Mitreden, Mitgestalten, Anregegen und mehr Einflussnahme – „Bürgerkommune Dorsten“ einstimmig im Rat beschlossen
Dorsten (pd/bos). Es herrschte Einigkeit: Alle 44 Mitglieder des Dorstener Stadtrates einschließlich Bürgermeister Tobias Stockhoff stimmten in der Ratsitzung am Mittwoch dem Beteiligungskonzept „Bürgerkommune Dorsten“ zu.
„Der Beschluss zur Bürgerkommune ist ein guter Schritt, um die Menschen mizunehmen, die sonst nicht mehr so im Stadtgeschehen eingebunden sind, oder waren. Es ist eine Gesellschaftsform, die wir unbedingt brauchen“, betont Susanne Fraund (Bündnis90/Grüne). Sie lobte besonders die gute Beteiligung bei den Stadtteilkonferenzen von sehr engagierten Mitbürgern.
„Ich finde es gut und zielführend, wenn neue Bürger in wichtigen Entscheidungen einbezogen werden, auch diejenigen, die sich bisher nicht so für Politik interessierten“, so Bernd-Josef Schwane (CDU-Fraktionsvorsitzender).
Er bezeichnete den Beschluss „Bürgerkommune Dorsten“ als einen neuen Meilenstein, den es so noch nicht in NRW gebe.

Nachhaltige Bürgerbeteiligung
Im Vorfeld bekannten sich die Ratsmitglieder durch Unterschreiben des Konzeptpapiers bereits auf eine besondere Art und Weise zu einer qualitätsvollen und nachhaltigen Bürgerbeteiligung.
Gemeinsam mit den Dorstenern schafft die Verwaltung einen Rahmen für Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement, der die Bürgerbeteiligung verbindlicher gestalten wird.
Gestaltung des Lebensumfeldes
Die Bürger der einzelnen Stadtteile, insgesamt elf, werden in Zukunft mehr mehr Einfluss ausüben können, wenn es um die Gestaltung ihres Lebensumfelds geht. Die Beteiligung von Bürgern bei Angelegenheiten, die im Rathaus am Mittwoch einstimmig entschieden wurde, ist in Dorsten bereits gängige Praxis, man denke an die unterschiedlichen Stadtteilkonferenzen.
Einzigartig in Deutschland
So ist unter anderem in jedem der elf Stadtteile eine bürgerschaftlich organisierte Stadtteilkonferenz gegründet worden. Bürgermeister Tobias Stockhoff wies in der Sitzung des Rates darauf hin, dass das wohl einzigartig in Deutschland sein dürfte.
„Bürgerkommune setzt ein starkes Zeichen“, so Stockhoff, der sich gleichzeitig bei allen bedankte, die diesen Weg gemeinsam ihm seit 2014 gegangen sind.
„Bürgerbeteiligung steht auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Das alle Bürger mitmachen, wenn es um ihre Stadt geht, liegt mir sehr am Herzen und ist mir als Bürgermeister sehr wichtig“, so Stockhoff. Es soll zukünftig auch eine Vorgabeliste eingeführt werden, wo Bürger der einzelnen Stadtteile ihre Vorschläge einbringen können. Maßnahmen, die dann der Rat beschließen kann.
Außerdem ist in der Verwaltung das Büro für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport gegründet worden. Auch das Anfang 2017 eingeführte Bürgerbugdet unterstützt bürgerliches Engagement gezielt.
Bürgerkommune Dorsten stellt Beirat
In diesem Jahr stehen 76.000 Euro, also ein Euro pro Einwohnerin und Einwohner, für gemeinwohlorientierte Zwecke zur Verfügung.
Nach der Kommunalwahl 2020 soll im Rahmen des Beteiligungskonzepts „Bürgerkommune Dorsten“ ein Beirat Bürgerbeteiligung besetzt und eingesetzt werden, der zu gleichen Teilen aus Bürgerschaft, Politik und Verwaltung besteht.
Auch die Errichtung einer digitalen Bürgerbeteiligungsform ist im kommenden Jahr vorgesehen.




























