In vielen Teilen von NRW fehlen Grundschullehrer. Eine Versetzung von Gymnasiallehrern an Grundschulen soll diesen Lehrkräftemangel jetzt beheben. Ein Deal, der durchaus umstritten ist.
Viele Schulen in NRW haben einen enormen Lehrermangel zu beklagen. Dieser Mangel betrifft dabei sowohl Grund-, als auch weiterführende Schulen. Das Land NRW hat jetzt drastische Maßnahmen erlassen, um dem Lehrermangel hier bei uns entgegenzuwirken. Nach Angaben des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen sind derzeit rund 4400 Lehrstellen nicht besetzt. Gerade an den Grundschulen im Land fehlen die Lehrkräfte an allen Ecken und Enden.
Das Vorhaben der Landesregierung, um den Lehrermangel zu beheben: Für die Dauer eines Schuljahres sollen Lehrkräfte von Gymnasien an Grundschulen versetzt werden, um dort die Lücken zu füllen. Knapp 3300 Lehrkräfte wären davon betroffen.
Lehrermangel auch an Dorstener Gymnasien?
Das St. Ursula Gymnasium in Dorsten ist als private Ersatzschule in alleiniger Personalverantwortung für alle Beschäftigten. „Wir können und dürfen selbst unsere Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Das Land hat keinen Zugriff auf unser Personal und kann somit von uns keine Kolleginnen und Kollegen an andere Schulen oder Schulformen (z. B. Grundschule) abordnen“, so die Schulleiterin des St. Ursula Gymnasiums, Elisabeth Schulte Huxel. „Unser Personal bleibt uns sicher. Somit stellt sich diese Frage der Abordnungen für uns nicht.“
Freiwillige schrittweise Abordnen
Die Bezirksregierungen haben sich in den vergangenen Wochen auf die Suche nach Freiwilligen gemacht, die sich für einen vorgesehenen Zeitraum von einem Jahr an eine andere Schule versetzen lassen wollen. Sollten sich in diesem Zuge nicht ausreichend Freiwillige gemeldet haben, dann erfolgen diese Abordnungen gegebenenfalls auch gegen den Willen der Lehrkräfte. Wie viele der knapp 3300 Verschiebungen freiwillig erfolgen, ist unbekannt.
Die Abordnung stößt auch bei hier in Dorsten auf wenig Begeisterung. „Die Abordnung von Kolleginnen und Kollegen an andere Schulformen halte ich grundsätzlich für höchst problematisch“, kritisiert die Elisabeth Schulte Huxel das Vorhaben der Landesregierung. „Ein Gymnasiallehrer ist einfach nicht für die Schulform Grundschule ausgebildet. Die Grundschule stellt die Lehrkräfte ja vor ganz andere Herausforderungen“, gibt sie zu bedenken. „Ich sage einfach mal: Wir haben das Lehramt für die Grundschule nicht gelernt – wie sollten wir das dann können? Ganz im Gegenteil finde ich die Annahme, dass eine Gymnasiallehrkraft die Aufgaben von Grundschullehrkräften übernehmen kann, vermessen und gänzlich falsch.“
Es bleibt wohl auch erst einmal dabei, dass das St. Ursula Gymnasium ausreichend Lehrkräfte zur Verfügung hat. Derzeit sind nach Angeben der Schule alle Stellen besetzt und es kann nicht von Lehrermangel gesprochen werden. Weiterhin sind an dem Gymnasium keine beruflichen Quereinsteiger beschäftigt. „Alle unsere Kolleginnen und Kollegen haben ein grundständiges Lehramtsstudium absolviert und 2 Staatsexamina abgelegt.“ Diese seinen nach wie vor Voraussetzung für eine Beschäftigung an der Schule. „Ich persönlich meine, das ist ein wichtiger Punkt hinsichtlich der Qualitätssicherung an unserem Gymnasium“, so Schulte Huxel.

Eine langfristige Lösung für alle Lehrkräfte
Langfristig soll das Problem des Lehrkräftemangels durch die Angleichungen der Gehälter in allen Schulformen stattfinden. Die schwarz-grüne Landesregierung hatte bei Amtsantritt in ihrem Koalitionsvertrag einen verbindlichen Stufenplan versprochen, mit dem die Eingangsbesoldung einheitlich auf A13 angehoben werden soll. In einer ersten Stufe sollen dafür laut Koalitionsvertrag im Nachtragshaushalt noch für dieses Jahr Mittel bereitgestellt werden.




























