StartFreizeitKulturBibi am See: Zwischen Bücherregal und Lernlabor

Bibi am See: Zwischen Bücherregal und Lernlabor

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Wenn im Foyer der Gesamtschule die Eltern mit ihren Kindern durch die Flure ziehen, Klassentüren offenstehen und Projekte präsentiert werden, ist mittendrin auch ein Ort, der längst mehr ist als „nur“ eine Bibliothek: die „Bibi am See“. Beim Tag der offenen Tür nutzte sie die Gelegenheit, sich parallel zur Schule eigenständig vorzustellen und zugleich zu zeigen, wie eng sie mit dem Alltag der Gesamtschule verwoben ist.

„Wir haben heute für die Öffentlichkeit geöffnet“, erklärt Olaf Herzfeld, Koordinator Medien GSW / „Bibi am See“. „Es ist eine Kombination aus Tag der offenen Tür aus schulischer Sicht, gekoppelt mit einem Sonderöffnungstag der Stadtbibliothek.“ Die doppelte Perspektive ist Programm: Wer an diesem Tag die Schule kennenlernen will, lernt automatisch auch die Bibliothek als Herzstück des Medien- und Lernangebots kennen.

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Die Medienscouts laden zum mitspielen ein. Foto: Alexander Fichtner

Bücherbasar, Tonie-Tauschbörse und Lesestart

Direkt im Eingangsbereich laden Büchertische zum Stöbern ein. „Wir haben einen Bücherbasar und eine Tonie-Tauschbörse“, sagt Herzfeld. Eltern blättern in Kinderbüchern, Jugendliche in Romanen, Grundschulkinder schauen neugierig auf die Tonie-Figuren, die über die Tische wandern.

Eingangsbereich der Bibi am See. Foto: Alexander Fichtner

Gleichzeitig richtet sich ein Teil des Programms bewusst an die Jüngsten, die noch gar nicht zur Schule gehen. Lesestart-Geschichten, ein eigener Kleinkindbereich, kleine Leseinseln – hier geht es um frühkindliche Sprach- und Lesförderung. „Schulkindliche Bildung ist uns total wichtig“, betont Herzfeld. „Aber es beginnt eben schon vorher: Wir wollen, dass Kinder möglichst früh mit Geschichten, Büchern und Hörmedien in Berührung kommen.“

So schlägt die „Bibi am See“ eine Brücke: vom Kindergartenkind, das mit den Eltern zum Lesestart kommt, bis zum Oberstufenschüler, der hier für eine Präsentation recherchiert.

Die Bibliothek als Lernzentrum der Schule

Neben der öffentlichen Seite tritt an diesem Tag eine zweite Funktion deutlich hervor: die Bibliothek als Lern- und Arbeitszentrum der Schule. Herzfeld führt durch die Räume: „Das Wichtige ist, dass die Eltern sehen, dass wir das hier als Lernzentrum nutzen können“, sagt er.

Vortrag der Begabtenförderung. Foto: Alexander Fichtner

Auf der Empore gibt es Bereiche, in denen ganze Klassen arbeiten können, im Sachbuchbereich ist Platz für 80 bis 90 Personen. „Wir haben oben und hinten ganz viele Möglichkeiten, wo man als Kleingruppe sitzen und selbstgesteuert lernen kann“, erklärt Herzfeld. „Diesen Vorteil haben andere Schulen möglicherweise so nicht.“

Die Botschaft an Eltern und Kinder ist klar: Hier wird nicht nur ausgeliehen, hier wird gelernt, geübt, geforscht. Die Bibliothek ist Unterrichtsraum, Projektraum und Rückzugsort zugleich.

Begabtenförderung, Kopfrechnen und Medienscouts

Beim Rundgang zeigt sich, wie vielfältig diese Nutzung bereits ist. Die schulische Begabtenförderung präsentiert sich in einem der Bereiche der Bibliothek. Kinder des sechsten Jahrgangs stellen ihre Projekte vor, die sie mit Hilfe der technischen Ausstattung der „Bibi“ erarbeitet haben. Herzfeld spricht von „Bibi-Technik“ gemeint ist die Infrastruktur vor Ort: Geräte, Präsentationsmöglichkeiten, Medien.

Präsentation von Projekten. Foto: Alexander Fichtner

Parallel dazu findet ein Kopfrechenwettbewerb statt, bei dem Schülerinnen und Schüler gegeneinander antreten. Wieder etwas weiter hinten informieren die Medienscouts. Ältere Schülerinnen und Schüler, die zu Themen wie Datenschutz, Social Media und verantwortungsvollem Umgang mit digitalen Medien ausgebildet sind. Sie erklären, wie man Falschnachrichten erkennt oder Privatsphäre-Einstellungen anpasst.

Die Bibliothek ist nicht nur Ort der analogen Bücher, sondern ein Knotenpunkt für Medienbildung im umfassenden Sinn. Vom Sachbuch über Lernsoftware bis zur kritischen Reflexion digitaler Angebote.

Multifunktionaler Raum – Bibi am See

Dass sich der Raum auch jenseits des regulären Schulbetriebs bewährt, ist Herzfeld wichtig. „Hier kann man multifunktional nutzen“, sagt er und verweist auf Veranstaltungen in der Bibi am See. So können am Abend Lesungen, Vorträge oder andere Formate stattfinden. Die Sitzordnung ist flexibel, Technik ist vorhanden; aus der Bibliothek wird im Handumdrehen ein Forum.

Gerade diese Multifunktionalität macht für ihn den Kern der „Doppelfunktion“ aus, von der er immer wieder spricht: Lernort für die Schule, Kultur- und Bildungsort für den Stadtteil.

„Geht rum, schaut euch alles an“

Am Ende des Gesprächs fasst Herzfeld zusammen, was an diesem Tag der offenen Tür besonders zählt: das eigene Erleben. „Wir sagen den Kindern auch immer: Geht rum, schaut euch mal alles an hier“, erzählt er. Gemeint sind nicht nur Klassenzimmer und Fachräume, sondern ausdrücklich auch die Bibliothek.

Foto: Alexander Fichtner

Denn die „Bibi am See“ präsentiert sich zwar eigenständig mit eigenem Programm, eigenen Angeboten für die Öffentlichkeit aber immer im engen Verbund mit der Gesamtschule. Der Tag der offenen Tür macht diese Synergie sichtbar: Wer die Schule kennenlernen will, kommt an der Bibliothek nicht vorbei. Und wer die Bibliothek entdeckt, versteht, wie sehr sie inzwischen zum pädagogischen Profil der Schule gehört.

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