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Für mehr Akzeptanz des Stillens im öffentlichen Raum

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Weltstillwoche 2020 für mehr Akzeptanz des Stillens im öffentlichen Raum gestartet

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ruft das Netzwerk Gesund ins Leben mit dem Hashtag #stillenwillkommen dazu auf, sich für selbstverständliches Stillen an öffentlichen Orten stark zu machen.

Bonn (pd). Wenn ein Baby Hunger hat, hat es Hunger– egal ob zu Hause, im Café, im Einkaufszentrum, im Bus oder beim Spaziergang. Doch viele junge Mütter fühlen sich beim Füttern ihrer Säuglinge in der Öffentlichkeit unwohl.

Für das zielgruppengerechte Design einer Kommunikationsoffensive
zum Stillen in der Öffentlichkeit hat das Netzwerk Gesund ins Leben
im Frühjahr 2020 in Leipzig und Köln Fokusgruppen-Erhebungen
sowie Einzelinterviews durchgeführt. Hierzu wurden formal niedrig
gebildete sowie formal höher gebildete junge Frauen mit unterschiedlicher Stilldauer befragt.
Die befragten Mütter wünschen sich allgemein, dass ihre Entscheidung, wie sie ihr Kind ernähren wollen, wertgeschätzt und als eine private Entscheidung akzeptiert wird.

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Jede Entscheidung zählt

Für eine Kommunikationsoffensive heißt das: Sie muss sensibel und nicht dirigistisch vorgehen. Jede Entscheidung zählt und Nicht-Stillen muss genau genauso eine Option sein wie Stillen!

Stillen im öffentlichen Raum ist vor allem für die befragten Mütter mit geringer Bildung und kurzer Stilldauer eine aus ihrer Sicht absolute Notlösung. Positive Stillerfahrungen in der Öffentlichkeit hat keine dieser befragten Frauen gemacht. Außerdem haben sie kaum Vorbilder in Sachen Stillen, mit denen sie sich identifizieren können. Und das weder im Familien- oder Freundeskreis noch in den Medien. Erinnerungen an stillende Frauen im öffentlichen Raum waren ebenfalls nicht vorhanden.

Keine Selbstverständlichkeit

Aber auch für fast alle anderen Befragten ist es keine Selbstverständlichkeit, sich beim Stillen öffentlich zu zeigen. Häufig ist dies verbunden mit der Befürchtung, beim Stillen einen Teil der Brust zu entblößen. Auch eher hoch gebildete Frauen suchen sich lieber einen diskreten Ort.

Diese Einstellung scheint also nicht an das formale Bildungsniveau oder die Stilldauer gebunden zu sein. Eher steht es mit Werthaltungen, Selbstbewusstsein und Körperbewusstsein im Zusammenhang.

Studie des Bundesinstituts

Hinweise auf die Problematik des öffentlichen Stillens für junge Mütter hatte schon 2017 eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung gegeben. In einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe fanden damals 66 Prozent der Befragten grundsätzlich, dass Stillen immer und überall möglich sein sollte, während in der Stichprobe derer, die in Zukunft eventuell selber stillen wollten, 80 Prozent diese Haltung hatten. Andererseits finden zwölf Prozent aller Befragten das Stillen in der Öffentlichkeit nicht akzeptabel.

Stillen in der Öffentlichkeit braucht Unterstützung

Insbesondere das Stillen in Restaurants und Cafés – Orte, die stillende Mütter vergleichsweise häufig besuchen – wird deutlich weniger gern gesehen.

Mehr als 50 Prozent der Befragten lehnten das Stillen an diesen Orten ab, trotzdem stillen relativ viele Frauen dort. In Geschäften wird das Stillen sogar von mehr als zwei Dritteln abgelehnt, dort vermeiden Mütter es allerdings laut Befragung in der Regel auch.

Stillen in der Öffentlichkeit braucht unser aller Unterstützung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ruft das Netzwerk Gesund ins Leben mit dem Hashtag #stillenwillkommen dazu auf, sich für selbstverständliches Stillen an öffentlichen Orten stark zu machen.

Auf dem Weg hin zu einem stillfreundlicheren Deutschland bildet die Weltstillwoche 2020 den Auftakt für die langfristige Kommunikationsoffensive „Stillen Willkommen“.

Am 28. September 2020 sind mehrere Aktionen zum Thema „Stillen Willkommen“ gestartet.

Postkarten und Poster mit dem Hashtag #stillenwillkommen wollen dazu beitragen, Deutschland stillfreundlicher zu machen. Sie sollen das Verständnis für junge Mütter und die Bedürfnisse ihrer Babys vergrößern und ihnen möglichst konkrete Unterstützung, z. B. mit stillfreundlichen Orten bieten.

Begleitet wird die Aktion auf Instagram durch den Kanal von @gesund.ins.leben.

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