermann in Lembeck bisher nicht kannte, weiß spätestens nach dem Spiel der ersten Mannschaft des SV Schwarz-Weiß Lembeck 1921 in der Veltins-Arena mehr als nur seinen Namen. Der gebürtige Lembecker war Dorfgespräch Nummer eins.

„Der SVL ist mein Baby“, sagt er lachend. „Ich habe dort aktiv gespielt, aber nach zwei Bänderrissen war mir das Risiko weiterzuspielen, doch zu groß. Ich konzentrierte mich aufs Studium und meinen Beruf, aber der SV Lembeck bleibt dennoch meine zweite Familie.“ Jeden Sonntag verfolgt Kevin das Spiel seiner Mannschaft und hat somit auch die beiden Aufstiege in den letzten Jahren miterlebt. Zudem ist er für deren Insta-Account zuständig.

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Das „Heimspiel“ auf Schalke

Der Wechsel in die Landesliga wurde nur noch getoppt von der Zusage, in der Veltins-Arena spielen zu dürfen. Kevin bewarb seinen Verein beim Gewinnspiel, „Dein Heimspiel 2025“, um die Chance, in der Veltins-Arena spielen zu können. Als das Dorf unter die letzten sechs Gewinner des Gewinnspiels kam, wurde die Bewerbung ein kollektives Erlebnis, das das ganze Dorf in seinen Bann zog. Ob auf dem Sportplatz, an der Fleischtheke oder beim Feierabendbier, der mögliche Sieg war in aller Munde.

„In der regelmäßig online gestellten Liste waren wir immer auf Platz eins, doch 24 Stunden vor dem Spiel rutschten wir plötzlich auf Platz zwei“, erzählt mir Kevin und fährt fort. „Wir haben alle und alles mobilisiert, zahlreiche Unterstützer haben ihr Möglichstes gegeben, damit wir doch noch gewinnen. Wir wandten uns an ehemalige Schalker Legenden, ans Radio, an die Printmedien, an andere Vereine und fluteten zusammen mit einigen Influencern die sozialen Medien. Hierbei unterstützte uns ganz besonders Elena Arat von den Heimatmedien.“

Und die Mühe lohnte sich: Der SV Lembeck durfte sein Landesliga-Heimspiel gegen den VfL Senden in der Gelsenkirchener Arena bestreiten. Mit 20 Bussen und freiem Eintritt war gefühlt das ganze Dorf am 29. November unterwegs Richtung Schalke. „Es war sicher nicht nur für mich ein unvergesslicher Tag. Die Sonne schien, wir waren im originalen Mannschaftsbus unterwegs und liefen wie Profis aus den Katakomben hinauf aufs Spielfeld. Auch wenn ich nicht zur aktiven Mannschaft gehöre, so durfte ich dennoch bei diesen Momenten direkt dabei sein“, freut sich der 31-Jährige.

„Nachdem die Mannschaft auf dem Videowürfel vorgestellt wurde und der erste Ballkontakt erfolgte, bekam bestimmt jeder Lembecker im Stadion Gänsehaut“, vermutet Kevin, der sich auch gerne an die Aftermatch-Party im VIP-Bereich erinnert.

SV Lembeck Heimspiel Veltins Arena Schalke
Heimspiel des SV Lembeck auf Schalke. Foto: privat

Der Schützenverein und Kevin Jüttermann

Neben dem Fußballverein ist Kevin zudem auch fest verwurzelt beim Schützenverein. Mehr als die Hälfte seines Lebens ist er Mitglied in dem 150 Jahre alten Verein. Am Sonntag vor dem regulären Fest findet das Kaiserschießen statt. 25 ehemalige Schützenkönige schießen um die Kaiserwürde. Eine Woche später folgt das reguläre Schützenfest. „Ich bin in diesem Jahr Ehrenherr, ein Traum, der sich nun erfüllt hat. Für mich ist das Schützenfest die fünfte Jahreszeit, Gemeinschaft und Freude gleichzeitig.“ Am Schützensamstag hat Kevin zusätzlich noch Geburtstag, was ihm für sein Portemonnaie doch etwas Sorgen bereitet, wie er lachend gesteht.

Kevin Jüttermann Lembeck
Der SV Lembeck ist Kevins zweite Familie. Foto: Christian Sklenak

Lembeck lebt vom Ehrenamt und der Verbundenheit untereinander. So sieht es auch Kevin. „Ob bei den Lembecker Eisstockmasters oder bei der großen Silvesterfete, überall sind vertraute Gesichter aus Lembeck zu sehen, die die Vorbereitungen kräftig unterstützt haben. Ohne Sponsoren und vor allem ohne Menschen, die anpacken, würde vieles nicht funktionieren. Ich bin froh darüber, Lembecker zu sein, denn ich liebe die Traditionen im Dorf wie das Osterfeuer oder den Neujahrsrundgang, um nur einige zu nennen. Man kennt sich, man hilft sich“, bringt er es auf den Punkt. „Genau dieses Miteinander macht unser Dorf stark. Das ist Heimat.“

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