Mit einem bunten Graffiti haben sich deutsche und polnische Schüler am Tisa-Archiv verewigt. Das gemeinsame Kunstprojekt war Teil eines internationalen Jugendprojektes mit dem Paul-Spiegel-Berufskolleg und einer Partnerschule aus Wodzisław in Schlesien.
Mit weißen Schutzanzügen hatten sich die Jugendlichen gegen Farbspritzer gewappnet, bevor sie ihr gemeinsames Projekt in Angriff nahmen. Unter der Leitung des Graffitikünstlers Levin Tomala aus Gladbeck gestalteten die jungen Künstlerinnen aus Polen zusammen mit ihren deutschen Freunden die Seitenfläche eines großen ISO-Containers, der am Tisa-Archiv als Lagerraum dient.
Tomala hatte das Motiv in seinen Umrissen schon vorgezeichnet, so dass sich die Jugendlichen auf die farbliche Ausgestaltung konzentrieren konnten. Dargestellt waren drei ineinander verwobene Flaggen, namentlich die deutsche Trikolore, das europäische Sternenbanner und polnisches Rot-Weiß. „Dieses Motiv soll die deutsch-polnische Freundschaft darstellen, verbunden durch die EU“, erklärt Levin Tomala. „Es ist kurz, knapp und auf den Punkt, und man kann es von der Straße aus sehr gut erkennen.“

Lange Städtefreundschaft mit Wodzisław
Die farbenfrohe Aktion stand dabei im Rahmen einer langjährigen Freundschaft. „Es geht dabei um das internationale Jugendprojekt der Partnerkreise unter dem Titel ‚Jugend in Europa'“, erklärt Swetlana Bernstein, Lehrerin am Paul-Spiegel-Berufskolleg. Dabei arbeiten die beiden Partnerkreise Wodzisław in Polen und der Kreis Recklinghausen eng zusammen. „Die deutschen Schüler waren bereits 2019 in Polen, und eigentlich sollte 2020 der Gegenbesuch stattfinden“, erklärt Bernstein. „Das wurde aber durch Corona verhindert.“
Zusammen mit ihrer Kollegin Nina Brinkmann und zwei polnischen Lehrern hatte Swetlana Bernstein nun die Gelegenheit, das fröhliche Dutzend polnischer Schülerinnen vier Tage lang in Dorsten und Umgebung willkommen zu heißen. „Wir freuen uns sehr, hier sein zu können“, erklärte Lehrer Damian Materzok.

Starke Tisa beeindruckte die Gäste
Zum Tisa-Archiv waren auch Sabine Fischer von der Stadtagentur und der Vorsitzende der Tisa-Stiftung, Lambert Lütkenhorst erschienen. „Es freut uns sehr, das Tisa-Archiv als außerschulischen Lernort präsentieren zu können“, sagte Lütkenhorst. Im Anschluss an das Graffiti-Projekt führten Sabine Fischer und Lambert Lütkenhorst die Jugendlichen durch das Archiv. Besonders spannend für die Gäste war dabei die persönliche Geschichte Tisas und ihre Rolle als starke und selbstbestimmte Frau in schwierigen Zeiten. „Das hat die Schülerinnen sehr beeindruckt“, berichtet Sabine Fischer.
Strahlende Augen an der Dampfmaschine
Nach dem Tisa-Archiv stand auch noch ein Rundgang über das Zechengelände auf Fürst Leopold auf dem Programm. Dabei konnten die Besucher die vom Bergbauverein gepflegte Dampfmaschine in Bewegung erleben. Besonders Damian Materzok bekam hier strahlende Augen, denn vor seiner Tätigkeit als Lehrer hatte der Pädagoge ebenfalls „auf Zeche“ gearbeitet.
Auch in anderen Ruhrgebietsstädten waren die jungen Polinnen und ihre deutschen Altersgenossen unterwegs. So stand etwa ein Besuch im Fußballmuseum in Dortmund auf dem Programm.




























