Jüdisches Museum Dorsten entwickelte einen Geocache zum Jüdischen Friedhof Schermbeck.
Dorsten/SCHERMBECK. Auf den Spuren der jüdischen Geschichte. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Schermbeck haben gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Dorsten einen Geocache zum Jüdischen Friedhof Schermbeck entwickelt.
Dadurch rückt der Friedhof, sowie die jüdische Geschichte, das Leben und Wirken der Juden in der Gemeinde auf moderne Art in den Fokus.

Gemeinsam mit Antje Thul vom Jüdischen Museum sammelten eine Gruppe Gesamtschüler anhand des Buches von Walter Schiffer und Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel Informationen und Biografien von Schermbecker Juden.
Vier Stolpersteine
Startpunkt der Schnitzeljagd sind die der jüdischen Familie Schönbach an der Georgstraße. Hier sollen die Besucher sensibilisiert werden, dass es auch jüdische Bewohner in Schermbeck gab, erklärt Kai Heister, Lehrer für Geschichte und Erdkunde.

Mit der Zusammenfassung der jüdischen Geschichte in Schermbeck soll der Blick auf ihre Traditionen und ihr Leben im Ort erweitert werden, so Heister.
Enge Zusammenarbeit
Seit mehreren Jahren arbeitet die Gesamtschule eng mit dem jüdischen Museum in Dorsten zusammen.
Dadurch ergab sich unter anderem das Projekt, die jüdische Geschichte Schermbeck, aber auch den Holocaust für eine ganz andere Interessentengruppe, die sich für Geocaching interessieren, wie Schulleiter Norbert Hohmann erklärt, aufmerksam zu machen. „Ich finde es für uns als Gesellschaft wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und das junge Menschen, für die das Thema wirklich Geschichte ist, sich damit auseinandersetzt. Dadurch wird das Thema für den Ort repräsentabel und greifbar gemacht wird“, betont der Schulleiter.

Gibt man nun in die geeigneten Geräte die Koordinaten für die Längen- und Breitengarde eines Punktes in der Landschaft ein, dann wird auf dem Display an der Stelle des Schnittpunktes der eingegebenen Koordinaten eine Markierung angezeigt. Dort findet man den verborgenen „Schatz“ mit weiteren Anweisungen oder Informationen. In dieser Weise kann man eine vorgegebene Punktekette nach und nach abarbeiten.
Jüdische Geschichte Schermbeck
Beim Studium der jüdischen Geschichte Schermbecks erfuhren die Schüler, dass die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof erst ab dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts fassbar werden, also zu einer Zeit, als das Herzogtum Kleve Teil Brandenburg-Preußens wurde. 1678 wurde im Kirchenbuch der lutherischen Kirchengemeinde ein jüdisches Kind vermerkt, das beerdigt wurde.
Für ihre Punktekette hatten sich die Gesamtschüler den Cache „Die jüdische Geschichte Schermbecks“ ausgesucht, der unter der Bezeichnung GC81FCD auf der Plattform www.geocaching.com abrufbar ist.
Bei der Suche nach geeigneten Punkten zur Geschichte des jüdischen Lebens griffen die Schüler auf das Buch „Der Jüdische Friedhof in Schermbeck. Ein kleiner Leitfaden“ zurück, das im Jahre 2017 vom Jüdischen Museum Dorsten herausgegeben wurde.
Unter www.geocaching.com wird der Cache in Kürze unter dem Namen „Jüdischer Friedhof Dorsten“ veröffentlicht.
Petra Bosse




























