StartFreizeitHobbyAuf zur Kräuterwanderung: Grün von Grün unterscheiden lernen

Auf zur Kräuterwanderung: Grün von Grün unterscheiden lernen

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Deuten. „Ich hoffe, dass da jetzt nicht alle Hunde Dorstens draufgepinkelt haben“, sagt Kirstin Löchner, schaut skeptisch auf die Blume in ihrer Hand und beißt dann beherzt die Blüte vom Löwenzahn ab.

Mit acht Teilnehmern machte sie sich am Samstag auf zur Kräuterwanderung rund um die Tüshaus Mühle in Deuten auf. Bei jedem Stopp schauten Teilnehmer neugierig zu Boden, zückten Block, Stift und das Smartphone für ein Foto. Sie entdeckten Breit- und Spitzwegerich, Kerbel, Gundermann, Johanneskraut und Co. 

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Wo andere nur Grün sehen, lernten die Teilnehmer hier Grün von Grün zu unterscheiden, wenn sie es nicht schon vorher konnten. Gespannt hörten sie der Leiterin zu, tauchten tiefer in die Welt der Wildkräuter ein und erfuhren, worin der Unterschied zwischen den einzelnen Pflanzen liegt.

Bei den Bitterstoffen sorgte das ein oder andere Kraut für verzerrte Gesichtszüge, nach dem Motto: „Gar nicht mal so lecker, aber gesund“.  So ist der Löwenzahn komplett essbar. Von der Blüte bis zur Wurzel. Seine Bitterstoffe seien heiltechnisch optimal. Auch der milchige Saft sei anders als angenommen, nicht giftig: „Er kann lediglich Bauchschmerzen bei Unverträglichkeit verursachen“.

Da Kirsten Löchner auch Naturheilpraktikerin für Tiere und Physiotherapeutin für Hunde und Kleintiere ist, hatte sie für Hundehalter auch den ein oder anderen Tipp parat. So eigne sich ein Birkenblättertee zur Wundreinigung für Hunde. Für Allergiker hingegen sei die Birke dann auch nicht heilsam.  

Nadine Drosten-Heinze, eine Teilnehmerin, macht mit, weil sie sich privat für das Thema Aromatherapie und Kräuter interessiert: „Ich wollte einfach nicht immer allein laufen, hier kann man sich schön mit anderen austauschen“, sagte sie und kam mit anderen ins Gespräch.

Wer hier mitlief, hörte und sah ganz genau hin: „Ich mache hier mit, weil ich eine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin mache und es interessant finde, die Kräuter mal direkt zu sehen, es nicht immer nur in Büchern nachlesen zu müssen“, sagte Andrea Bewer.

Auch Werner Karstan möchte das alte Wissen älterer Generationen über Wildkräuter wieder aufleben lassen: „Unsere Großeltern wussten noch, wie man Kräuter einsetzen kann. Mich interessiert vor allem das altbewährte Wissen. Im Garten zuhause habe ich schon die klassischen Kräuter, aber man kann auch gut Wildkräuter in den Nahrungsplan mit einbauen“, sagte er.

Hie und da bleibt die Truppe kurz stehen. So auch beim Spitzwegerich: „Aus diesem lässt sich ein guter Sirup herstellen“, erklärte Löchner. Teilnehmerin Meggi lernt die Welt der Kräuter gerade erst näher kennen, will sie Hund und Kind zugutekommen lassen und fragte: „Kann man den mit keinem anderen Kraut verwechseln?“ „In der Regel nicht“, antwortete Löchner. „Mittlerweile gibt es aber auch Erkennungs-Apps für Wildkräuter, wenn man nicht weiter weiß“.

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