Ein sonniger Sonntag, offene Gartentore und jede Menge grüne Leidenschaft: Die vierte Ausgabe von „Dorsten zeigt Gärten“ war ein voller Erfolg. Am 15. Juni 2025 präsentierten sich 14 ganz unterschiedliche Gartenparadiese in Dorsten – so viele wie nie zuvor.
Hunderte Besucher nutzten die Gelegenheit, durch blühende Oasen zu schlendern, mit den Gastgebern ins Gespräch zu kommen und sich inspirieren zu lassen. Viele kamen mit dem Fahrrad, einige sogar in kleinen Gruppen. Die Resonanz war durchweg positiv.
Mitorganisator Jürgen Jansen zeigte sich sehr zufrieden: „Es waren viele Besucher unterwegs, das Wetter war angenehm und die Stimmung großartig. Auch die Gartenbesitzer haben durchweg von interessanten Gesprächen und begeisterten Gästen berichtet.“

Wir haben vier der vierzehn Gärten besucht. Jeder einzelne erzählte eine ganz eigene Geschichte:
Garten mit zweitem Leben – Der „Second-Hand-Garten“
Ein Garten voller Geschichten und geretteter Pflanzen: Im liebevoll gestalteten Second-Hand-Garten von Kerstin Schnädelbach und Harald Netzlaff blüht eine Rose, die einst auf dem Sperrmüll landete. Forsythien, ein Apfelbaum oder ein Himbeerstrauch – viele Pflanzen hatten bereits ein Zuhause, bevor sie hier ein neues fanden.

„Ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt“, sagt Kerstin. Vieles bekommt das Paar auch gespendet. Neben dem Garten engagieren sich die beiden leidenschaftlich für den Tierschutz: Am Veranstaltungstag sammelten sie Spenden für den Verein „Hassel – tierische Hilfe“, unter anderem mit einem Gartenflohmarkt mit Kleidung, Spielzeug und Deko. Ihr ehrenamtliches Engagement reicht weit: Auch beim Dorstener Lichterfest sind sie aktiv.
Mediterranes Lebensgefühl
Ein kleines Urlaubsparadies mitten in Wulfen-Barkenberg: Frank Christmann und Claudia Müller haben aus einem verwilderten Grundstück einen mediterranen Garten geschaffen, der an Südfrankreich erinnert. Seit 2012 wird hier ganz in Eigenleistung mit Hingabe gewerkelt.

„Die Bruchsteinwege habe ich selbst verlegt“, erzählt Claudia stolz. Die Handarbeitslehrerin und ihr Partner, ein Musiker, lieben den Süden – das spürt man in jeder Ecke. Zum ersten Mal bei „Dorsten zeigt Gärten“ dabei, freuten sich die beiden über viele begeisterte Besucher: „Wir wollten einfach mal zeigen, was mit Leidenschaft und Kreativität möglich ist.“
Gärtnerleidenschaft mit Stil – Der Sommerwohnzimmergarten
Ein Garten ohne Rasen, aber mit ganz viel Liebe zum Detail: Steffi Wehmeyer, von Beruf Gärtnerin, hat ihren Garten 2019 komplett neu angelegt, mit geschwungenen Wegen, ausgewählten Stauden und einer Farbwelt in Rosa, Lila, Pink, Weiß und Blau. Gelb und Rot sucht man hier vergeblich – bewusst, wie sie sagt: „Ich wollte mich farblich mal fokussieren.“

Ihr Lebensgefährte Michael Brockmann hat als Hobby-Handwerker liebevoll gestaltete Holzelemente beigesteuert. Auch kulinarisch war für die Gäste gesorgt: Familie und Freunde organisierten ein Kuchenbuffet, dessen Erlös dem Streunerkatzenprojekt Dorsten zugutekommt.
Garten mit Geschichte
Seit der ersten Stunde mit dabei: Ulrike und Wolfgang Baldauf gehören zu den Mitorganisatoren von „Dorsten zeigt Gärten“, und öffnen jedes Jahr ihren gemütlichen Hinterhofgarten. Besucherinnen und Besucher konnten bei Kaffee und Kuchen verweilen, der Erlös ging an das Friedensdorf Oberhausen.

Ulrike Baldauf erzählte von vielen guten Gesprächen, und kleinen Anekdoten: „Manchmal verschwindet auch mal eine kleine Skulptur. Aber die positiven Erlebnisse überwiegen ganz klar.“ Viele Gäste kommen jedes Jahr wieder, gespannt auf neue Gartenideen und Begegnungen.
Fazit: Ein grünes Fest mit Herz
„Dorsten zeigt Gärten“ war auch in diesem Jahr weit mehr als eine Ausstellung gepflegter Beete. Es war ein Tag des Austauschs, des Staunens, und des bürgerschaftlichen Engagements. Viele Gastgeber sammelten Spenden für gute Zwecke, alle zeigten mit viel Offenheit und Herzblut, wie vielfältig Gartenkultur in Dorsten sein kann.
Ob naturnah, künstlerisch, verspielt oder mediterran – die Liebe zum Grünen war überall spürbar.





























