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Giftige Schönheiten in unseren Gärten

Veröffentlicht am

von Martina Jansen

Nur anschauen, nicht anfassen! Giftige Schönheiten

Giftige Schönheiten gibt es überall in der Natur: Bei den Tieren, den Pflanzen und selbst bei den Menschen soll es sie geben.

Die Natur hat sich bei Flora und Fauna etwas dabei gedacht, sie farbenprächtig und damit auffallend auszustatten. Tiere und Pflanzen warnen damit potenzielle Fressfeinde: „Friss mich nicht, das könntest du bereuen. Und fass mich am besten auch gar nicht an.“

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Was die Tierwelt instinktiv richtig macht, müssen wir erst lernen: Nichts in den Mund zu stecken, was wir nicht kennen. Daher neigen gerade kleine Kinder dazu, ihre Umwelt gerade mit diesem zu erkunden. Manchmal mit fatalen Folgen. Vergiftungsfälle mit Kindern stehen laut Jahresbericht des Giftinformationszentrums Mainz aus dem Jahre 2011 mit fast 20 Prozent im eigenen Garten auf Rang zwei nach Vergiftungen in der Küche.

Nicht nur exotische Pflanzen sind giftig. So ist beispielsweise der Verzehr von heimischen Gartenbohnen im rohen Zustand zwar nicht tödlich, endet aber in Erbrechen und Krämpfen. Auch Kartoffeln und Tomaten enthalten Gifte. Kartoffeln sollten daher nicht roh verzehrt und das Grüne Tomaten bei Tomaten herausgeschnitten werden.

Verdauungsbeschwerden oder Hautreizungen

Verdauungsbeschwerden oder Hautreizungen wie sie beispielsweise beim Verzehr von Pflanzenteilen der Christrose, dem Hahnenfuß, bei der Hyazinthe oder den beliebten Osterglocken auftreten, sind vergleichsweise harmlos im Gegensatz zu Kreislaufzusammenbrüchen oder Herzproblemen, die die stark giftigen Früchte und Blüten einiger Beet- und Kübelpflanzen oder Gehölze verursachen können.

Eine Liste mit mehr oder weniger starken Giftpflanzen zu erstellen, würde den Rahmen sprengen. Daher sei hier nur eine kleine Auswahl beliebter, aber giftiger Gartengewächse genannt.

Hochgiftiger Fingerhut

Ganz oben auf der Liste der giftigsten beziehungsweise tödlichen Pflanzen Europas steht der Eisenhut, gefolgt von seinem Bruder dem Fingerhut. So schön beide Pflanzen auch aussehen mögen, sollten sie auf alle Fälle aus dem Garten entfernt werden. Bereits kleine Mengen sind für den Menschen tödlich. Ein Gegengift gibt es nicht.

Der Fingergut – Quelle: Pixabay

Auch die beliebte Engelstrompete mit ihrem herrlichen Duft und den großen Blüten stellt eine Gefahr auf der Terrasse dar. Alle Teile dieser Pflanze sind giftig, das Verzehren einer kleinen Menge Samen endet leider ebenfalls oft tödlich.

Die Engelstrompete – Quelle: Pixabay

Die Herbstzeitlose, Giftpflanze des Jahres 2010, die dem Krokus ähnlichsieht, ist ein ebenfalls todbringendes Gewächs. Ihre Blätter sehen denen des essbaren Bärlauchs ähnlich, auch die Blätter des ebenfalls in allen Teilen giftigen Maiglöckchens werden oft mit Bärlauch Blättern verwechselt.

Sichere Seite

Da alle drei Pflanzen unter ähnlichen Bedingungen an Sonne und Bodenbeschaffenheit wachsen, ist hier das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Knoblauchgeruch des Bärlauchs. Am besten wäre es natürlich keine Wildbestände zu pflücken, sondern den Bärlauch im eigenen Garten anzupflanzen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Herbstzeitlose – Quelle: Pixabay

Der Rizinus, auch Wunderbaum genannt, ist eines der imposantesten, aber auch eines der tödlichsten Gewächse in unseren heimischen Gärten. Leider verführen die auffälligen Blütenstände der einjährigen Pflanze Kinder nicht nur dazu, die Samen in den Mund zu nehmen, sie schmecken zudem auch nicht unangenehm, sodass sie nicht sofort ausgespuckt werden.

Der Rizinus – Quelle: Pixabay

Heckenpflanzen

Auch die zahlreichen Heckenpflanzen bergen große Gefahren. Eibennadeln und -samen sind ebenso giftig wie der Verzehr von Buchsbaum- oder Lebensbaumblättern oder das Verschlucken der Früchte von Kirschlorbeer, Ilex oder Liguster. Ebenso so stark giftig wie schön sind auch Rhododendren und Oleander, die häufig bei uns anzutreffen sind.

Das Heimtückische an vielen Pflanzen ist der verspätete Eintritt von Atemlähmungen und Kreislaufstillständen, sodass tödliche Folgen oft nicht mehr verhindert werden kann. Sollten Sie oder Ihre Familienmitglieder trotz aller Vorsicht mit giftigen Pflanzen in Berührung gekommen sein oder sogar Samen, Beeren oder Blätter verzehrt haben, sollten Sie zunächst nicht panisch werden.

Ruhe bewahren ist jetzt besonders wichtig.

Bei geringen Symptomen oder wenn Sie sich unsicher sind, wenden Sie sich an die Giftnotzentrale in Bonn unter der Nummer 0228 19240, bei Hautrötungen beispielsweise an Ihren Dermatologen, bei lebensbedrohlichen Zuständen wie Atemnot oder Kreislaufproblemen rufen Sie jedoch umgehend den Notruf unter der Nummer 112.

Geben Sie der betreffenden Person viel Wasser oder Tee zu trinken, auf keinen Fall Milch, denn sie fördert möglicherweise die Aufnahme der Giftstoffe ins Blut. Bringen Sie sie nicht zum Erbrechen, sonst passiert das Gift abermals die Speiseröhre. Wenn Sie wissen, welches Pflanzenteil zu den Vergiftungserscheinungen geführt hat, sammeln Sie es am besten in einer Tüte und geben es dem Notarzt mit.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt die kostenlose App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ zur Verfügung. Sie informiert über Vergiftungsrisiken, Erste-Hilfe-Maßnahmen und verbindet Sie schnell mit dem zuständigen Giftnotrufzentrum.

Vorsicht bei Kinder

Sollten Sie nicht auf die wunderschönen Gewächse verzichten wollen, dann ist bei Kinderbesuch natürlich besondere Vorsicht geboten. Manchmal reicht es aber auch schon aus, die gesundheitsschädigenden Kübelpflanzen etwas höher oder außer Sichtweite zu stellen. Mit ein wenig Umsicht kommen Sie und Ihren Liebsten sicher gut durch die Gartenzeit.

Das Dorsten-online-Team wünscht Ihnen eine unbeschwerte Frühlings- und Sommerzeit.

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