Die Deutener Tennis-Nachwuchsspielerin Eva Bennemann (16) hat sich mit einem wahren Husarenritt ins Finale der Kamen Open 2024 gespielt. In das mit 15.000 Dollar dotierte Damen-Weltranglistenturnier kam sie als Spielerin ohne Weltranglisten-Platzierung nur durch eine Wildcard des Westfälischen Tennisverbandes und wurde zur großen Turnierüberraschung.
„Alles richtig gemacht“, freute sich Bennemanns Trainerin Dinah Pfizenmaier schon nach dem Auftaktspiel, das die 16-Jährige im Rahmen des Wirtschaftsempfangs des Westfälischen Tennisverbandes vor rund 200 begeisterten Zuschauern in zwei Sätzen gewann. Pfizenmaier ist ehemalige Nummer 78 der Weltrangliste und Chef-Verbandstrainerin des Verbandes. Sie hatte Bennemann die Wildcard des Verbandes gegeben. Ihr Schützling enttäuschte sie nicht.
Im Viertelfinale schoss Eva Bennemann ihre Gegnerin Paula Rumpf mit 6:0/6:0 vom Platz. Damit ließ sie nicht wenige Fans auf der Anlage sprachlos zurück. Rumpf ist die aktuelle Nummer 45 der Deutschen Damenrangliste. Dennoch musste sie sich Eva Bennemann (DTB 63) schon im Halbfinale der Westfälischen Damenmeisterschaften in zwei Sätzen geschlagen geben. Die „Brille“, wie Tennisspieler das 6:0/6:0 nennen, war jedoch mehr als ein Sieg. Es war eine Machtdemonstration.
Mit dem Schwung aus dem Viertelfinale spielte die Regionalligaspielerin des TC Deuten auch im Halbfinale groß auf. Mit Joelle Steur (20) wartete wieder eine deutsche Spielerin, die bereits in die Top 500 der Weltrangliste vorgestoßen ist. Bennemann begeisterte die Zuschauer erneut, siegte 6:4/6:4 und zog ins Finale ein.
Finale wurde zum Nervenspiel
Aufgrund der schlechten Witterung am Sonntag wurde das große Finale zum Nervenspiel. Wieder und wieder wurde das Match nach hinten verlegt, die lange Wartezeit zerrte an den Nerven von Spielerinnen und Fans. Nach einer unfassbaren Turnierwoche musste sich Bennemann dann vor toller Kulisse 2:6/2:6 der Niederländerin Stephanie Visscher (24) geschlagen geben, die bereits vier ITF-Titel im Einzel und 21 ITF-Titel im Doppel vorweisen kann.
„Ich habe mich vielleicht etwas zu stark unter Druck gesetzt. Aber sie war auch einfach richtig gut“, analysierte Bennemann treffend den Verlauf des Endspiels. In diesem wurde sie durch die wuchtigen Schläge der erfahrenen Gegnerin ständig in die Defensive gedrückt. Viel zu selten konnte sie ihr eigenes Spiel aufziehen.
Applaus bei der Siegerehrung
Bei der Siegerehrung wurde die Nachwuchsathletin der WTV-Talentschmiede sowohl vom WTV-Präsidium als auch vom anwesenden Vizepräsidenten des Deutschen Tennis Bundes, Robert Hampe, mehrfach gelobt und erntete viel Applaus. Ein Zuschauer traf den Nagel auf den Kopf, als er am Sonntagnachmittag Eva Bennemanns Husarenritt als westfälisches Tennis-Märchen bezeichnete. In der neuen Weltrangliste wird Eva Bennemann durch ihre zehn erspielten Punkte auf Anhieb rund um Position 1000 einsteigen.




























