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Samstag, April 20, 2024
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Alte Karten, Dokumente und mehr

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Symbolfoto: Pixabay

Einen besseren Ort, um die Geschichte Dorstens zu bewahren, hätte der „Heimatbund Lembeck und Stadt Dorsten e. V.“ sicher nicht finden können.

In den Luftschutzräumen, die beim Neubau der Matthäusschule 1960 zu Zeiten des Kalten Krieges eingebaut wurden, sind zudem die kalte Luft sowie der Lichtschutz für die hier gelagerten Dokumente optimal.

Mittendrin in Dorstens Geschichte

Der Gang ins Archiv ist schon etwas befremdlich. Die dicken Mauern der ehemaligen Luftschleusen sind noch vorhanden und als Mahnmal fällt die dicke schwere Eisentür auf. Innen herrscht ein eigenartiger Mix aus Vergangenheit und Gegenwart: Dokumente in Sütterlin liegen neben dem Kopierer und in einer Ecke steht ein moderner Luftbefeuchter. „Jeden Mittwoch stehen wir hier zwischen 10 und 12 Uhr unseren Besuchern hilfreich zur Seite, die nach bestimmten Themen bezüglich der Ortsgeschichte forschen. Aber auch Schülerinnen und Schüler können hier spannende Geschichten über ihre Stadt erfahren“, erklärt mir Christian Gruber, Geschäftsführer des Heimatbundes.

Ein unersetzbarer Schatz

1922 gründete sich der Heimatbund und die Mitglieder begannen damit, lokalgeschichtliche Dokumente zu sammeln. In den letzten 20 Jahren kümmerten sich Walter Biermann und Willi Schrudde um das Archiv, das seit 1963 in der Wulfener Matthäusschule untergebracht ist. Anfang 2022 zog der Verein innerhalb der jetzigen Maria-Montessori-Schule in einen anderen Kellerraum um. „Als Walter Biermann und Willi Schrudde im Herbst 2021 plötzlich starben, war unser Archiv verwaist“, erinnert sich Christian Gruber. Kurz darauf begannen die drei ehrenamtlichen Archivbetreuer Christian Gruber, Helmut Richter und Martin Hagemann mit der Sichtung des „unersetzbaren Schatzes“, wie sie die Dokumente nennen. „Zum Glück waren die Unterlagen durch unsere Vorgänger jedoch bereits gut sortiert und geordnet, sodass wir durch die zahlreichen Hinweise und Querverweise einen sehr guten Überblick über die riesige Materialfülle haben“, ergänzt Helmut Richter.

Lokalgeschichte

Hinter dem Tisch, an dem die drei sitzen, fällt direkt der alte handgefertigte massive Schrank aus dem Jahre 1926 auf. Er ist selbst ein Stück Ortsgeschichte, verziert mit zahlreichen Schnitzereien. Innen ist noch die Rechnung der Schreinerei Böhne befestigt: 247 Mark plus 35 Mark für die aufwendigen Schnitzereien der Grafen- und Stadtteilwappen hat das gute Stück damals gekostet. Er beherbergt unter anderem sämtliche Ausgaben des Heimatkalenders, bis auf die Ausgaben zwischen 1935 und 1952, die kriegsbedingt nicht gedruckt wurden.
Alle anderen Fotos, Bücher, Dias, Schilder, Karten und Pläne werden in zahlreichen Regalen, Kisten und Schubläden aufbewahrt. „Walter Biermann sammelte jahrzehntelang unermüdlich Dokumente zur Lokalgeschichte. Seine Witwe überließ dem Heimatbund den größten Teil seiner Ordner und Sammelmappen, sowie Landkarten, Dias und Fotos, die Walter teilweise schon digitalisiert hatte“, freut sich Martin Hagemann. „Dadurch hat sich unser Bestandsumfang fast verdoppelt.“

Bücher, Briefe und auch die Lokallust

Die Themenvielfalt, zu denen die Besucher hier Unterlagen finden, ist immens: teilweise in Mundart verfasste Bücher und Briefe, Unterlagen zur Herrlichkeit Lembeck sowie zu den weiteren Stadtteilen zu den Themen Naturschutz, Heimatpflege und Brauchtum, Lippe und Kanal, Eisenbahn, Bergbau und die Kunst Tisa von der Schulenburgs, die Vorgeschichte Dorstens mit Römern und Germanen inklusive Kriege und nicht zu vergessen das Mittelalter mit Sagen aus Dorsten. Auch die einzelnen Ausgaben des Monatsmagazins Lokallust werden zu unserer Freude hier aufbewahrt. „In dem Magazin stehen interessante, exklusive Berichte und wir möchten gerne, dass diese Informationen auch noch in vielen Jahren ‚greifbar‘ sind“, erklärt Christian Gruber.

„Von der Digitalisierung aller Dokumente sind wir allerdings noch meilenweit entfernt“, fährt Helmut Richter fort. „Wir stehen mit dem Sichten und dem Erstellen von Katalogen noch ganz am Anfang, aber wir haben das Ziel fest im Blick“, fügt Martin Hagemann noch hinzu.

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