Am Busbahnhof in Lembeck haben die Oldtimerfreunde Lembeck ein Stück Erde in Bewegung gebracht. Wo zuletzt Wildwuchs und brachliegender Boden das Bild prägten, soll in den kommenden Wochen eine bunte Blühfläche entstehen. Mit alten Treckern, historischen Geräten und viel Handarbeit bereiteten die Mitglieder den Acker vor. Langfristig ist dort ein lebendiges Museum für historische Landwirtschaft geplant.
„Wir haben wie zu Opas Zeiten gearbeitet“, sagt Georg Bögel, Sprecher der Oldtimerfreunde Lembeck. Genau darum ging es den Ehrenamtlichen auch: nicht nur eine Fläche herzurichten, sondern zugleich zu zeigen, wie landwirtschaftliche Arbeit früher funktionierte. Schritt für Schritt kamen alte Maschinen und Geräte zum Einsatz, wie sie früher auf vielen Höfen selbstverständlich waren.
Arbeiten wie früher auf dem Acker
„Den Anfang machten Fabian Stroick und Madeleine Hauck. Mit einem alten Deutz wurde der Wildwuchs abgemäht“, erklärt Georg Bögel. „Anschließend pflügte Johannes Mecking den Acker mit seinem Deutz und einem Zweischarpflug um. Danach wurde die Fläche von Peter Nitoschil gewalzt.“

Im nächsten Schritt bearbeitete Bernd Mecking den Boden mit seinem Deutz und einer Löffelegge. Erst danach konnte der Blumensamen ausgestreut werden. Diese Arbeit übernahmen Bernd Mecking und Thomas Wesseling per Hand. Eine alte Sämaschine kam dafür nicht infrage. „Die unterschiedliche Größe der Samen war für unsere alte Sämaschine nicht geeignet“, erklärt Georg Bögel.

Damit die Saat nicht gleich wieder von Krähen und Tauben aus dem Boden geholt wird, wurde sie anschließend eingearbeitet. Georg Bögel nutzte dafür seinen Hanomag und eine Netzegge. Zum Abschluss walzte Peter Nitoschil den Acker noch einmal. So entstand aus einer zunächst unscheinbaren Fläche ein vorbereiteter Boden, auf dem nun Wild- und Sonnenblumen wachsen sollen.
Blühfläche als sichtbares Zeichen im Dorf
Die Aktion soll das Grundstück am Busbahnhof schon jetzt aufwerten. „Die ganze Aktion sollte den Acker wieder etwas schöner aussehen lassen, bis wir dort mit dem Aufbau unseres Schirmschoppens als lebendiges Museum für historische Landwirtschaft beginnen können“, sagt Bögel.
Die Blühfläche ist damit mehr als eine kurzfristige Verschönerung. Sie ist ein sichtbares Zeichen für das, was die Oldtimerfreunde auf dem Gelände entwickeln möchten: einen Ort, an dem alte Landwirtschaftstechnik nicht nur gesammelt, sondern auch praktisch erklärt und vorgeführt wird. Auf dem Patenschaftsgelände soll weiterhin mit altem Werkzeug und historischen Maschinen gearbeitet werden.

Schirmschoppen als Museum geplant
Geplant ist ein sogenannter Schirmschoppen. Dabei handelt es sich um eine offene oder halboffene Unterstellhalle in traditioneller Bauweise. Solche Gebäude dienten früher dazu, Geräte, Wagen oder landwirtschaftliche Maschinen wettergeschützt abzustellen.
Diese Bauart soll künftig den Rahmen für das Museum bilden. Die Oldtimerfreunde wollen dort alte Geräte, Werkzeuge und Maschinen zeigen und ihre Funktionsweise erklären. Das Museum soll regelmäßig für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Gerade die Lage am Busbahnhof und in unmittelbarer Nähe zu Schule und Kindergärten sehen die Oldtimerfreunde als großen Vorteil. „Schule und Kindergärten sind ja direkt in der Nachbarschaft, und die Lage mitten im Dorf ist natürlich auch ideal“, sagt Bögel. Damit könnte der Schirmschoppen zu einem Lernort werden, an dem Kinder, Familien und interessierte Besucher erleben, wie Landwirtschaft früher aussah.
Noch ist das Projekt allerdings nicht startklar. „Wir warten noch auf die Zusage auf Förderung von Münster. Erst dann können wir starten“, erklärt Bögel. Nach bisherigen Planungen sind für das Vorhaben zunächst rund 160.000 Euro veranschlagt. Grundlage für das Museum ist zudem eine alte Scheune, die die Oldtimerfreunde bereits in Senden abgebaut und nach Lembeck gebracht haben.
Auch Obstbäume und Dreschkasten gepflegt
Während auf dem Acker gearbeitet wurde, liefen auf dem Gelände weitere Arbeiten. Thomas Wesseling nahm einen kleinen Rückschnitt an den Obstbäumen vor. Außerdem wurde mit Unterstützung von Philip Hacker ein historischer Dreschkasten als Denkmal auf Gehsteigplatten gestellt. So sollen die Holzräder besser vor Nässe geschützt werden.

Auch diese Arbeiten zeigen, worum es den Oldtimerfreunden geht: um den Erhalt alter Technik, aber auch um die Pflege des Geländes und die Vermittlung von Geschichte. Der Dreschkasten steht dabei beispielhaft für eine Zeit, in der viele landwirtschaftliche Arbeiten noch mit schwerem Gerät, Muskelkraft und viel Erfahrung erledigt wurden.
Oldtimerfreunde waren auch beim Tiermarkt vertreten
Viel Zeit zum Ausruhen blieb den Ehrenamtlichen nach der Arbeit auf dem Acker nicht. Bereits am vergangenen Wochenende waren die Oldtimerfreunde Lembeck auch beim Tiermarkt in der Schlossgemeinde vertreten. Dort gehörten sie mit historischen Fahrzeugen, ländlicher Atmosphäre und ihrem Engagement erneut zum festen Bild der Veranstaltung.

Der Tiermarkt zieht seit Jahren zahlreiche Besucherinnen und Besucher nach Lembeck. Die Oldtimerfreunde trugen auch diesmal dazu bei, dass neben klassischem Marktgeschehen, Begegnungen und Familienprogramm ein Stück lebendige Landwirtschaftsgeschichte sichtbar wurde.
Trecker- und Fahrradwallfahrt im Juni
Der nächste Termin der Oldtimerfreunde steht ebenfalls bereits fest. Am Sonntag, 14. Juni 2026, ist eine Trecker- und Fahrradwallfahrt nach Eggerode geplant. Start ist um 6.45 Uhr am Lembecker Busbahnhof. „Hier kann jeder, der möchte, gerne mitfahren“, sagt Georg Bögel. Weitere Informationen zur Anmeldung sollen noch folgen.
Für die Oldtimerfreunde ist das Projekt am Busbahnhof damit nur ein Teil ihres Engagements. Sie wollen alte Technik bewahren, Wissen weitergeben und gleichzeitig das Dorfleben bereichern. Wenn die Blühfläche in den kommenden Wochen aufgeht, wird das am Busbahnhof erstmals auch für alle sichtbar.




























