Ein leckeres Eis an einem heißen Sommertag lädt zum Dahinschmelzen ein. Von Schokolade über Vanille bis zu Schlumpf, Dorstens beliebtester Eisverkäufer Franco Mulé hatte sie alle. 30 Jahre lang hat er für die Dorstener den Sommer besonders lecker gemacht und kann jetzt mit einem guten Gefühl in den Ruhestand gehen.
Sommer, Sonne und Eis gehören einfach zusammen. Wer in den letzten 30 Jahren in Dorsten Lust auf Eis bekam, ging zu Franco Mulé. Er machte für groß und kein jahrelang den Sommer, mit leckerem selbst gemachtem Eis perfekt. Jetzt, nach so langer Zeit, lässt Franco seinen Eiswagen stehen und geht in den wohlverdienten Ruhestand.
„Der beste Nebenjob, den es gibt!“
Angefangen hatte vor 30 Jahren alles mit einem Nebenjob. Als Franco 1980 nach Dorsten kam, arbeitete der gebürtige Sizilianer zuerst auf der Zeche Fürst Leopold. Als junger Vater musste der heute 69-jährige seine Familie ernähren können. Das war bis 1992 machbar, bis er dann keine Extraschichten mehr arbeiten durfte.
Da kam die Idee mit einem Nebenjob als Eisverkäufer. Bis er schließlich 2003 die Zeche verließ, arbeitete er fast zehn Jahre lang parallel auf der Zeche und als Eisverkäufer. „Morgens habe ich bei der Zeche gearbeitet und nach dem Feierabend habe ich dann in meinem Eiswagen selbst gemachtes Eis verkauft. Das ist auf jeden Fall der beste Nebenjob, den es gibt, zumindest für mich“, sagte Franco.

Jedes Jahr neue Eissorten
Angefangen hatte er damals in den 90er-Jahren mit nur fünf Eissorten, davon waren drei besonders beliebt. „Früher hat man sich zwischen Vanille, Erdbeere und Schoko entschieden. Heute gibt es so viele verschiedene Sorten. Ich habe zum Beispiel die Eissorte Pokémon kreiert, da sind gleich fünf verschiedene Sorten in einer Kugel.“ Zuletzt hatten Dorstens Eisliebhaber die Qual der Wahl zwischen 36 verschiedenen Eissorten. „Die Kinder haben aber am liebsten den Klassiker Erdbeere gegessen.“
Aber nichts gehts über Francos Lieblingseissorte „Granita“ (Zitrone). „Die gab es zu Hause in Sizilien bei meiner Mama immer zum Frühstück zusammen mit einem Brötchen“, schwelgt er in Erinnerung. „Brioche e granita“ ist das ein sizilianisches Frühstück.
Er probiere auch viele neue Sorten, „aber das ist einfach alles nicht meins, Zitrone ist einfach die beste Eissorte“.
Eine Dorstener Institution
Für viele ist er eine Dorstener Institution, denn wer im Sommer Lust auf ein Eis hatte, ging zu Franco. Lang war er in Holsterhausen und Hervest mit seinem Eiswagen unterwegs. Er werde „den besten Job der Welt und die vielen Kinder vermissen“, sagt er. Einige Kinder hat er in seiner Zeit aufwachsen sehen und diese haben Jahre später dann auch mit ihren eigenen Kindern bei ihm Eis gekauft. Nach 30 Jahren im Job kennt man dann auch viele persönlich mit Namen. Außerdem verteilte er jahrelang am letzten Schultag vor den Sommerferien leckeres Eis an die Schüler und Lehrkräfte der Haldenwangschule in Dorsten.
„Franco ist Kult!“, so beschreibt Ilona Hinzmann Dorstens beliebtesten Eisverkäufer. Sie kennt ihn bereits seit vielen Jahren „Schon meine Kinder sind gerne zu ihm gegangen und jetzt auch meine Enkel.“ Er war immer „ein Highlight“ für Kinder. „Egal wo er mit seinem Eiswagen stand, er kannte die Leute und die Leute kannten ihn. Die haben sogar gehupt, wenn sie ihn gesehen haben.“
Auch in der Heimatmedien-Redaktion erinnern sich viele gerne an Franco. „Ich kannte ihn schon als Schüler“, erklärt etwa Chefredakteur Oliver Borgwardt. „Als ich Jahre später in Hervest gewohnt habe, konnte ich bei Franco das erste Eis für meinen kleinen Sohn kaufen. Er ist eine echte Institution in Dorsten.“
Der wohlverdiente Ruhestand
Langweilig wird ihm jetzt in seinem wohlverdienten Ruhestand jedoch nicht. „Ich habe mir schon ein Wohnmobil gekauft und damit fahre ich jetzt spazieren“, freut er sich. Die letzten Jahre konnte er immer nur im Winter in den Urlaub, das soll sich aber jetzt ändern. Gerade jetzt, wo es ihm körperlich noch so gut gehe, ist es genau der richtige Moment auf Reisen zu gehen. „Ich würde gerne mal wieder meine Mama und meine Geschwister in Sizilien besuchen“, so Franco. Die letzten 30 Jahre musste er, wegen seines Jobs, seinen Urlaub in den Wintermonaten machen. Besonders seine Heimat „ist im Sommer einfach schöner als im Winter.“ Gemeinsam mit seinem Wohnmobil und seinem Rad macht er sich also dann im nächsten Sommer auf in seine Heimat. Dort kann er dann seinen Ruhestand in der warmen sizilianischen Sonne mit einem leckeren Zitroneneis genießen.




























