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Traumberuf: Berufsjäger

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Foto: Christian Sklenak

Herman Wolff ist ein viel beschäftigter Mann. So nimmt er neben seinem Beruf als Jäger und Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger einige ehrenamtliche Aufgaben in der Region wahr.

Er ist Leiter des Hegerings Herrlichkeit Lembeck und Dorsten, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hubertus Recklinghausen sowie Kreisjagdberater. Im Auftrag des Landesamtes für Umwelt-und Naturschutz (LANUV) ist er Wolfs-und zudem noch Marderbeauftragter für die Stadt Dorsten. Drei Jahre dauerte seine Ausbildung zum Berufsjäger, die er vor 40 Jahren begann. Sein erstes Lehrjahr verbrachte er im Jagdbetrieb der August Thyssen AG am Niederrhein, die beiden weiteren Jahre absolvierte der angehende Berufsjäger im Lehrrevier der Jagdzeitschrift „Wild und Hund“, einem der etwa 70 Ausbildungsreviere in Deutschland.

Ein Berufsjäger ist insbesondere auch ein Naturschützer

Daher zählen zu den Inhalten des staatlich anerkannten Ausbildungsberufes unter anderem: die nachhaltige Bewirtschaftung von Wildbeständen, der Tier-und Artenschutz, Gestaltung von Lebensräumen und das Führen von Jagdhunden. Aber auch die Verhütung von Wildschäden sowie das Erlegen und Vermarkten des Wildes gehören zum Ausbildungprogramm. Allerdings spielen Jagen und Erlegen des Wildes entgegen der allgemeinen Vorstellung eine untergeordnete Rolle im Berufsbild der Revierjägerin und des Revierjägers. „Nach meiner Prüfung zum Revierjäger betreute ich drei Jahre lange Reviere in der Pfalz, bis mein Ausbildungsverlag wieder auf mich zukam und ich ihn daraufhin gerne 20 Jahre lang fachlich unterstütze“, erzählt der Feldmärker.

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Der Jahresablauf gibt die Arbeiten vor

Aber zurück in die Gegenwart: Wir stehen hier im Barloer Busch, dem Lehrrevier des Hegerings, an einem umzäunten Gelände am Waldrand, auf dem die Jägerschaft einheimische Heckengehölze anpflanzte. „In sechs oder sieben Jahren kann der Zaun entfernt werden, dann droht den Büschen kein Wildverbiss mehr und sie bieten vielen Wildtieren Deckung, Schutz und Äsungsmöglichkeiten. Der Jahresablauf gibt uns dabei die Arbeiten vor“, erklärt mir der Jäger weiter, „sei es, dass wir z.B. im Frühjahr Wildwiesen mit diversen Blühpflanzen anlegen, die vom Wild bevorzugt geäst werden und Hochsitze auf Sicherheit kontrollieren oder auch ganz banal ihre Zuwege von Blättern freifegen, um geräuschlos zur Jagdkanzel zu gelangen.“

Regelmäßig kontrolliert der Revierjagdmeister die Pflanzfläche Foto: Christian Sklenak

Der Wildbestand im Barloer Busch

Der Alltag eines Berufsjägers ist alles andere als familienfreundlich. Morgens, wenn es hell wird, geht er los, um nach „seinem“ Wild zu sehen. Und dies bei Wind und Wetter, so wie heute. „Abgehärtet sollte er auch sein“, schießt mir in den Kopf, denn so langsam werden meine Finger kalt, meine Nase läuft und meine Füße spüre ich kaum noch. Aber meinem Gesprächspartner geht es auch nicht viel anders. Geteiltes Leid ist halbes Leid, und so ignorieren wir unsere Wehwehchen und unterhalten uns unbeirrt weiter.

Wir kommen aufs Wildern zu sprechen. Ich bin überrascht, dass das Einsammeln abgeworfener Geweihteile oder das Mitnehmen eines Hasen, den man gerade angefahren hat, bereits Wilderei bedeutet. „Das ist alles im Jagdrecht bis ins Kleinste geregelt“, erklärt mir der Wildmeister. „Hier im Barloer Busch unterliegen Rehwild, Füchse, Hasen, Fasane, Enten und Gänse dem Jagdrecht. Auch die Rabenvögel, die seit einigen Jahren große Schäden auf den Maisschlägen der Landwirte verursachen, fallen darunter. Vermehrt sind hier auch Nutria und Bisam festzustellen, die aufgrund des Hochwasserschutzes geschossen werden müssen.“

Momentan hat Herman Wolff den Wildnachwuchs im Blick

Besonders wichtig ist es Hermann Wolff, die Spaziergänger vor allem mit Hunden darüber aufzuklären, dass ab 1. März die Setz-und Brutzeit begonnen hat. In diesem Zeitraum kommt der Nachwuchs der Wildtiere zur Welt. Sie sollten daher nicht in ihrem natürlichen Lebensraum gestört werden. Elterntiere verlassen im schlimmsten Fall ihr Junges oder ihr Gelege, der Nachwuchs hat somit keine Chance zu überleben. „Bitte leinen Sie daher ihre Hunde im Wald an, falls sie nicht bei Fuß bleiben, damit sie nicht das Wild aufscheuchen, verletzten oder sogar töten. Und nehmen Sie auch bitte niemals ein vermeintlich alleingelassenes Rehkitz mit nach Hause, wie es bereits von gut meinenden Spaziergängern gemacht wurde.“ Hermann Wolff erwähnt aber auch noch, dass auch im Winter Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern nicht die Wege verlassen sollten. Sie schrecken die Wildtiere auf, die dadurch unnötig Energie in der kalten Jahreszeit, wenn das Fressen knapp wird, verbrauchen. „Die meisten Spaziergänger sind aber wirklich verständnisvoll“, betont der 60-jährige Dorstener ausdrücklich.

Beeke ist Hermann Wolffs treue Begleiterin. Foto: Christian Sklenak

Beeke

Beeke, Herman Wolffs ausgebildete Jagdhündin, kennt jedoch auch abseits der Wege den Wald genau. Sobald sie eine spezielle Leine umgelegt bekommt, ist es für sie an der Zeit, eine Fährte zu verfolgen. Gerade in der letzten Zeit gab es vermehrt Wildunfälle und die angefahrenen Tiere mussten natürlich nachgesucht und von ihren Leiden erlöst werden. „Öffentlichkeitsarbeit hat für alle Aktivitäten in der Natur einen besonderen Stellenwert erhalten“, betont der empathische Waidmann noch zum Schluss. Und so weist er darauf hin, dass er als Ansprechpartner für Jung und Alt gerne Fragen rund um die Natur und Jagd beantwortet und bei Bedarf Führungen für Waldbesucher durchführt. Wieder zu Hause überlege ich, welchen Titel ein Meister im Jagdgewerbe wohl trägt. Meisterjäger? Jägermeister? Da es niemand besser weiß als Hermann Wolff, rufe ich ihn direkt an und erfahre: Er ist Revierjagdmeister.

Bitte informieren Sie eine Polizeidienststelle oder im Bereich des Barloer Busches und der angrenzenden Marler Straße direkt Hermann Wolff unter 0170 6340126, wenn Sie tote Tiere im Wald finden oder bemerken, dass dort (durch Hunde) gewildert wird. Auch im Falle eines Autounfalls mit Wildschaden ist der Jäger der richtige Ansprechpartner.

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