Zweitimpfungen sollen wie geplant stattfinden – Enttäuschung für alle, die eine Erstimpfung möchten. Es werden derzeit keine neuen Termine in den Impfzentren vergeben
Nur noch wenige Tage, dann fällt die Impfpriorisierung in Nordrhein-Westfalen. Ab Montag, 7. Juni, könnte jeder Bürger einen Impftermin vereinbaren, ohne dass ein Nachweis für eine Berechtigung benötigt wird. So zumindest die Therorie, aber es gibt keinen Impfstoff.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt: „Die Impfkontingente für die Erstimpfungen in den Impfzentren sind derzeit ausgeschöpft. Wir haben die Lagerbestände seit April nahezu vollständig aufgelöst. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keinen Puffer mehr“.
Impfstoff ist im Juni so knapp
In der Praxis hat das Land den Kommunen mitgeteilt, dass der Impfstoff im Juni so knapp ist, dass voraussichtlich keine Erstimpfungen möglich sind und somit auch keine neuen Termine in den Impfzentren vergeben werden können. Die Zweitimpfungen sollen wie geplant stattfinden.
„Mehr als unglücklich“ nennt Impfzentrumsleiter Patrick Hundt diese Situation. Die Enttäuschung und den Ärger der Bürgerinnen und Bürger werden er und sein Team beim Kreis Recklinghausen spüren sowie die Mitarbeiter an der Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung, die für die Terminvereinbarung zuständig ist. „Das letzte Mal, dass wir Erstimpftermine vergeben konnten, war Anfang Mai. Und das waren nicht so viele, dass alle zu diesem Zeitpunkt berechtigten Personen einen Termin hätten bekommen können. Die Wut ist bereits jetzt mit Blick auf die Öffnung für jedermann bei diesen Menschen groß. Und das kann ich auch gut nachvollziehen“, so Hundt weiter.
Keine Öffnung der kompletten Prioritätsgruppe drei
Versprochen wurde auch im Laufe des Mai eine Öffnung der kompletten Prioritätsgruppe drei – zum Beispiel Personen der kritischen Infrastruktur und Menschen über 60 Jahren waren beim entsprechenden Impf-Erlass des Landes Anfang Mai noch nicht für die Vereinbarung von Terminen im Impfzentrum vorgesehen. „Diese Bürginnen und Bürger hatten die berechtigte Hoffnung, zeitnah einen Termin zu bekommen, was jetzt nicht möglich ist.“
Wichtig sei ihm, noch einmal deutlich zu machen, dass der Terminmangel nicht an der Arbeit des Kreises oder des Impfzentrums liegt. „Wir wären gerne bereit, unser Impfzentrum wieder voll auszulasten und mobile Impfungen zu organisieren.“ Grundlage dafür bleibe aber immer die Lieferung von ausreichend Impfstoff durch das Land. „Sobald wir Impfstoff bekommen und wieder Termine vereinbart werden können, werden wir dies natürlich aktiv kommunizieren“, verspricht Patrick Hundt.




























