Dorsten ist ein sehr beliebtes Reiseziel für Störche. Jetzt sind vier neue Jungstörche ins Nest am Hervester Bruch gezogen. Der Hervester Heimatverein und viele Vogel-Fans schauten am Freitag dabei zu, wie der Nachwuchs beringt wurde. Jeder Storch erhielt dabei seine ganz persönliche Identifikationsnummer.
Der Hervester Bruch ist eine ruhige und entspannende Spazierroute für viele Dorstener. Das Storchennest im Herzen das Waldes gilt dabei als großes Highlight. Jedes Jahr werfen Störche hier ihren Nachwuchs aus. Auch in diesem Jahr kamen vier Jungstörche zur Welt. Jetzt wurden die Störche entsprechend beringt.

Ein Ring ist wie ein Personalausweis
Landschaftsökologe Niels Ribbrock beobachtete das Beringen der neuen Brut. Der Storchexperte klärt auf, warum die Ringe angebracht werden: „Mann kann sich den Ring wie einen Personalausweis vorstellen. Jeder Storch bekommt eine eigene Identifikationsnummer. So können wir die Vögel tracken und ihre Flugrouten verfolgen. Anhand der Ringe können wir herausfinden, ob sich die Ziele und Flüge der Störche über die Jahre verändern.“
Tatsächlich gibt es Veränderungen in den Flugrouten. Früher flogen die Vögel über Osten nach Südafrika. Mittlerweile fliegen die Störche über West-Europa in den Hervester Bruch. Dank der Ringe und der internationalen Zusammenarbeit verschiedener Vogelwachen ist das Tracking möglich.

Störche sind Ehrenamtsarbeit
Michael Jöbges bringt seit 1990 landesweit die Ringe an Störchen an. „Die Ringe bekomme ich von der Vogelwache Helgoland mit Sitz in Wilhelmshafen. Die Ringe sind reglementiert, ich habe nur 150 Ringe für das gesamte Land. Ich bin nahezu der einzige im Land, der die Jungstörche beringt. Und das alles mache ich ehrenamtlich aus privater Zeit und eigenen Kosten.“
Der Beringer wurde mit einem Hubwagen von Rhein-Ruhr-Lift zum Nest gefahren, dann ging alles ganz schnell. Nach nicht einmal fünf Minuten fuhr der Wagen wieder herunter. Als nächstes sind die Störche in Gahlen dran. „Wenn wir schon einmal den Wagen haben, dann nutzten wir den auch richtig aus“, erklärt der Vogelexperte mit einem Grinsen.





























