Online-Kommentare zum Standort Tisa-Brunnen gehen teils weit auseinander
Fest steht nur eins: es soll auch in Zukunft einen Tisa-Brunnen in Dorsten geben. Aber an welchem Standort, aus welchem Material, als Replik, in neu zu schaffender Gestalt?
Bevor der Stadtrat endgültig eine Antwort auf all diese Fragen geben muss, gehen die Bürgerdiskussionen munter weiter. Allen voran in den Sozialen Medien spiegeln die zahlreichen Kommentare vor allem eines wider: Uneinigkeit.

Warum solche Sperenzien? Da fragt sich ein User zum Beispiel, warum die Verwaltung eigentlich „solche Sperenzien“ macht. Der Großteil der Dorstener sei dafür, „dass der Brunnen wieder da aufgebaut wird, wo er herkommt und wo er hingehört“. Und weiter: „Das Wort vom Bürger hat anscheinend kein Gewicht mehr, sonst wäre der Brunnen längst fertig.“
Zeiten ändern sich
Wesentlich emotionsloser beschreibt es ein anderer Kommentar: „Im Grunde war es ja ein relativ primitiv gemauerter Brunnen […] und kein künstlerisches Produkt.“ Außerdem sei der Brunnen „jahrelang auch ein großer Blumenkübel gewesen“.
Und weiter: „Zeiten ändern sich, die Nutzung von Innenstädten auch. Früher parkten Autos an der Stelle, wo später der Brunnen stand. Würde heute sicher auch niemand mehr befürworten. […] Fakt ist aber auch, dass, wenn es keine attraktiven Stadtfeste mehr gibt, die Besucher aus dem nahen Ruhrgebiet fern bleiben. Immerhin stärken die Tage, wie verkaufsoffener Sonntag, eingebunden mit einem Stadtfest, den Einzelhandel. Bummeln, Einkaufen, Musikhören, Schlemmen, Spaß und Unterhaltung haben usw. zieht halt Menschen an. Ein Brunnen, der nur schön vor sich hin plätschert, holt niemanden vom Sofa.“

Nicht dem Kommerz beugen
Ein weitere User meint: „Kultur (hier Dorstener Stadtgeschichte) sollte sich nicht dem Kommerz weniger beugen, der Tisa-Brunnen (als Replik) gehört dorthin, wo Dorstener ihn sehen wollen und wo er hingehört. Der Marktplatz ist groß genug, dass alle ihren Nutzen ziehen können.“
Als alternativen Standort für die Open-Air-Eisfläche schlägt dieser Kommentar den Platz am Recklinghäuser Tor vor. Damit „bliebe am Marktplatz noch genügend Raum für temporäre Ansiedlung eines gemütlichen Budendorfes, was mit der Eisfläche zusammen unmöglich wäre.“
Synthese aus allen Ansprüchen
Und auch Stadtsprecher Ludger Böhne beteiligt sich mit einem Kompromissvorschlag an der Diskussion: „Warum machen wir aus dem 3D- nicht einen 2D-Brunnen? Nachbildung der Draufsicht, also die waagerechten Reliefs in den Boden eingelassen, in der Mitte die blauen Kacheln und die sieben Wasserdüsen, ebenerdig, vielleicht sogar etwas tiefer gelegt mit einer begehbaren Glasplatte darüber und beleuchtet. Das könnte die Synthese aus allen Ansprüchen sein: Alter Standort, Tisas Brunnen, ein Wasserspiel, bei Stadtfesten trotzdem eine nutzbare Fläche. Handwerklich gut gemacht könnte das überzeugen.“




























