Im November denken wir vermehrt an unsere Verstorbenen. Wir schmücken die Gräber und zünden Kerzen an. Den Anfang machen die beiden katholischen Feiertage Allerheiligen und Allerseelen, es folgen die beiden evangelischen Gedenktage mit dem Totensonntag sowie dem Buß- und Bettag.

Am Sonntag, zwei Wochen vor dem ersten Adventsonntag, wird der konfessionsübergreifende Volkstrauertag begangen. Um diese Feste zu würdigen, sind in NRW an Allerheiligen, am Totensonntag sowie am Volkstrauertag beispielsweise Musik- sowie Tanzveranstaltungen, Weihnachtsmärkte und Volksfeste nicht gestattet. 

Allerheiligen

Den Anfang der stillen Gedenktage machen Allerheiligen und Allerseelen in der „Seelenwoche“. Während an Allerheiligen am 1. November, an die Heiligen gedacht wird, erinnern sich die Katholiken einen Tag später verstärkt an ihre eigenen Verstorbenen.  
Ab dem 4. Jahrhundert ehrten Christen am Sonntag nach Pfingsten ihren Märtyrern. Da es jedoch zu viele Heilige gab, wurde ein spezieller Tag festgelegt, um aller Heiligen zu gedenken und um niemanden zu vergessen. Damit ist Allerheiligen der älteste Feiertag, an dem speziell der Toten gedacht wird. Ab dem 8. Jahrhundert wurde der Gedenktag in Irland auf den 1. November verlegt, da zu diesem Zeitpunkt der Winter und damit das neue Jahr begann. So wie die Natur vergeht, ist auch das menschliche Leben endlich. Ein Jahrhundert später wurde das Fest schließlich auch auf dem Festland gefeiert. 

Foto: Pixabay

Allerseelen

Der Allerseelen-Tag am 2. November wurde 163 Jahre später zunächst in Klöstern eingeführt, später übernahm ihn die gesamte Kirche. Er ist das „Fest aller Toten“, ein Tag, an dem für deren Seelen gebetet wird. Auf den Friedhöfen werden die Gräber an Allerheiligen für den nächsten Tag mit Blumen und Kerzen, den „Seelenlichtern“, geschmückt. Sie stehen für das Ewige Licht, für Christus als Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen. Somit stehen sie auch für ein Leben nach dem Tod, für die Hoffnung auf Auferstehung, aber natürlich auch für die Erinnerung an unsere lieben Verstorbenen. 

Halloween

Auch wenn Halloween auf den ersten Blick nicht in die stillen Feiertage gehört, so geht der Ursprung auf die Iren zurück, die sich in der Nacht zu Allerheiligen, dem „all-hallows-evening“, verkleideten. Damit wollten sie sich vor den Seelen der Verstorbenen verstecken, die in dieser Nacht spuken sollten. 

Totensonntag

Das Pendant der evangelischen Christen zu Allerseelen ist der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen führte diesen Gedenktag am 24. April 1816 ein, um an die gefallenen Soldaten im Krieg gegen Napoleon zu denken, aber sicherlich auch aus Trauer um seine sechs Jahre vorher verstorbene Ehefrau Luise.  
Wie an Allerheiligen katholische Christen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen, so schmücken am Totensonntag die evangelischen Christen die Gräber und gedenken besonders ihrer verstorbenen Angehörigen. Mit ihren Gebeten verbunden ist die Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele und auf ein Wiedersehen nach dem eigenen Tod. Während des Gottesdienstes an diesem Tag wird die Ewigkeitsglocke bei jeder Erwähnung eines Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres geläutet. Der Totensonntag ist kein gesetzlicher Feiertag, dennoch wird ihm als stiller Feiertag eine besondere Bedeutung zugewiesen. 

Buß- und Bettag

Der zweite evangelische Feiertag im „Totenmonat“ ist der Buß- und Bettag. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird er elf Tage vor dem ersten Advent beziehungsweise am Mittwoch vor dem Totensonntag begangen. Buße für begangene Straftaten im rechtlichen Sinne muss hier niemand leisten, stattdessen soll man ein Resümee über sein vergangenes Jahr ziehen und mit seinen Sünden abschließen. Auch auf gesellschaftspolitische Themen wie Ausländerhass oder Umweltzerstörung sollte man sich besinnen und sie überdenken. 

Der Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist ein konfessionsübergreifender Feiertag. Auch er ist ein stiller Gedenktag, aber kein gesetzlicher Feiertag. Ursprünglich wurde der Volkstrauertag seit dem 28. Februar 1916 als Gedenktag der gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges begangen. 1935 benannten die Nationalsozialisten diesen Tag jedoch zum Ehrentag der Helden um. Um sich davon zu distanzieren, wurde dieser Tag ab 1952 auf den Sonntag zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag verlegt.  
An diesem Tag hält man inne, erinnert sich und gedenkt der Verstorbenen aller Nationen, die Krieg und Gewalt zum Opfer fielen. Bei der Gedenkstunde im Bundestag hält unser Bundespräsident eine Rede und legt einen Kranz nieder. 

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Hallo, ich bin Martina Jansen. Meine Heimat ist das Monatsmagazin „Lokallust“, aber da wir mit den „Heimatmedien“ eng zusammenarbeiten, richte ich mich seit einiger Zeit nun auch hier als freie Mitarbeiterin häuslich ein. Als nicht gelernte Redakteurin schreibe ich aus dem Bauch heraus und lasse dabei unbewusst, gerne aber auch ganz bewusst, redaktionelle Regeln aus. Soll heißen: Ich schreibe so, dass ich auch verstanden werde. Gerne treffe ich mich mit Menschen aus Dorsten, Schermbeck oder Raesfeld, die ein verrücktes Hobby haben, ehrenamtlich tätig sind oder einfach „gut drauf“ sind, also mit Menschen wie du und ich und bin jedes Mal darauf gespannt, welche Geschichte am Ende dabei herauskommt.

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