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Band „The Jetmasters“ feierte nach fast 50 Jahren ein Wiedersehen

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In einem Kellerraum an der Halterner Straße in Hervest-Dorsten fand der erste Auftritt der Band „The Jetmasters“ statt.

Es hat fast ein halbes Jahrhundert gedauert, bis Schermbecks erste Boy-Group „The Jetmasters“ der Einladung ihres Gitarristen und Sängers Heribert Josef Vortmann in den Pfarrsaal der Ludgeruskirche zu einem geselligen Beisammensein folgte.

Das wollte sich keiner der ehemaligen Beat-Band entgehen lasen. Der Sänger und Tamburiner Berthold Steinkamp reiste aus der Wachau bei Dresden an, Heribert Josef Vortmann von Staufenberg bei Kassel. Die anderen Mitglieder der Band blieben in der Region: Der Gitarrist und Sänger Hans-Joachim (Hennes) Wegner lebt in Raesfeld und ist jetzt Mitglied der „Allstars“ der Schermbecker Gesamtschule. Der Gitarrist Walter Wilsrecht und der Schlagzeuger Wolfgang Chlebna wohnen in Dorsten. Nur der Techniker Heribert Baumeister, der in den Pausen der Bands mit Disco-Musik die Stimmung im Pfarrsaal einheizte, wohnt auch heute noch in Schermbeck.

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Erster Auftritt in einem Kellerraum in Hervest

In einem Kellerraum an der Halterner Straße in Hervest-Dorsten fand der erste Auftritt der Band „The Jetmasters“ statt. Bis Anfang der 1970er-Jahre war die Band in den westfälischen Gemeinden Erle, Rhade und Dorsten unterwegs und wurde von den Mädels richtig angehimmelt. „Hennes“ Wegner kriegte von einem Mädel einen Plüschhasen geschenkt. Walter Wilsrecht kann sich noch gut an ein Femeeichen-Konzert in Erle erinnern. In der Pause wurde er von einem Typen beschimpft, weil dessen Freundin den Gitarristen wohl in ihr Herz geschlossen hatte.

The-Jetmasters-Schermbeck
Als ehemalige Mitglieder der Band „The Jetmasters“ trafen sich Hans-Joachim Wegner, Heribert Josef Vortmann, Berthold Steinkamp, Wolfgang Chlebna und Walter Wilsrecht (v.l.) nach fast 50 Jahren zum ersten Mal im Pfarrsaal zu einem geselligen Beisammensein. Foto: Helmut Scheffler

In einem Kellerraum an der Halterner Straße in Hervest-Dorsten fand der erste Auftritt der Band „The Jetmasters“ statt. Bis Anfang der 1970er-Jahre war die Band in den westfälischen Gemeinden Erle, Rhade und Dorsten unterwegs und wurde von den Mädels richtig angehimmelt. „Hennes“ Wegner kriegte von einem Mädel einen Plüschhasen geschenkt. Walter Wilsrecht kann sich noch gut an ein Femeeichen-Konzert in Erle erinnern. In der Pause wurde er von einem Typen beschimpft, weil dessen Freundin den Gitarristen wohl in ihr Herz geschlossen hatte.

„Ende der 1960er-Jahre haben wir die Beatband ´The Jetmasters` in Schermbeck gegründet“, erinnert Heribert Josef Vortmann an die Anfänge der Band. Einige kannten sich aus der Schule und aus der Jugendarbeit. Andere kamen aus dem Freundeskreis dazu, weil sie ein in der Band noch fehlendes Instrument spielten.

Geräuschpegel

Geprobt wurde in der Regel samstags im Pfarrsaal der Ludgerusgemeinde, manchmal aber auch in einem Kellerraum in Hervest-Dorsten und in einer Gastwirtschaft auf der Hardt in Dorsten. Geeignete Räumlichkeiten zu finden war wegen des Geräuschpegels der verstärkten Musik nicht so leicht. Wenn die Orgelmusik in der Kirche mit dem Sound des jungen Quintetts aus dem Pfarrsaal wetteifern musste, dann meldete sich Pastor Anton Benning zu Wort.

Knubbel-Mikro aus dem Tonband-Zubehör

Das Repertoire bestand überwiegend aus gecoverten Liedern. Die fand das Quintett im Radio und auf Schallplatten. Dazu wurden die Platten abgehört, die Texte aufgeschrieben und die Akkorde einstudiert. „Anfangs haben wir unsere Elektro-Gitarren über alte Röhren-Radios verstärkt und der Ständer einer Trockenhaube leistete gute Dienste als Mikrofon-Ersatz“, erinnert Vortmann an manch kostengünstigen Behelf. Das Knubbel-Mikro aus dem Tonband-Zubehör wurde kurzerhand mit Klebeband drauf befestigt. Ihre Gagen setzte die Band für den Kauf gebrauchter Verstärker und Lautsprecherboxen, hochwertiger Mikros und Galgenstative ein. Das war vor 50 Jahren schon eine sehr ansehnliche Ausstattung.

Der Transport der Musikinstrumente und des Equipments erfolgte innerhalb von Schermbeck mit einer Handkarre, bei auswärtigen Auftritten sorgten die Eltern für den Fahrdienst.

Pop-Festival in der Aula des Dorstener Petrinums

Auch am Pop-Festival in der Aula des Dorstener Petrinums hat die Band „The Jetmasters“ teilgenommen. Bei diesem Vorentscheid für die Teilnahme an einem Auftritt in der Vestlandhalle Recklinghausen könnte das Quintett die Jury allerdings nicht zu recht überzeugen.

Frischer Wind im Kirchenraum

„The Jetmasters“ brachten frischen Wind in den Kirchenraum. Dass im Altarraum fetzige Beatmusik erklingen konnte, war damals so ungewöhnlich, dass sich in den Kirchenvorstands-Protokollen der Ludgerusgemeinde vielleicht noch ein paar Bemerkungen finden lassen, zumal in solchen Jugendmessen auch junge Frauen am Altar Fürbitten und andere Texte in deutscher Sprache vorlasen.

Im Pfarrsaal der Ludgerus-Gemeinde koppelten „The Jetmasters“ häufig ihren Live-Auftritt mit einer Disco. Die vierstündigen Veranstaltungen waren von Jugendlichen immer gut besucht, zumal der Eintritt günstig war. Ein Plakat der Gruppe vom 29. August 1970 belegt, dass Gäste für einen zwölfstündigen „non stop underground“ im Pfarrsaal nur 2 DM zahlen mussten. Eingelassen wurde nur jemand, der einen Eintrittsstempel mit dem Schriftzug „The Jetmasters“ auf dem Handrücken vorweisen konnte.

Stadtarchiv Dorsten

Ein paar Plakate hat Vortmann in seiner Sammlung, unter anderem von der „Karneval-Tanzdiscothek“ der Kolpingsfamilie, die am 8. Februar 1970 um 19 Uhr im Saal Köllmann (heute China Town) stattfand und bei der „The Jetmasters“ für Live-Musik sorgten. An die Gage können sich die Bandmitglieder nicht mehr erinnern, aber jeder durfte sich zusätzlich aus der Tombola-Kiste eine Single aussuchen. Im Stadtarchiv Dorsten erhielt Vortmann ein Foto der Pressekündigung des Kolping-Konzertes in den Ruhr-Nachrichten am 6. Februar 1970.

Ein wenig traurig sind die Band-Mitglieder, dass sie kein Foto von ihren Auftritten zwischen 1969 und 1972 besitzen. 1972 fand der letzte Auftritt statt. Danach begannen für einige Band-Mitglieder Berufsausbildungen oder Studien an entfernten Orten.

Die Band-Mitglieder hoffen nun, dass über diesen Presseartikel Fotos gefunden werden können, die der Band zur Reproduktion ausgeliehen werden können. Wer ein Foto oder Plakat der Gruppe besitzt, kann sich mit Heribert Josef Vortmann in Verbindung setzen (E-Mail: [email protected]; Handy: 015142175869). H.Scheffler

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