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Speed-Dating gegen den Fachkräftemangel

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Jobcenter bringt Arbeitgeber und angehende Berufskraftfahrer zusammen

Marl (pd). Der Vermittlungsservice in Marl des Jobcenters Kreis Recklinghausen veranstaltete auch in diesem Jahr die Berufskraftfahrertage. Das Team informierte interessierte Arbeitsuchende aus dem gesamten Kreis Recklinghausen über Qualifizierungsmöglichkeiten rund um die Arbeitsfelder Berufskraftfahrer und Busfahrer. Im Mittelpunkt stand diesmal ein gut besuchtes Job-Speed-Dating.

Thomas Senger und Tino Beyer (v.r.) von der Metro Logistics GmbH nutzen die Berufskraftfahrer-Tage des Jobcenters in Marl, um neue Mitarbeitende zu finden. Organisiert wurde die Veranstaltung von Rolf Lassak und Thorsten Lercher (v.l.) vom Vermittlungsservice des Jobcenters in Marl.
Thomas Senger und Tino Beyer (v.r.) von der Metro Logistics GmbH nutzen die Berufskraftfahrer-Tage des Jobcenters in Marl, um neue Mitarbeitende zu finden. Organisiert wurde die Veranstaltung von Rolf Lassak und Thorsten Lercher (v.l.) vom Vermittlungsservice des Jobcenters in Marl.

Seit drei Jahren organisiert der Vermittlungsservice Marl des Jobcenters Kreis Recklinghausen die Berufskraftfahrertage, um Kundinnen und Kunden des Jobcenters eine neue Berufsperspektive zu eröffnen. Gleichzeitig unterstützt das Jobcenter mit der zentralen und kompakten Veranstaltung die Arbeitgeber bei der Suche nach dringend benötigtem Personal.

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Ein Gewinn für beide Seiten. Denn in der Logistikbranche fehlen aktuell nahezu 45.000 Fachkräfte. Laut dem Verband der Berufskraftfahrer steigt diese Zahl bis 2022 auf 150.000. Wer sich in diesem Arbeitsfeld qualifiziert, hat also sehr gute Aussichten auf eine dauerhafte Anstellung.

Interessierte Kundinnen und Kunden des Jobcenters erhielten am 29. und 30. Oktober alle nötigen Informationen rund um die Arbeitsfelder „Berufskraftfahrer/in“ und „Busfahrer/in“. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden entscheiden, ob sie die sechsmonatige Qualifizierung mit IHK-Abschluss absolvieren möchten.

Für Arbeitsuchende mit Migrations- oder Fluchthintergrund hat das Jobcenter eine eigene, zwölfmonatige Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die auch einen berufsspezifischen Sprachunterricht beinhaltet. Bei einem Job-Speed-Dating führte der Vermittlungsservice potenzielle Arbeitgeber mit angehenden Berufskraftfahrer/innen zusammen.

Hier konnten die Bewerberinnen und Bewerber, die bereits die Qualifizierung absolvieren, verschiedene Unternehmen aus der Logistikbranche kennenlernen. 72 Teilnehmende aus dem Kreis Recklinghausen nutzten die Möglichkeit, sich den Personalverantwortlichen der Firmen in intensiven, 15-minütigen Gesprächen persönlich vorzustellen.

Thorsten Lercher und Rolf Lassak vom Vermittlungsservice in Marl wollen mit dem Speed-Dating den Weg ebnen für neue Arbeitsverhältnisse. „Wir können den Stein ins Rollen bringen und die Kontakte herstellen. Den Rest müssen Bewerber und Arbeitgeber dann aber natürlich selbst miteinander ausmachen. Es wurden zahlreiche gute Gespräche geführt und weitere Vereinbarungen getroffen“ erklärt Thorsten Lercher.

Thomas Senger, Abteilungsleiter Fuhrpark bei der Metro Logistics, hofft, bei der Veranstaltung Bewerber zu treffen, die für eine Anstellung in Frage kommen: „Wir sind mit 73 Mitarbeitenden hier am Standort gut aufgestellt, möchten aber frühzeitig auf mögliche Fluktuationen vorbereitet sein. Zumal wir großen Wert auf Qualität legen. Mit der Veranstaltung des Jobcenters wird etwas wirklich Sinnvolles unternommen – gegen den Fachkräftemangel und für die Menschen der Region.“

Unter den anwesenden Arbeitgebern waren die Metro Logistics GmbH, die Spedition Giesker & Laakman GmbH & Co. KG, BURGMER Lager- und Transportservice GmbH, der Vestische Reisedienst – VR tours sowie die Bolz-Entsorgung GmbH. Für alle ist der Mangel an Fahrern inzwischen spürbar. Und die Branche kämpfe leider immer noch mit einem schlechten Image, „ungerechtfertigter Weise“, wie Simone Heimken von Giesker & Laakmann erklärt. Die Unterstützung durch das Jobcenter mit den ausführlichen Informationsveranstaltungen zum Berufsbild und zu den Qualifizierungsangeboten seien für sie als Arbeitgeber daher sehr wichtig.

Vielzählige Kontakte wurden bei der Veranstaltung in diesem Jahr geknüpft und weitere Gespräche oder Praktika vereinbart. Der bisherige Erfolg bestätigt das Konzept des Jobcenters: Rund 95% der bisher neu qualifizierten Bus- und Berufskraftfahrer/innen sind inzwischen nicht mehr im Leistungsbezug. Ein Arbeitsplatz nach der erfolgreichen Qualifizierung ist, so Thorsten Lercher, „so gut wie sicher“.

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