Der Samstag beim Altstadtfest Dorsten 2026 begann mit skeptischen Blicken nach oben. Am Morgen hatten manche Standbetreiber noch sorgenvoll die Regentropfen aus dem Himmel fallen sehen. Doch die Sorge war schnell vergessen. Im Laufe des Tages zeigte sich die Sonne, es wurde angenehm warm und die Dorstener Innenstadt füllte sich spürbar. Rund um Marktplatz, Lippestraße, Wall- und Grabenanlage, Kirchplatz St. Agatha und Platz der Deutschen Einheit genossen viele Besucher den zweiten Tag des großen Stadtfestes.
Das Altstadtfest steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des 775-jährigen Stadtjubiläums. Schon die feierliche Eröffnung am Freitag auf der Sparkassenbühne hatte diesen besonderen Rahmen deutlich gemacht. Bürgermeister Tobias Stockhoff, Uwe Schniederjan von der Sparkasse Vest, Stadtagentur-Leiterin Anja Schäfer, Luca Schlotmann und Hans Schuster eröffneten das Fest gemeinsam. Ein Film vom Stadtfest 1976 erinnerte zudem daran, wie sehr sich Dorsten in 50 Jahren verändert hat und wie viel zugleich vertraut geblieben ist.
Am Samstag setzte sich dieser Mix aus Stadtgeschichte, Begegnung, Musik und guter Laune fort. Die Innenstadt wirkte vielerorts wie eine große Festmeile. Die Außengastronomie füllte sich schnell, viele Besucher nutzten das unerwartet gute Wetter für einen Bummel, ein kühles Getränk oder eine Pause an einem der vielen Stände.

Hansemarkt erinnert an Dorstens Geschichte
Ein besonderer Anlaufpunkt war der Hansemarkt rund um die Wall- und Grabenanlage. Dort präsentierten sich verschiedene Städte des ehemaligen Hansebundes. Auch die Stadt Dorsten war mit einem eigenen Stand vertreten. Der Markt knüpfte damit an Dorstens eigene Geschichte als Hansestadt an und passte besonders gut zum Jubiläumsjahr.

Zwischen historischen Gewändern, Informationen, Gesprächen und kleinen Aktionen entstand ein besonderer Rahmen. Geplant war am Samstag auch ein Hanserundgang ab dem Stand der Stadtagentur. Damit konnten Besucher noch tiefer in die Geschichte der Stadt eintauchen.
Ein echter Blickfang war Nachtwächter Markus Kolley. Mit breitkrempigem Hut, Hellebarde und Schwert warb er auf dem Hansemarkt für die Stadt Recklinghausen. Künftig möchte er auch in Dorsten Stadtführungen anbieten. Dafür beschäftigt er sich derzeit intensiv mit der Geschichte verschiedener Städte im Kreis Recklinghausen.

„Ich lerne derzeit sehr viel über verschiedene Städte im Kreis Recklinghausen“, erzählte Kolley. „Dorsten hat wirklich eine sehr abwechslungsreiche Geschichte.“
Narrenkai begeistert Kinder und Erwachsene
Für viele lachende Gesichter sorgte auch „Narrenkai“ Kai Jordens. Als Hofnarr und Gaukler bot er eine besonders kinderfreundliche und humorvolle Schau. Dabei bezog er die Zuschauer aktiv ein. Dabei wurden sie zu König, Prinzessin oder Ritter, und sogar zu einem Turm. Gerade für Familien gehörte dieser Auftritt zu den charmantesten Momenten des Tages.

Auch an anderer Stelle gab es für Kinder viel zu entdecken. Ein beliebter Anlaufpunkt war der neu eröffnete Laden von Bunte Steine e.V. in der Lippestraße. Dort konnten Kinder mit Legosteinen bauen und kreativ werden. Für viele Familien war das eine willkommene Mischung aus Mitmachaktion, Pause vom Trubel und eigener kleiner Entdeckungsreise.

Fundsachenversteigerung zieht viele Bieter an
Sehr groß war das Interesse an der Fundsachenversteigerung auf der Sparkassenbühne am Marktplatz. Bereits vor Beginn sammelten sich viele Menschen vor der Bühne. Als die ersten Gegenstände unter den Hammer kamen, wurde schnell deutlich: Diese Versteigerung ist für viele Besucher ein fester Bestandteil des Altstadtfestes.

Amtsleiter Christoph Fortmann trat dabei als geübter Auktionator auf. Mit Humor, Tempo und sicherem Blick für das Publikum brachte er die Fundsachen an die Frau und den Mann. Besonders Fahrräder waren gefragt. Einige Besucher konnten echte Schnäppchen machen, darunter Räder, die bereits für fünf Euro den Besitzer wechselten.
Die Mischung aus Spannung, kleinen Überraschungen und dem ein oder anderen günstigen Fundstück sorgte für gute Stimmung. Viele Besucher blieben auch dann noch vor der Bühne stehen, wenn sie selbst gar nicht mitbieten wollten.
Musik auf den Bühnen und Chöre in besonderen Räumen
Auch musikalisch hatte der Samstag einiges zu bieten. Auf der Sparkassenbühne ging es nach der Fundsachenversteigerung mit weiteren Programmpunkten weiter. Dazu gehörten unter anderem die Tanzgruppe der Reece-Studio-Theater-Schule und Sänger Antec. Am Abend sollte die Band Pink Panta die Bühne übernehmen.

Auf dem Platz der Deutschen Einheit wurde ebenfalls gefeiert. Dort spielte am Nachmittag die Sparkassen Club Band „Cover Rocket“, später lud die Schlagernacht mit DJ Cosmic und DJ Tom zum Tanzen und Mitsingen ein. Damit bot das Altstadtfest nicht nur einen Treffpunkt für Familien und Geschichtsinteressierte, sondern auch für alle, die einfach gemeinsam feiern wollten.
Eine ruhigere, aber ebenso besondere Seite zeigte das Dorstener Chorfestival. Von 17 bis 19 Uhr traten Chöre an mehreren Orten in der Stadt auf, darunter im Jüdischen Museum, in der Evangelischen Johanneskirche, in der Ursulinenkirche und in der Franziskanerkirche St. Anna. So verband das Altstadtfest große Bühne, Straßentrubel und kulturelle Momente in besonderen Räumen.
Kulinarisches Angebot von herzhaft bis süß
Auch kulinarisch war die Auswahl groß. In der ganzen Innenstadt gab es warme und kalte Speisen, Süßes, Herzhaftes und internationale Angebote. Viele Besucher ließen sich durch die Straßen treiben und entschieden spontan, wo sie einkehren oder etwas probieren wollten.

Besonders gut besucht war auch der Wein- und Käsemarkt von Honsel auf dem Kirchplatz St. Agatha. Dort nutzten viele das schöne Wetter, um ein Glas zu trinken, Käse zu probieren oder einfach gemütlich zusammenzusitzen. Nach dem regnerischen Start am Morgen wurde der Nachmittag damit zu einem entspannten Festtag unter freiem Himmel.
Stadtjubiläum wird in der Innenstadt lebendig
Der Samstag zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig das Altstadtfest im Jubiläumsjahr angelegt ist. Hansemarkt, Fundsachenversteigerung, Musikprogramm, Chorfestival, Gastronomie, Kinderaktionen und Begegnungen in der Innenstadt griffen ineinander. Überall gab es etwas zu sehen, zu hören oder zu probieren.

Gleichzeitig war der Tag auch ein verbindendes Element zwischen der feierlichen Eröffnung am Freitag und dem weiteren Programm am Sonntag. Dann geht es unter anderem mit Hansemarkt, Kinderprogramm, Bürgermeister-Talk, Schützenkapelle Rhade, Dorsten-Film, Hollandmarkt und verkaufsoffenem Sonntag weiter.
Am Samstag aber gehörte die Innenstadt zunächst den vielen Menschen, die das Altstadtfest genossen. Nach dem unsicheren Start am Morgen wurde daraus ein sonniger, lebendiger und gut besuchter Festtag. Dorsten feierte sein Stadtjubiläum mit Geschichte, Musik, Kulinarik und viel guter Laune.














