Nach dem Polizeieinsatz an der Bochumer Straße in Dorsten am Mittwoch liegen nun weitere Einzelheiten vor. Ein Tatverdächtiger der professionell organisierten Autodiebe-Bande hatte seinen Wohnsitz in Dorsten. Die Gruppe soll in ganz Nordrhein-Westfalen aktiv gewesen sein.
Mindestens zehn Autodiebstähle in NRW
Nach Angaben der Ermittler werden der Bande im Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2025 mindestens zehn vollendete Autodiebstähle zur Last gelegt. Im Fokus standen vor allem hochwertige SUV wie Toyota Landcruiser, Toyota RAV4 sowie Fahrzeuge der Marke Lexus. Auch Wohnmobile gehörten zu den bevorzugten Zielen.
Die Fahrzeuge wurden unter anderem in Haan, Neuss, Düsseldorf, Dortmund, Dorsten, Herne, Rheinberg, Duisburg und Gelsenkirchen entwendet.
Ähnlicher Fall in Holsterhausen?
Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits vor wenigen Monaten im September im Stadtteil Holsterhausen ereignet. Ob zwischen dem damaligen Autodiebstahl und den aktuellen Ermittlungen rund um den Polizeieinsatz an der Bochumer Straße ein Zusammenhang besteht, ist derzeit offen. Der graue Toyota Landcruiser, Baujahr 2022, stand im Tatzeitraum zwischen 21 Uhr und 6 Uhr im Stadtteil Holsterhausen am Straßenrand der Friedensstraße.
Ermittlungen durch spezialisiertes Kommissariat
Die Ermittlungen führte das auf Fahrzeugdiebstahl spezialisierte Kriminalkommissariat 15 der Kreispolizeibehörde Mettmann. Unterstützt wurden die Beamten durch verdeckt agierende operative Kräfte. Die Ermittlungen liefen landesweit gebündelt in einer eigens eingerichteten Ermittlungskommission.
Im Verlauf der Untersuchungen erhärtete sich der Verdacht gegen eine Gruppe von fünf Männern mit moldawisch-rumänischer Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Der 35-jährige Haupttatverdächtige lebte demnach unangemeldet in Velbert. Ein weiterer Tatverdächtiger hielt sich in Dorsten auf. Die übrigen Männer lebten ebenfalls ohne Anmeldung gemeinsam in einer Wohnung in Wuppertal.
Manipulation der Fahrzeuge und mutmaßlicher Export
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden die Fahrzeuge entwendet, indem gezielt elektronische Schnittstellen manipuliert wurden. Anschließend brachten die Täter die Autos nach Erkenntnissen der Polizei in eine von einem 45-jährigen Kasachen betriebene Werkstatt in Wuppertal. Der Mann steht unter Verdacht, gefälschte Fahrzeugidentifikationsnummern in die Fahrzeuge eingebracht zu haben.
Weitere Ermittlungen führten zu einer Speditionsfirma zweier georgischer Brüder in Oberhausen. Ihnen wird vorgeworfen, mindestens vier der gestohlenen Fahrzeuge per Überseecontainer nach Georgien und Tadschikistan exportiert haben zu wollen.
Zahlreiche Sicherstellungen und zwei Haftbefehle
Bereits in den vergangenen Monaten konnten im Rahmen verdeckter Maßnahmen neun entwendete Fahrzeuge sichergestellt werden. Am Dienstag (3. Februar 2026) vollstreckte die Polizei schließlich mehrere Durchsuchungsbeschlüsse, unter anderem in Velbert, Wuppertal, Essen, Oberhausen, Dorsten sowie im bayerischen Leidersbach.
Mutmaßlich gestohlene Autos sichergestellt
Dabei stellten die Einsatzkräfte vier weitere mutmaßlich gestohlene Autos sicher. Zudem wurden vier Motoren, Fahrzeugteile eines zerlegten Toyota sowie elektronisches und mechanisches Werkzeug zur Begehung von Pkw-Diebstählen gefunden. Sichergestellt wurden außerdem zahlreiche Computer, Smartphones, Datenträger und schriftliche Aufzeichnungen. Deren Auswertung dauert an, weitere Tatklärungen gelten als wahrscheinlich.
Im Zuge der Maßnahmen vollstreckte die Polizei zwei Haftbefehle, einen gegen den 35-jährigen Hauptverdächtigen aus Velbert sowie einen gegen einen 29-jährigen Tatverdächtigen aus Dorsten.
Die Ermittlungen gegen die weiteren mutmaßlichen Mittäter und Hehler dauern an.




























