Die Städtepartnerschaft zwischen Dorsten und der polnischen Stadt Rybnik besteht seit mehr als drei Jahrzehnten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat sie zahlreiche Begegnungen, Freundschaften und gemeinsame Projekte hervorgebracht. Aktuell vertritt eine kleine Delegation die Stadt Dorsten in der schlesischen Partnerstadt. Mit dabei sind der stellvertretende Bürgermeister Julian Fragemann sowie Friedhelm Fragemann, Ehrenmitglied des Rates der Stadt Dorsten.
Bereits seit Donnerstag sind die Dorstener Gäste in Rybnik und erleben ein umfangreiches Programm, das ganz im Zeichen internationaler Partnerschaften und des europäischen Austauschs steht.
„Wir freuen uns natürlich, dass die Stadt Rybnik uns eingeladen hat“, berichtet Julian Fragemann. Die enge Verbindung zwischen beiden Städten sei von Beginn an spürbar gewesen. „Die Städtepartnerschaft besteht seit 1994. Es gibt viele enge Verbindungen, mittlerweile privater Natur, aber auch zwischen den Stadtspitzen und den Städten an sich. Das haben wir von Anfang an wieder gemerkt. Wir sind sehr herzlich empfangen worden.“

Empfangen wurde die Delegation von Vertretern des Stadtpräsidenten Piotr Kuczera. Auch der Stadtpräsident selbst nahm sich Zeit für die Gäste aus Dorsten und traf die Delegation nach einem Besuch des Regionalen Bildungszentrums, wo die Teilnehmer an einem Workshop teilnahmen.
Bildung, Kultur und internationale Begegnungen in Rybnik
Der Freitag stand ganz im Zeichen von Bildung und Kultur. Nach dem Besuch des Regionalen Bildungszentrums folgten eine Parade der Majoretten und Blaskapellen sowie das internationale Blasmusikfestival „Goldene Lyra“ auf dem Rybniker Marktplatz.

Dort präsentierten sich zahlreiche Musik und Tanzgruppen aus verschiedenen europäischen Ländern. Friedhelm Fragemann zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Teilnehmer: Gruppen aus Tschechien, der Slowakei, dem Baltikum und weiteren Regionen sorgten für ein buntes und internationales Bild in der Altstadt.
Die „Goldene Lyra“ gehört zu den traditionsreichen Kulturveranstaltungen der Stadt und lockte zahlreiche Besucher auf den Marktplatz. Begleitet von einem großen Orchester fanden Tanzvorführungen und Wettbewerbe statt, die den internationalen Charakter des Festivals unterstrichen.
Feierlicher Abend im Zeichen der Städtepartnerschaften
Höhepunkt des Freitags war eine Festveranstaltung, bei der gleich mehrere internationale Partnerschaften gewürdigt wurden. Im Mittelpunkt standen das 65-jährige Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen Rybnik und Saint Vallier in Frankreich sowie die 25-jährigen Partnerschaften mit Eurasburg in Bayern und Iwano-Frankiwsk in der Ukraine.

„Das war natürlich der Hauptpunkt der Reise“, erklärt Julian Fragemann. „Ein wirklich würdevoller und ganz spannender und toller Abend, den wir hier erleben durften.“
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde zudem die Ehrenbürgerschaft der Stadt Rybnik verliehen. Vertreter sämtlicher Partnerstädte waren in die Veranstaltung eingebunden. Ein offizieller Cocktail-Empfang rundete den Abend ab.
Industriekultur und Wasserstoffmobilität
Am Samstag richtet sich der Blick auf die industrielle Geschichte der Region. Nach einer Stadtrundfahrt mit einem modernen Wasserstoffbus besucht die Delegation die historische Kohlenmine Ignacy, eines der bedeutenden Industriedenkmäler der Region.
Auf dem Programm stehen eine geführte Besichtigung der ehemaligen Zeche sowie die Teilnahme an der „Industriada“, dem bekannten Festival der Industriekultur in der Woiwodschaft Schlesien.
Die Verbindung von historischer Bergbaukultur und moderner Wasserstofftechnologie zeigt dabei eindrucksvoll den Strukturwandel, den die Region in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat.
Besonderer Auftritt der Dorstener Schüler in Rybnik
Ein besonderer Höhepunkt aus Sicht der Dorstener Delegation steht am Samstagabend bevor. Auf dem Marktplatz von Rybnik werden Schüler der Dorstener Gymnasien gemeinsam mit internationalen Musikern auftreten.
„Das ist für uns als Dorstener Delegation heute Abend noch einmal ein besonderer Auftritt, auf den wir uns schon freuen“, sagt Julian Fragemann.
Gerade solche Begegnungen zeigen, dass Städtepartnerschaften weit mehr sind als offizielle Besuche. Sie schaffen Räume für kulturellen Austausch, persönliche Freundschaften und europäische Verständigung über Generationen hinweg.
Nach mehr als 30 Jahren bleibt die Verbindung zwischen Dorsten und Rybnik damit lebendig und zukunftsorientiert – getragen von Menschen, die die Partnerschaft aktiv gestalten und mit Leben füllen.




























