Drei Jahre sind seit dem 12. Dorstener Gesundheitstag ins Land gezogen. Corona machte auch vor Gesundheitsthemen nicht halt, und so musste die 13. Auflage dieser Traditionsveranstaltung trotz mehrfacher Vorbereitung immer wieder verschoben werden. Am 4. März war es endlich so weit.
Mit spannenden Vorträgen und einem attraktiven Rahmenprogramm rund um den Themenbereich Gesundheit & Schlaf lockte das St. Elisabeth-Krankenhaus gemeinsam mit der Volkshochschule Dorsten zahlreiche Menschen bei eher trübem Wetter in die Räumlichkeiten der VHS. Carsten Feldhoff, Leiter der VHS, führte beim Dorstener Gesundheitstag durch das kurzweilige Programm, und Sarah Höchst, stellv. Leitung Unternehmenskommunikation des KKRN, konnte schon früh eine positive Zwischenbilanz ziehen: „Wir freuen uns über eine sehr große Resonanz heute!“

Raum für jede Mengen Mythen
Pünktlich um 13 Uhr begrüßte Bürgermeister Tobias Stockhoff als Schirmherr der Veranstaltung die Anwesenden und übergab dann an Guido Bunten. Der Geschäftsführer und kaufmännische Betriebsleiter des St. Elisabeth-Krankenhauses Dorsten führte mit einem launigen Ausblick in ein Thema ein, das zwar jeden betrifft, das aber dennoch Raum für jede Mengen Mythen und falsche Vorstellungen bereithält. Denn obwohl der Schlaf zum Leben dazugehört wie das Atmen, hat er Generationen von Wissenschaftlern vor viele Fragen gestellt.

Darauf wies auch Dr. med. Norbert Holtbecker, Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord am St. Elisabeth-Krankenhaus, in seinem Vortrag hin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man zwar schon, dass der Schlaf mit einer reduzierten Erregbarkeit der Organe einhergeht, ansonsten beschränkte sich das Wissen allerdings auf oberflächliche Wahrnehmungen. Den Abläufen im Körperinneren, vor allem im Gehirn, kam man erst mit der Erfindung des EEG auf die Spur. Seither hat der Schlaf immer mehr Geheimnisse preisgegeben.
Heute hat man ein recht gutes Verständnis von den verschiedenen Schlafphasen und wie sie sich im Laufe des Lebens verändern. Mit Blick auf die viel beschworene optimale Schlafdauer konnte Dr. med. Norbert Holtbecker zumindest teilweise Entwarnung geben. Nicht alles, was von den statistischen Mittelwerten abweicht, ist automatisch als Schlafstörung zu bewerten. Um eventuelle Auffälligkeiten besser einordnen zu können, müsste man schon etwas genauer hinschauen, z. B. bei einer Untersuchung im Schlaflabor.
Bewährte Therapiemaßnahmen
Auf solche Schlafstörungen gingen Dr. med. Hermann Thomas, Chefarzt der Lungenklinik Ruhrgebiet Nord am St. Elisabeth-Krankenhaus und Zahnärztin Britta Hofmeister, Gesundheitszentrum St. Elisabeth, Dorsten in ihren Vorträgen ein. Im Anschluss erläuterte Friedrich A. Held, Facharzt für Innere Medizin u. Pneumologie, MVZ Ruhrgebiet Nord, Marl was sich hinter dem Begriff „Schlafapnoe“ verbirgt. Dr. med. Hermann Thomas und Dr. med. Norbert Holtbecker widmeten sich den Herausforderungen, mit denen man bei Schichtarbeit oder beim Autofahren konfrontiert sein kann.
Nicht jedes nächtliche Aufwachen ist gleich eine Schlafstörung, doch starkes Schnarchen oder gar eine Schlafapnoe können mittel- und langfristig ernsthafte Folgen haben. Bei einer Schlafapnoe können die Atemstillstände teilweise einige Minuten dauern. Die Folgen können über Herzrhythmusstörungen bis zu Herzinfarkt und Schlaganfall reichen. Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Mit einer Maskentherapie oder dem Einsatz von Zahn-Schienen stehen effektive Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Hilfreiche Informationen und Kursangebote
Da zu einem gesunden, erholsamen Schlaf auch eine gesunde Lebensführung gehört, konnte man sich abseits der Vorträge an den Ständen der Aussteller zahlreiche Anregungen für den eigenen Alltag holen. Ernährungstipps gehörten ebenso dazu wie Yoga, Qigong und Atemtechniken zum besseren Einschlafen, die der krankenhauseigene Verein KKRN-aktiv e.V. vorstellte.

Auch die Deutsche Selbsthilfegruppe für Sauerstoff-Langzeit-Therapie, die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Borken e. V. sowie der Seniorenbeirat Dorsten gehörten zu den Ausstellern. Zahlreiche Kurse mit Gesundheitsbezug hatte zudem die VHS Dorsten im Angebot. Passend zum Motto des Gesundheitstages konnte Dr. Sonja Kalinowski von der Volkshochschule auf einen Workshop hinweisen, der am 9. März zwischen 18.30 und 20.15 Uhr stattfindet: Einschlafen, durchschlafen, besser schlafen!






























