Im Kreis Recklinghausen leben heute 25 140 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit –
Jede(r) dritte (36,8 Prozent) der 487 470 in Nordrhein-Westfalen lebenden türkischen Staatsangehörigen lebte 2020 schon seit über 40 Jahren und mehr in Deutschland
Für viele der 1961 nach Deutschland gekommenen Arbeitskräfte aus der Türkei und anderen südeuropäischen Ländern, auch „Gastarbeiter“ genannt, ist heute die Fremde zur Heimat geworden.
Heute bilden Menschen mit türkischer Herkunft eine der größten ethnischen Minderheiten in Deutschland. Sie kamen vor 60 Jahren – am 30. Oktober 1961. Da wurde das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei geschlossen. Bis zum Ende der Anwerbung im Jahr 1973 ist die Türkei zum wichtigsten Anwerbeland geworden.
Nur zwei Gemeinsamkeiten
Erst nach dem Abkommen mit Italien, Spanien und Griechenland konnten sich 1961 nun auch türkische Arbeiter für eine Stelle in Deutschland bewerben. Es kamen Handwerker wie Schreiner und Maschinenschlosser, Bauern und Bauarbeiter, aber auch ungelernte und ausgebildete Männer und Frauen.
Die Menschen hatten damals nur zwei Dinge gemeinsam: Sie besaßen einen Arbeitsvertrag für Deutschland – und sie waren türkische Staatsbürger. Ansonsten einten sie mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten: Es waren Kurden, Tscherkessen, Lasen, Griechen, Armenier, Christen, Juden, Sunniten, Aleviten, Kommunisten, Junge und Alte.

60 Jahre Anwerbeabkommen
Aus diesem Anlass veröffentlicht Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt eine Themenstrecke zur türkischen Bevölkerung in NRW.
Laut Statistischem Landesamt leben heute mehr als ein Drittel (36,8 Prozent) der 487 470 in Nordrhein-Westfalen türkischen Staatsangehörigen (Stand: 31.12.2020) bereits 40 oder mehr Jahre in Deutschland. Weitere 19,2 Prozent waren zwischen 30 und 40 Jahren und 25,1 Prozent zwischen 20 und 30 Jahren in Deutschland. 4,9 Prozent der türkischen Staatsangehörigen waren seit weniger als vier Jahren in Deutschland.
Bei allen in NRW lebenden Ausländer(inne)n zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Mehr als die Hälfte von ihnen lebte seit weniger als zehn Jahren und etwa jede(r) siebte seit mehr als 40 Jahren in Deutschland.
Während heute der größte Anteil von Türken und Türkinnen in Städten leben, ist der Anteil in ländlichen Kreisen eher seltener: In den Kreisen Höxter (1 135 Personen), Coesfeld (1 155 Personen) und Euskirchen (1 315 Personen) war die Zahl türkischer Einwohner landesweit am niedrigsten. (IT.NRW)




























