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Jonas Spickermann ist neuer Stadtkaiser von Dorsten

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Dorsten hat einen neuen Stadtkaiser. Beim Schützenfest Feldmark 2026 setzte sich am Freitagabend Jonas Spickermann vom Allgemeinen Bürgerschützenverein Dorsten-Hardt an der Vogelstange durch. Mit dem entscheidenden Treffer holte er den Vogel mit dem 154. Schuss gegen 20.30 Uhr von der Stange. Damit repräsentiert er die Dorstener Schützengemeinschaft für die kommenden 25 Jahre.

Jonas Spickermann ist neuer Dorstener Stadtkaiser
Foto: Petra Bosse

Das Stadtkaiserschießen war der besondere Höhepunkt des Schützenfestes in der Feldmark. Auf dem Festplatz an der Wilhelm-Norres-Straße war von Beginn an zu spüren, dass dieser Abend kein gewöhnliches Schießen war. Die Stimmung war fröhlich, die Delegationen der Vereine waren zahlreich vertreten, und allen Beteiligten war bewusst, welche Bedeutung dieser Tag für die Dorstener Schützen hat.

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Details in Kürze

Stadtkaiserschießen der Dorstener Schützenvereine
Scheidender Stadtkaiser: Ludwig Klapheck
Neuer Stadtkaiser: Jonas Spickermann, Allgemeiner Bürgerschützenverein Dorsten-Hardt
Insignien: Krone an Patrick Klaas Hagemann, Schlüssel an Theo Rössmann, Wappen an Bruno Sailer, beide Flügel an Aron Holtgreve
Entscheidung: 154. Schuss, gegen 20.30 Uhr
Krönung: Bürgermeister Tobias Stockhoff

Schick gemacht für einen seltenen Schützentag

Schon vor der Entscheidung war auf dem Festplatz an der Wilhelm-Norres-Straße zu spüren, dass dieser Freitagabend ein besonderer war. Der Himmel zeigte sich zwar bedeckt, ließ aber immer wieder blaue Flecken durchblicken. Viele Schützen und Gäste hatten sich für das Stadtkaiserschießen sichtbar schick gemacht.

Rund um die Vogelstange herrschte eine fröhliche Atmosphäre. Die Throngemeinschaften standen dicht bei ihren Königen und feuerten sie lautstark an. Bei guten Treffern brandete Applaus auf, bei knappen Schüssen ging ein Raunen durch die Reihen. Trotz aller Unterstützung blieb der besondere Charakter des Abends spürbar: Ein Stadtkaiserschießen erlebt man in Dorsten schließlich nur alle 25 Jahre.

Ludwig Klapheck eröffnet das Stadtkaiserschießen

Ausrichter war der Allgemeine Bürgerschützenverein Dorsten-Feldmark I und II. Der Verein hatte die besondere Aufgabe übernommen, weil der bisherige Stadtkaiser aus den eigenen Reihen stammt. Ludwig Klapheck hatte den Titel vor 25 Jahren als amtierender Feldmärker König errungen. Damals wurde er noch von Bürgermeister Lambert Lütkenhorst gekrönt.

Nun trat Klapheck als scheidender Stadtkaiser noch einmal an die Vogelstange. Mit dem ersten Ehrenschuss eröffnete er das Stadtkaiserschießen offiziell. Danach folgten die weiteren Ehrenschüsse, bevor die amtierenden Könige der Dorstener Schützenvereine in der Reihenfolge des Alters ihrer Vereine antraten.

Am Mikrofon behielt Stefan Lukassen den Überblick über die „Schlacht der Könige“. Er kündigte die Schützen an, kommentierte die Treffer und sorgte dafür, dass auch die Zuschauer rund um die Vogelstange jederzeit wussten, welcher König gerade anlegte und welche Insignie noch zu holen war.

Viele Könige, ein Ziel

Es war ein seltenes Bild: Gleich mehrere amtierende Schützenkönige standen in der Feldmark bereit, jeder unterstützt von seiner eigenen Throngemeinschaft. Man hätte es eine kleine „Schlacht der Könige“ nennen können, doch der Abend blieb ganz im Geist der Dorstener Schützen: fair, fröhlich und gemeinschaftlich.

„Der Grausame“ Bruno Sailer holte sich das Wappen seines Vereins vom Vogel zurück.

Die Könige traten gegeneinander an, die Vereine feuerten sie an, und trotzdem feierten alle miteinander. Gerade dieser Wechsel aus Wettbewerb und Zusammenhalt machte den Reiz des Stadtkaiserschießens aus. Am Ende ging es nicht nur um den besten Treffer, sondern auch um ein Zeichen für die große Dorstener Schützenfamilie.

Theo Rößmann hatte ein Schlüsselerlebnis für Wulfen.

Auch bei den Teilnehmern gab es besondere Geschichten. Horst Jahnich vom Allgemeinen Bürger-Schützen-Verein Dorsten e. V. ging bereits mit Kaisererfahrung an den Start: In der Altstadt trägt er schon den Kaisertitel. Beim Stadtkaiserschießen in der Feldmark hatte er nun die Chance, auch auf Stadtebene nachzulegen.

Krone, Schlüssel, Wappen und beide Flügel fallen

Die erste Insignie des Abends sicherte sich Patrick Klaas Hagemann vom Allgemeinen Bürgerschützenverein 1652 Altendorf-Ulfkotte. Er holte die Krone von der Stange und sorgte damit für den ersten Jubel unter den Schützen.

Patrick Klaas Hagemann holte die Krone nach Altendorf-Ulfkotte.

Danach fiel der Schlüssel. Diese Insignie ging an Theo Rößmann vom Allgemeinen Bürgerschützenverein Wulfen. Auch die Feldmark durfte bereits jubeln: Bruno Sailer, amtierender König des ausrichtenden Allgemeinen Bürgerschützenvereins Dorsten-Feldmark I und II, sicherte sich das Wappen. Sein Spitzname „Der Grausame“ passte an diesem Abend zumindest aus Sicht des Vogels gut ins Bild.

Der König der Flügel: Aron Holtgreve kann doppelt beschwingt nach Lembeck heimkehren.

Bevor die Schützen auf die Flügel anlegten, wurde auf Schrot gewechselt. Danach wurde Aron Holtgreve vom Allgemeinen Bürgerschützenverein Lembeck zum „König der Flügel“. Er holte gleich beide Flügel von der Stange und bekam dafür noch an der Vogelstange seinen passenden Spitznamen.

Ständchen, Fanfare und trockene Sprüche

Neben der Spannung an der Vogelstange gab es viele kleine Momente, die den Abend besonders machten. Einen davon erlebte Mathias Krampe vom Bürgerschützenverein Rhade. Er feierte ausgerechnet am Tag des Stadtkaiserschießens Geburtstag. Die große Dorstener Schützenfamilie ließ sich nicht lange bitten und brachte ihm gemeinsam ein Ständchen. Für einen Augenblick rückte der Wettkampf an der Vogelstange in den Hintergrund.

Benny Sender konnte sich auf besondere Unterstützung verlassen. Der Fanclub von St. Marien feuerte seinen König mit einer Druckluft-Fanfare an, als ginge es um den entscheidenden Elfmeter. Die Botschaft war klar: St. Marien wollte beim Stadtkaiserschießen nicht nur dabei sein, sondern auch gehört werden.

Stadtkaiser-Schießen Dorsten 2026
Der Fanclub von St. Marien feuerte Benny Sender besonders lautstark an.Foto: Petra Bosse

Auch Sender selbst brachte die Stimmung an der Vogelstange auf den Punkt. Als sich der Vogel zunehmend hartnäckig zeigte, kommentierte der König von St. Marien trocken: „Das Ding muss jetzt mal langsam über die Lippe kommen.“

Jonas Spickermann holt die Kaiserwürde

Am Ende war es Jonas Spickermann, der die Nerven behielt. Der König des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Dorsten-Hardt setzte gegen 20.30 Uhr den entscheidenden Treffer. Mit dem 154. Schuss holte er den Vogel von der Stange. Der Jubel bei den Hardter Schützen war entsprechend groß.

König der Hardt, Kaiser von Dorsten: Jonas Spickermann mit seiner Königin Anna Bomm.

Für Spickermann ist der Titel eine besondere Auszeichnung. Als neuer Stadtkaiser tritt er die Nachfolge von Ludwig Klapheck an, der Dorstens Schützengemeinschaft 25 Jahre lang als Stadtkaiser repräsentiert hatte. Die Krönung übernahm Bürgermeister Tobias Stockhoff. Damit schloss sich auch ein historischer Kreis: Der bisherige Stadtkaiser Ludwig Klapheck war vor 25 Jahren noch von Stockhoffs Vorgänger Lambert Lütkenhorst gekrönt worden.

Bürgermeister Stockhoff ehrte den neuen Stadtkaiser.

Anschließend wurde der neue Stadtkaiser im Festzelt gefeiert. Für die Hardter Schützen dürfte dieser Abend lange in Erinnerung bleiben. Für Dorstens Schützenfamilie war es ein seltenes Ereignis, das erst in 25 Jahren wiederholt wird.

Teilnehmer am Stadtkaiserschießen

Nach den Ehrenschüssen traten die amtierenden Könige der Dorstener Schützenvereine an. Die Reihenfolge richtete sich nach dem Alter der Vereine:

Schützenfest in der Feldmark geht weiter

Mit dem Stadtkaiserschießen hat das Schützenfest Feldmark 2026 seinen ersten großen Höhepunkt erlebt. Weiter geht es am Samstag mit dem Festumzug, der Parade und dem Königsball. Am Sonntag richtet sich der Blick erneut auf die Vogelstange. Dann sucht der Allgemeine Bürgerschützenverein Dorsten-Feldmark I und II sein neues Königspaar.

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