Die 13. Altstadtkonferenz in Dorsten steht diesmal im Zeichen der „Dorstener Tage des Grundgesetzes“. Am Mittwoch, 20. Mai 2026, treffen sich Bürgerinnen und Bürger von 17.30 bis 19.30 Uhr im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Dorsten an der Johanneskirche, Südwall 5. Der Beginn ist früher als üblich und passt sich dem umfangreichen Programm der Aktionstage an.
Unter dem Leitmotiv „Wir machen Altstadt“ geht es erneut um Themen, die das Zusammenleben in der Dorstener Altstadt unmittelbar betreffen. Pfarrerin Anke Klapprodt wird zunächst die Evangelische Kirchengemeinde und ihre sozialen Aktivitäten vorstellen. Ein besonderer Punkt ist dabei der überraschende Umzug des Paul-Gerhardt-Hauses, das eine neue Heimat mitten in Dorsten findet.
Einsamkeit als Thema der Stadtgesellschaft
Ein Schwerpunkt der Konferenz ist das Thema „Einsamkeit“. Karl-Erich Lutterbeck, ehemaliger evangelischer Pfarrer der Gemeinde, hat sich intensiv mit diesem Phänomen beschäftigt und wird seinen Vortrag mit konkreten Zahlen für Dorsten verbinden. Dabei soll es nicht nur um persönliche Betroffenheit gehen, sondern auch um den sozialen Blick und die Verantwortung der Stadtgesellschaft.
„Einsamkeit wird als große Bedrohung für das Leben des einzelnen Menschen und die Gesellschaft als Ganzes angesehen, ja als Volkskrankheit bezeichnet, an der inzwischen jeder 10. Mitbürger leidet“, wird Lutterbeck in der Ankündigung zitiert. Als mögliche Folgen nennt er unter anderem eine deutlich verkürzte Lebenserwartung und eine Gefährdung der Demokratie.
Breil-Gebäude: Altstadt soll mitreden
Besondere Aufmerksamkeit dürfte auch der Tagesordnungspunkt zum Breil-Gebäude an der Alleestraße bekommen. Unter der Frage „Denkmalschutz für Breil-Gebäude?“ beziehungsweise „Ein Schatz wird gesichert?“ sollen die teilnehmenden Altstadtbewohner ihre Einschätzung einbringen.
Hintergrund ist eine bereits geführte Debatte in Politik und Verwaltung. Die Gebäude der ehemaligen Orgelbauwerkstatt Breil werden in die Denkmalliste der Stadt Dorsten eingetragen. Im Umweltausschuss gab es darüber bereits eine längere Diskussion. Dabei ging es nicht nur um den Denkmalwert, sondern auch um Nutzungsmöglichkeiten, Kosten, den baulichen Zustand und die Frage, welche Perspektive das Haus künftig haben kann.
Mehrere Politiker hatten in der Ausschusssitzung deutlich gemacht, dass sie den kulturhistorischen Wert des Gebäudes anerkennen, zugleich aber offene Fragen sehen. Vor allem der Zustand des Gebäudes und mögliche finanzielle Folgen einer Unterschutzstellung wurden angesprochen. Nach bisherigem Kenntnisstand gibt es keinen Investor, der bereit wäre, in die Immobilie zu investieren.
Stadtbaurat Holger Lohse hatte in der Diskussion darauf hingewiesen, dass es sich bei der Eintragung in die Denkmalliste um eine gebundene Entscheidung handelt. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, sei ein Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Es gebe dabei keinen Ermessensspielraum. Zugleich machte er deutlich, dass erst nach der Unterschutzstellung konkrete Fragen zur Nutzung und möglichen Veränderungen weiter geprüft werden können.
Bürgerkommune und Altstadtentwicklung
Die Altstadtkonferenz greift damit ein Thema auf, das über die reine Denkmalfrage hinausweist. Es geht auch darum, wie Dorsten mit prägenden Gebäuden umgeht, welche Chancen historische Bausubstanz bietet und wie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in solche Debatten einbezogen werden können.
Dazu passt ein weiterer Punkt der Konferenz: die einstimmige Verabschiedung der Leitlinie für die Bürgerkommune Dorsten in der Ratssitzung vom 22. April 2026. Die Leitlinie soll vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die Bürgerkommune erläutert werden. Exemplare liegen zum Mitnehmen bereit.
Außerdem blickt die Altstadtkonferenz auf das vorherige Treffen zurück, das zugleich als erste Stadtkonferenz fungierte. Dabei geht es unter anderem um den Bürgerbudget-Antrag für ein Stabgittertor beim Löschzug Altstadt, der einstimmig angenommen wurde. Auch die vorgestellte Infowand am Tedi-Haus habe nach Angaben der Tagesordnung Widerhall gefunden.
Die nächste Altstadtkonferenz ist bereits terminiert. Sie soll am Montag, 28. September 2026, stattfinden und von Petrinum-Schülerinnen und -Schülern gestaltet werden.




























