Seit der Schließung des toom-Gebäudes am Platz der Deutschen Einheit regiert in den leeren Hallen nur der Staub. Mit einem neuen Konzept soll hier aber innerhalb eines Jahres eine hochwertige Adresse entstehen – der Dorstener Campus.
Anfang des Jahrtausends war das toom-Gebäude noch ein belebter Anlaufpunkt in der östlichen Altstadt. Doch das Supermarktkonzept funktionierte nicht mehr, und Ende 2021 wurde das Gebäude verlassen. Heute herrscht hier Leere. Nur die Fußspuren im Staub der weiten Hallen verraten, dass hier die Aktivität wieder zunimmt. Als „Dorstener Campus“ soll das Gebäude ganz neuen Glanz erhalten.
Kooperation Dr. Schlotmann mit Uwe Suberg
Zusammen mit dem Recklinghäuser Gastronomen Uwe Suberg hat die Familie Schlotmann das Konzept entwickelt. So soll eine Mischung aus Gastronomie, Konferenzräumen, Hotellerie und Gesundheitsangeboten unter einem Dach zusammengeführt werden.

„Unser Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, erklärt Luca Schlotmann. „Daher suchten wir für die weitere Entwicklung neue Flächen.“ Eine Gelegenheit ergab sich schließlich durch den Kontakt zu Uwe Suberg. „Wir haben uns sofort gut verstanden und gemerkt, dass wir auch unternehmerisch gut zusammenpassen“, so Schlotmann. Gemeinsam mit dem Gastronom aus Recklinghausen konnte man ein Konzept entwickeln, das auch den Mercureim-Fonds als Eigentümer des Gebäudes überzeugt habe.
Gastronomie und Handel im Erdgeschoss
So soll im Erdgeschoss das Restaurant „Noah’s Place“ Einzug halten. Dieses ist mit internationalen Speisen bereits in vier Städten präsent. Ergänzt wird das Angebot auf dieser Ebene zudem durch zwei Filialisten aus dem Discounterbereich und einen in Dorsten bereits bekannten Bäcker. Hier laufen aber noch Verhandlungen.

Medizinisches Angebot in den oberen Etagen
In den oberen Etagen wird der Gesundheitsaspekt die größte Rolle spielen. So richtet Dr. Schlotmann hier ein neues OP-Zentrum ein, in dem zahnmedizinische Eingriffe durchgeführt werden können. „Wir haben uns hier bewusst für den Standort Dorsten entschieden“, erklärt Luca Schlotmann dazu. „Hier wollen wir unsere Kompetenzen konzentrieren.“ Dazu gehört auch eine große kieferorthopädische Abteilung auf 180 Quadratmetern sowie ein neues physiotherapeutisches Zentrum. Dieses entstehe in Zusammenarbeit mit der Praxis Schäffler und Lüneborg, die dann im Dorstener Campus einziehen würde.
Ergänzt wird das medizinische Angebot durch einen Anbieter aus dem Bereich Orthopädie und einen weiteren Heildienstleister. Da hier noch die Verhandlungen laufen, werden die Namen erst später bekannt gegeben. Es soll sich aber um in Dorsten bekannte Anbieter handeln.
Dorstener Campus wird heller und moderner
Um das Gebäude heller und moderner zu gestalten, wird das Dach an zwei Stellen für großzügige Lichthöfe geöffnet. Zur bestmöglichen Umsetzung wurde dafür der Architekt des Ursprungsgebäudes, Gerhard Schlaug, aus dem Ruhestand geholt. „Zum Glück war das Gebäude damals energetisch schon sehr modern gebaut worden“, erklärt Luca Schlotmann. Dennoch wird die Haus- und Klimatechnik natürlich auf den neuesten Stand gebracht. Die Innengestaltung übernimmt die Firma Jörg Baumeister aus Dorsten.
Konferenz- und Schulungsräume
Davon profitieren auch die Konferenzräume, die im Obergeschoss entstehen sollen. Dank beweglicher Wände können je nach Bedarf drei kleinere Räume oder ein großer Saal für rund 130 Teilnehmer angeboten werden. Das Catering kann dabei durch die Firma Suberg mitgebucht werden. „Auch für Dorstener Firmen dürfte dieses Angebot attraktiv sein. Es gibt bisher nicht viele solcher Möglichkeiten“, zeigt sich Luca Schlotmann überzeugt. Außerdem will die Firma Schlotmann hier auch eigene Schulungen oder Informationsveranstaltungen durchführen.

Hotelzimmer und Wellness
Für Übernachtungen wird es fünf Hotelzimmer in unterschiedlichen Größen geben. „Hier können Übernachtungsgäste logieren und bei Bedarf auch in Ruhe arbeiten“, erklärt Luca Schlotmann. Die Räume folgten dabei in der Gestaltung dem „Weltenbummler“-Konzept von Subergs „Noah’s Place“. Auch Patienten, die vor oder nach einer Operation eine Unterbringung bräuchten, könnten die Räume nutzen.
Für entspannungssuchende Gäste werden im Dorstener Campus sogenannte Day-Spa-Angebote eingerichtet. Fünf mit Whirlpool und Sauna eingerichtete Suiten sollen hierbei Paaren und Familien Erholung bieten.
„Aushängeschild für Dorsten“
„Der Dorstener Campus wird ein Aushängeschild für Dorsten“, davon ist Luca Schlotmann überzeugt. Derzeit läuft noch das Baugenehmigungsverfahren. Mit dem Baubeginn wird Mitte Mai gerechnet. Die Eröffnung soll dann Anfang 2023 erfolgen.




























