StartAllgemeinWildpflanzen als „Blühende Bioenergie Dorsten“

Wildpflanzen als „Blühende Bioenergie Dorsten“

Veröffentlicht am

„Blühende Bioenergie Dorsten“. Ein Projekt mit Ziel, den Anbau von Mais für Biogasanlagen teilweise durch Wildpflanzen zu ersetzen

  • Kooperationsprojekt von Landwirten, Firma ODAS, Stadt Dorsten und WINDOR
  • Landwirte bauen anstelle von Mais Wildpflanzen an
  • Biologische Vielfalt schafft Lebensräume und verbessert den Boden- und Gewässerschutz

„Blühende Bioenergie Dorsten“ heißt ein Kooperationsprojekt, das nun von der Firma ODAS, der Stadt Dorsten und der Wirtschaftsförderung WINDOR vereinbart wurde. Ziel ist, den Anbau von Mais für Biogasanlagen teilweise durch Wildpflanzen zu ersetzen, um so die biologische Vielfalt zu fördern, Lebensräume zu schaffen und den Boden- und Gewässerschutz zu verbessern.

Blühende Bioenergie Dorsten
Das Bild zeigt die Kooperationspartner auf einem Feld in Altendorf-Ulfkotte, das mit Rainfarn (Tanacetum vulgare, auch Wurmkraut genannt) bepflanzt wurde. Von Links: Bürgermeister Tobias Stockhoff, Imkerin Karina Möllers, WINDOR-Geschäftsführer Josef Hadick, die Landwirte Johannes Lordieck und Björn Schulte-Kellinghaus, ODAS-Geschäftsführer Steffen Schirmacher-Rohleder sowie die Landwirte Matthias Schulte-Hemming, Matthias Krampe und Hubert Schulze-Erning. Foto: Stadt Dorsten

Landwirte als Partner

Das Projekt ist im Mai gestartet und zunächst auf vier Jahre angelegt. Das landwirtschaftlich geprägte Logistik-Unternehmen ODAS hat Landwirte als Partner gewonnen, organisiert über sie Flächen und den Anbau von Wildpflanzen, nimmt nach der Ernte auch die Biomasse ab und verarbeitet diese.

Anzeige
Anzeige von Ohrwerk Hörgeräte: Fit im Ohr. Fit für den Alltag.

Die Stadt Dorsten übernimmt die strukturelle Organisation des Projekts und WINDOR engagiert sich finanziell mit einer „Anschubhilfe“ (unter anderem, weil die Wildpflanzen weniger Ertrag für die Landwirte bringen als Mais).

Artensterben

Mehr Vielfalt in der Landwirtschaft – das ist allen Beteiligten ein großes Anliegen. Denn die Feldflur ist still geworden, da die Verluste an „biologischer Vielfalt“ dramatische Ausnahme angenommen haben.

Garten Baumeister Raesfeld

Vom Artensterben betroffen sind neben Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten vor allem Feldvögel. Kiebitz, Grauammer oder Feldlerche sind vielerorts verstummt, die Zahl der Rebhühner ist europaweit seit 1980 um über 90 % eingebrochen. Der Kiebitz als heimischer Allerweltsvogel hat weit über 50 % seiner Population verloren. Diese Verlustrechnung in der Feldflur lässt sich an vielen anderen Arten weiter fortführen.

Arterhaltens und Artenförderung

Es gibt viele theoretische Maßnahmen, die allerdings in der heutigen Zeit nur schwer Raum greifen und ihre Anwendung finden. Natürlich haben die aktuell angelegten Blühstreifen der Landwirte eine positive Wirkung. Allerdings müssen Maßnahmen zur Förderung des Arterhaltens und Artenförderung auch in die Fläche erfolgen. Dieses besonders vor dem Hintergrund der Veredelungsregion in der wir leben.

Mit dem Kooperationsprojekt „Blühende Bioenergie Dorsten“ als grüner Schatz werden Flächen für die Biogasproduktion angelegt, die nicht mit dem höchst rentablen Mais bepflanzt sind.

Flächen bieten Bodenbrütern Nistmöglichkeiten

Durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion kann der Mais anteilig ersetzt werden. Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge, wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren.

Durch den Anbau erfolgt eine Reduzierung der Stickstoffausträge und durch die mehrjährige Kulturführung wird bodenschonend gearbeitet. Gleichzeitig produzieren ertragreiche Wildpflanzenmischungen bis zu 40 Tonnen Frischmasse je Hektar, die bei einer einmaligen Investition im Etablierungsjahr jährlich geerntet werden können.

Forschungsprojekt „GrünSchatz“

Natürlich sind die wirtschaftlichen Erträge im Vergleich zum konventionellen Maisanbau geringer und somit ist eine Kompensationszahlung wichtig, um diesen Anbau in der Landnutzung zu etablieren. Dabei konnte auf mehrjährige Anbauversuche u. a. im Forschungsprojekt „GrünSchatz“ zurückgegriffen werden.

Artensterben Maisanbau
Foto: Pixabay

Das Projekt „Blühende Bioenergie für Dorsten“ soll einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, den Anbau von pflanzlicher Biomasse als Substrat für Biogasanlagen enger an den Natur- und Artenschutz zu koppeln. Es ist höchst erfreulich, dass praktizierende Landwirte sich an das Projekt anschließen und den Maisanbau teilweise durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen ersetzen wollen. Die Landwirte erhalten über das Projekt einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten.

INFO:

Das Projekt ist in diesem Jahr zunächst mit wenigen Landwirten gestartet. Die Kooperationspartner sind jetzt schon auf der Suche nach weiteren Landwirten, die im nächsten Jahr als Partner mit in das Projekt einsteigen wollen. Ziel ist, zu den bisherigen Anbauflächen für Wildenergie weitere 50 Hektar zu gewinnen.

Kontakt und weitere Infos ab sofort bei

Hans Rommeswinkel – Umwelt- und Planungsamt, Telefon 02362 / 66 49 00, E-Mail [email protected]

Steffen Schirmacher-Rohleder – ODAS GmbH, Telefon 02362 / 95 22 890, E-Mail [email protected]

Neuer WhatsApp-Kanal

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal unter https://bit.ly/dorstenonline für aktuelle Infos. Wir bieten lokale Nachrichten, Event-Infos, Polizeimeldungen und mehr.

NEUSTE ARTIKEL

Mehr Personal an NRW-Schulen: Höchster Zuwachs seit über 40 Jahren

Die Personalausstattung an den Schulen in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Schulministeriums arbeiten heute rund 12.600 Menschen mehr an den Schulen...

Dorsten setzt Strategie gegen Eichenprozessionsspinner fort

Dorsten setzt 2026 weiter auf feste Prioritäten und den digitalen Raupenmelder gegen Eichenprozessionsspinner.

Raub am Bahnhof Dorsten: Polizei sucht zwei Tatverdächtige mit Öffentlichkeitsfahndung

Nach einem Raub am Dorstener Bahnhof sucht die Polizei mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach zwei bislang unbekannten Tatverdächtigen. Sie sollen am Nachmittag des 22. Februar 2026...

Geschichtsstation an der Agathaschule zerstört

Mit großer Bestürzung hat die Agathaschule die Zerstörung der 49. Dorstener Geschichtsstation festgestellt. Unbekannte hatten am Wochenende das Glas der Station auf dem Schulgelände so...

Klick mich!