Schon von weitem ist es sichtbar: Hervests markantes Wahrzeichen, der Förderturm auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold. Früher trafen sich hier die Bergleute nach ihrer Arbeit. Heute treffen sich heute die Dorstener an den Tischen der Fürsten. Diese stehen mittig zwischen den Restaurants auf dem umgewandelten Gelände. Daneben bieten die Lippeauen Naturliebhabern genug Möglichkeiten, die einheimische Fauna in Hervest zu beobachten.
Aber auch Freunde älterer Baukunst werden hier fündig: Der Turm der St.-Paulus-Kirche ist mit mehr als 850 Jahren das älteste Gebäude in Dorsten. Im Jahre 1188 wird „Hervorst“ mit der Pfarrkirche St. Paulus zum ersten Mal schriftlich erwähnt und gehörte bis ca. 1260 zur Hansegrafschaft Borken.

Der Hervester Bruch am Brauckweg (Bruchweg) war Gemeinschaftsgut, später teilte man die Ländereien auf die Bauern der Gemarkungen „Orthöve“, „Lune“, „Wenge“ (dem jetzigen Marienviertel) und den Dörflern auf. Vor Jahren wurden die Kuhweiden vom Land NRW und dem Bergbau angekauft. Sie erklärten das Feuchtgebiet, das durch Bergsenkungen entstanden ist, zum Naturschutzgebiet.
1843 wurde auf dem ehemaligen Gebiet der Herrlichkeit Lembeck das Amt Lembeck gegründet, zu dem neben Hervest auch die Gemeinden Lembeck und Wulfen gehörten. 1929 wurde das Amt Lembeck mit dem Amt Altschermbeck zum Amt Hervest-Dorsten zusammengelegt. Dorsten trat 1937 diesem Amt bei und der Amtssitz wurde ein Jahr später von Wulfen nach Hervest verlegt. 1943 wurde Hervest in die Stadt Dorsten eingemeindet, bis 1975 die Stadt Dorsten das Amt Hervest-Dorsten übernahm.
Foto aus dem Fundus?
Das CreativQuartier
Das alte Zechengelände ist als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum im Hervest zum Eye Catcher geworden. Neben kreativen Dorstenern haben sich zahlreiche verschiedene Gastronomiebetriebe angesiedelt. „Die Ruhrstadt-Stiftung als Eigentümer des Geländes legt viel Wert auf Individualität. Daher ist das Angebot mit Eis über Cocktails und Tapas hin zu Delikatessen vom Buffet auch breit gefächert“, berichtet Hans Schuster.

Foto: privat
Der Eventmanager ist seit 13 Jahren mit seiner Firma „Night Affairs & more“ selbstständig. Sechs Jahre davon ist er bereits auf dem alten Zechengelände anzutreffen. Gemeinsam mit seiner Verlobten und rechten Hand Julia baute er die Firma auf. In Spitzenzeiten kümmern sich 60 Mitarbeiter um den Aufbau und die Durchführung diverser Veranstaltungen rund ums Gelände. Sowie in den alten Gebäuden wie der ehemaligen Lohnhalle, der Kaue oder der Galerie der Traumfänger.
Angebot aus Hervest erfährt hohe Wertschätzung aus anderen Stadtteilen
„Das Gastro- und Kulturangebot, auch mit dem gegenüberliegenden Soziokulturellen Zentrum ‚Das Leo‘, geht Hand in Hand und erfährt eine hohe Wertschätzung auch aus anderen Stadtteilen oder Städten. Und dieser Wandel wurde ohne Steuergelder vollzogen“, freut sich der Eventmanager, der bedingt durch die Coronaschutzverordnungen in diesem Jahr kaum Veranstaltungen durchführen durfte.
Mit der Gastronomie und den Besuchern kamen auch die Firmen, die sich hier im intakten Umfeld des Förderturmes ansiedelten. Reichlich Parkplätze sind kostenlos vorhanden und auch die Infrastruktur sowie die Anbindung an den ÖPNV stimmen. Durch den Neubau der Fürst-Leopold-Allee und der Kreisverkehre ist das neue Zentrum nun auch für „Marienviertler“ schnell zu erreichen.

Foto: André Elschenbroich
„Wir haben noch Pläne für ein weiteres Restaurant, aber da sich der Denkmalschutz im Wandel befindet, stehen wir nun vor besonderen Herausforderungen“, so Hans Schuster, der auch kurz das neue Projekt der Stiftung erwähnt: ein Hotel über der „Factory“ mit 45 Zimmern.
Hans Schuster und sein Team sind für kommenden Veranstaltungen gut gerüstet. Freuen wir uns also darauf, im nächsten Jahr wieder zahlreiche Bekannte auf dem Weihnachtsmarkt, an den Food Trucks, inmitten besonderer Autos oder auf der Revival Party zu treffen.




























