Jobs erhalten in der Krise

Aus der Not eine Tugend macht Sabine Wüst-Lämmermann vom Brauthaus Tausendschön in Wulfen. Statt Brautkleider nähen ihre Mitarbeiter hier nun vorwiegend Mundtücher.

Seit fünf Jahren stattet die Unternehmerin in Wulfen Frauen für den schönsten Tag in ihrem Leben aus. „Wir sind sind nun gerade aus der Gründerphase heraus, und dann kommt sowas. Damit habe ich ja gar nicht gerechnet,“ erzählt die gebürtige Kölnerin in Bezug auf die Coronakrise.

„Wir wollen euch retten“

Doch als rheinländische Frohnatur gibt sie natürlich nicht auf, sondern sucht nach Lösungen, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Irgendwann kam die Anfrage, ob sie nicht Mundtücher nähen könnte.

Statt Brautkleider werden nun Mundtücher genäht.
Foto: André Elschenbroich

Gesagt, getan. „Die ersten Aufträge waren mehr Beschäftigungstherapie,“ lacht Sabine Wüst-Lämmermann. Aber die Signale aus der Wulfener Bevölkerung waren sehr herzlich. Aussagen wie: „Wir bestellen jetzt hier, um euch zu retten“ gaben der Unternehmerin den nötigen Mut, weiterzumachen.

Kurzarbeit ade! Im Brauthaus Tausendschön glühen die Nadeln

Inzwischen hat sich diese Sparte des Unternehmens etabliert. Die zwei angestellten Schneiderinnen sind aus der Kurzarbeit zurück, auch die Minijobberin darf inzwischen wieder „an die Nadel“. Ob vor Ort oder im Homeoffice glühen die Nähnadeln, um Mundtücher je nach Bedarf herzustellen.

Bestimmt gibt´s das auch in Blau-Weiß…
Foto: André Elschenbroich

Nach Bedarf bedeutet: „Wir können bedingt auf Motivwünsche eingehen. So wollte kürzlich ein Kunde sein Tuch in den Farben gelb und schwarz seines Lieblingsfußballvereins. Für uns kein Problem. Den Stoff hatten wir gerade da.“ freut sich Sabine Wüst-Lämmermann.

Ob Einhorn, oder Blumen – vieles geht

Besonders beliebt bei Kindern sind zurzeit die Einhörner. Die Anfertigung von Tüchern für Kinder erfordert besondere Beachtung. Gummiband und Nasenbügel müssen angepasst werden, um eine genaue Passform zu gewährleisten. Die Nähvorlage stammt übrigens aus der Anleitung der Feuerwehr Essen, die vor kurzem veröffentlicht wurde.

Große Aufträge helfen dem Brauthaus Tausendschön über die Runden

Aufträge bekommt Sabine Wüst-Lämmermann inzwischen aus ganz Dorsten. Auch größere Mengen werden inzwischen geordert, wie z.B. von einem Pflegeheim.

Schneidermeisterin Angelika Steffentorweihen freut sich,
die Nadel wieder glühen zu lassen.
Foto: André Elschenbroich

„Vielleicht wird dieses aktuell wichtige Utensil ja zu einem modischen Accessoire“, überlegt Wüst-Lämmermann. „Auf jeden Fall hilft die Nachfrage gerade, die Angestellten weiter zu beschäftigen.“ Damit die fleißigen Schneiderinnen auch weiterhin genug zu tun haben, kann jeder für 11 Euro sein eigenes Mundtuch erstellen lassen.

Kontakt und Bestellungen:

Brauthaus Tausendschön
Sabine Wüst-Lämmermann
Hervester Str. 36 d
46286 Dorsten
Tel: 0171 5624677
E-Mail: [email protected]
www.brauthaus-tausendschoen.de

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André Elschenbroich
Moin, ich bin André Elschenbroich. Vielen bekannt unter dem Namen Elsch. Der Eine oder Andere verbindet mich noch mit der WAZ, bei der ich 1988 als freiberuflicher Fotojournalist anfing und bis zur Schließung 2013 blieb. Darüber hinaus war ich in ganz Dorsten und der Region gleichzeitig auch für den Stadtspiegel unterwegs. Nachdem die WAZ dicht machte, habe ich es in anderen Städten versucht, doch es war nicht mehr dasselbe. In über 25 Jahren sind mir Dorsten, Schermbeck und Raesfeld mit ihren Menschen ans Herz gewachsen. Als gebürtiger Dorstener Junge merkte ich schnell: Ich möchte nirgendwo anders hin. Hier ist meine Heimat – und so freut es mich, dass ich jetzt als festangestellter Reporter die Heimatmedien mit multimedialen Inhalten aus unserer Heimat bereichern kann.

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