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Sind wir unsterblich durch Sternenstaub?

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Sind wir unsterblich durch Sternenstaub? Wir atmen die Vergangenheit.

Der Tod erinnert uns daran, dass alles, was lebt, vergänglich ist. Doch wenn ein Leben endet, ist damit nicht alles vorbei. Das, was uns ausmacht, verschwindet nicht einfach im Nichts, sondern verändert seine Form.

Aus Sternenstaub entstanden

Viele Elemente unseres Körpers wie beispielsweise Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff sowie Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor gab es bereits lange vor der Entstehung der Erde. Sehr leichte Elemente wie Wasserstoff und Helium entstanden bereits kurz nach dem Urknall.

Die schwereren Elemente wie Sauerstoff, Kohlenstoff oder auch Calcium bildeten sich später im Inneren der Sterne. Noch schwerere Elemente wie Gold, Uran oder Platin entstehen bei gewaltigen Explosionen sterbender Sterne. Das heißt also, dass sich alles Leben auf der Erde unter anderem aus diesem Sternenstaub entwickelt hat.

Materie im Kreislauf

Im Laufe der Evolution entstanden schließlich die Zellen, aus denen unser Körper heute besteht. Aus dem Physikunterricht wissen wir, dass weder Energie noch Materie, aus der wir bestehen, im Stoffkreislauf verloren gehen können, sondern lediglich ihre Form verändern.

Die Luft, das Wasser, die Pflanzen, Tiere und auch wir selbst bestehen aus denselben Baustoffen der Natur. Diese Atome gehen mit dem Tod jedoch nicht verloren, sondern setzen sich immer wieder neu zusammen und können später Teil anderer Lebewesen werden. Biologisch gesehen ist Sterben also kein Auslöschen, sondern ein „Weiterleben“ in anderer Form.

Nach dem Tod zerfällt der Körper, Moleküle wie Fette, Proteine, Kohlenhydrate und auch die DNA werden von Mikroorganismen abgebaut. Elemente wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel werden wieder in die Kreisläufe der Natur eingespeist.

Das organische Material wird von Mikroorganismen, den Pflanzen und dem Boden weiterverarbeitet, sodass die darin gebundenen Elemente später erneut zur Verfügung stehen. Die Atome gehen als Kohlendioxid in die Atmosphäre, Wasser, Mineral- und Nährstoffe gelangen in den Boden.

Auch die Knochen, die überwiegend aus Calcium- und Phosphorverbindungen bestehen, lösen sich im Laufe der Zeit auf. Diese darin enthaltenen Elemente werden ebenfalls freigesetzt und von Pflanzen sowie weiteren Mikroorganismen aufgenommen. Über Nahrung, Wasser und Luft gelangen sie schließlich wieder in andere Lebewesen.

Recycelte Atemluft

Auch unsere Atemluft ist quasi „recycelt“. Mit jedem Atemzug nehmen wir Milliarden von Atomen auf und geben Milliarden auch wieder ab, die andere Lebewesen in anderer Zusammensetzung einatmen können.

Die Luft, die wir heute einatmen, enthält Bestandteile, die durch die Lungen anderer, auch bereits verstorbener Menschen oder Tiere, geströmt sind, da sich die Atome der Erde über Milliarden Jahre ständig vermischen. Deshalb tragen wir in uns wahrscheinlich Atome, die früher einmal in Dinosauriern, uralten Bäumen, Fischen, Rittern, Königen oder berühmten Dichtern und Denkern gewesen sind.

Ob dabei Erinnerungen, Gedanken oder unsere Persönlichkeit in diesen Atomen gespeichert bleiben, darauf hat die Wissenschaft (noch) keine Antwort gefunden.

Unsterblichkeit in anderer Form

Und? Sind wir nun unsterblich? Nicht wir selbst sind unsterblich, sondern wir sind es eher auf eine philosophische Weise.

Wenn wir sterben, dann werden unsere Atome ja bekanntermaßen nicht vernichtet. Unser Körper ist Teil des Kreislaufs der Natur, und an die Natur werden wir weitergegeben, werden verwandelt und wieder neu zusammengesetzt.

Ein Sauerstoffatom, das heute Teil eines Menschen ist, kann in einigen Jahren durch die Blätter eines Baumes wandern, später von einem Tier aufgenommen werden und irgendwann wieder in die Lungen eines neugeborenen Kindes gelangen. Die Materie reist weiter, von Leben zu Leben, von Generation zu Generation.

Und eines Tages werden auch unsere Atome weiterziehen, werden Teil von Bäumen, Wolken, Blumen, Tieren oder anderen Menschen sein. Wir kommen aus Sternenstaub, leben eine Weile als Mensch und kehren schließlich als Stoff wieder in die Natur zurück.

Die wahre Unsterblichkeit besteht möglicherweise darin, Teil der Geschichte des Universums zu sein, die nicht endet, auch nicht mit unserem Tod. Dieser Gedanke mag den Blick auf den Tod etwas verändern. Er macht ihn nicht weniger schmerzhaft, aber vielleicht erscheint er dadurch etwas weniger endgültig.

Wer einen geliebten Menschen verliert, verliert seine Nähe, seine Stimme und seine Gegenwart, aber seine Spuren bleiben auf gewisse Weise weiterhin Teil unserer Welt.

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