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Rückblick auf das erste halbe Jahr

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Stefan Eulering und Nicola Michels, zwei Schulleiter, die sich in ihren Aufgaben bestens ergänzen. Foto: Christian Sklenak

„Wir hätten gar keine bessere neue Leiterin bekommen können“, freut sich Stefan Eulering, der stellvertretende Schulleiter des Berufskollegs. „Nicola Michels führt die Demokratieförderung Paul Spiegels, dem ehemaligen Präsidenten im Zentralrat der Juden und Namensgeber unserer Schule, hier bei uns glücklicherweise fort.“

Nicola Michels, ist die neue Schulleiterin des Paul-Spiegel-Berufskollegs

Der Zeitpunkt, an dem Nicola Michels ihre neue Stelle antrat, war nicht der beste. Auch im zweiten Jahr ist das Coronavirus noch dominant und machte ihren Start nicht einfacher. Von daher wurde die neue Schulleiterin von ihren über hundert Kollegen herzlich, nicht nur mit guten Wünschen, sondern auch mit motivierenden Mutmachsprüchen begrüßt.

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„Toleranz und Transparenz sind mir sehr wichtig“, betonte die 45-Jährige in ihrer Antrittsrede Anfang August. Werte, die nicht nur von ihr gelebt werden. „Wir sind ein starkes Team mit einem sehr guten Zusammenhalt, sowohl in der erweiterten Leitung als auch in der gesamten Belegschaft“, stellt sie fest. So ergänzt sich die Waltroperin perfekt mit ihrem Kollegen Stefan Eulering, der für Zahlen und kaufmännische Tabellen zuständig ist, während sie selbst aufgrund ihres Studienganges für sozialpädagogische Themen sowie den Sport verantwortlich ist.

Die Corona-Kontrollen widersprechen dem pädagogischen Lehrauftrag

„Wir möchten, dass sich Schülerinnen und Schüler hier wohlfühlen und ihnen ein gutes Lebensgefühl für diese Lebensphase geben“, ist das Ziel Nicola Michels. „Das ist jedoch in der Pandemiezeit nicht ganz so einfach. Das Testen unter Aufsicht und die Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Impfgegnern und Maskenverweigerern bedeutet füruns eine Menge Mehraufwand, auch emotional“. Darüber hinaus haben die Lehrkräfte auch nicht das Recht dazu, die Schülerinnen und Schüler diesbezüglich zu beeinflussen. „Leider widersprechen die Kontrollen unserem pädagogischen Lehrauftrag und machen die vertrauensvolle Arbeit kaputt“, bedauert Stefan Eulering und seine Kollegin ergänzt: „Wir würden uns wünschen, mehr Freiheiten zu haben, um zur Normalität in den einzelnen Klassen je nach Impfquote und Einstellungen zurückkehren zu können. Diese Möglichkeiten würden vieles erleichtern und auch das Impfen und Maskentragen positiv belohnen. Die Schülerinnen und Schüler sind zum aller größten Teil sehr diszipliniert und verantwortungsbewusst, aber wer absolut keine Maske tragen möchte, der kann unsere Schule leider für diesen Tag nicht betreten, auch wenn es uns leidtut.“

Verständnis für die Probleme der Schüler und Lehrer

Nicola Michels ist selbst Mutter dreier halbwüchsiger Kinder und ist dadurch nicht nur Lehrkraft, sondern auch Privatperson, die wie ihre Kolleginnen und Kollegen ebenfalls die Probleme kennt, die Schulschließungen oder Quarantäne mit sich bringen. „Ich kann mich in die Situation anderer Eltern hineinversetzen, wenn ein Kind in Quarantäne oder man selbst im Home-Office ist und ein kleines Kind umherspringt. Ich habe daher viel Verständnis und suche gemeinsam mit den Betroffenen nach kreativen Lösungen“, erzählt sie.

Claudia Michels ist seit August die neue Schulleiterin am Paul-Spiegel-Berufskolleg. Foto: Christian Sklenak

„Die Lehrerwelt ist klein“, sind sich die beiden Schulleiter einig. „Dennoch wird durch Nicola, die aus einem anderen Kreis der Schulleiter kommt, der Beraterkreis des Kreises Recklinghausen erfreulicherweise auch immer größer“, freut sich Stefan Eulering. Und wie heißt es so schön? Neue Besen kehren gut. Von daher gibt es natürlich auch Nachfragen seitens der neuen Schulleiterin. „Ich bin nun 20 Jahre vor Ort und kenne die Abläufe rund um die Schule. Und jetzt kommt jemand, der zum Glück einiges infrage stellt und uns zum Nach-und Umdenken anregt“, gibt der stellvertretende Schulleiter zu. „Mit ‚das war schon immer so‘, gibt sich Nicola nicht zufrieden, wir aber auch nicht. Und so hinterfragen wir bestehende Routinen, das bringt frischen Wind in unsere Schule“, fährt er fort.

Jedes Berufskolleg setzt eigene Schwerpunkte

„Es erstaunt mich immer wieder, wie viele ehemalige Schüler mittlerweile selbst als Lehrkraft hier unterrichten. Das zeigt uns, dass sie gerne wieder zurückkommen. Wir machen daher scheinbar vieles richtig“, freut sich Lars Hartmann. Er lehrt ebenfalls am Paul-Spiegel-Berufskolleg und ist Mitglied der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit des Vestischen Berufskolleg Verbundes. „Jede Schule setzt hierbei ihre Schwerpunkte. Die kaufmännische Ausbildung Sport und Fitness wird beispielsweise ausschließlich in Dorsten angeboten“, erklärt er. „Generell ist die Nachfrage zur Erzieherausbildung groß und beugt so dem Fachkräftemangel vor. Vor allem, wenn ab Sommer 2022 noch die praxisintegrierte Kinderpflegeausbildung bei uns dazukommt.“

Aufgestellt für die Zukunft

Nicht nur aus diesem Grund sieht Nicola Michels positiv in die schulische Zukunft des Berufskollegs. „Distanzunterricht bedeutet Mehrarbeit und muss auch erst einmal erlernt werden, denn er unterscheidet sich erheblich vom Präsenzunterricht, der von persönlichen Kontakten, Ideen und Interaktionen lebt. Wir sind aber jetzt durch Ausleih-PCs und Fortbildungen bei einem eventuellen weiteren Lockdown besser aufgestellt. Nun müssen wir überlegen, wie wir den neuen Schwung an der Digitalisierung, der nun entstanden ist, fortsetzen.“

Und wenn eines Tages wieder Normalität in unsere Leben eingezogen ist, dann hat Nicola Michels sicher auch wieder Zeit zu joggen, Ski zu fahren, zu campen oder ihre Trainertätigkeiten im Rollkunstlauf aufzunehmen.

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