Milchzähne fallen aus und machen Platz für die bleibenden Zähne – der Zahnwechsel ist ein bedeutender Meilenstein bei der Entwicklung von Kindern. Die Dorstener Kieferorthopädin Dr. Marny Abendroth erklärt, warum eine intensive Betreuung in dieser Zeit wichtig ist, welche möglichen Herausforderungen es beim Zahnwechsel gibt und wie Eltern ihre Kinder unterstützen können.
Was genau passiert beim Zahnwechsel?
Dr. Marny Abendroth: Der Zahnwechsel bei Kindern verläuft in zwei Phasen. Die erste Phase, in der Regel im Alter von 6 und 8 Jahren, bezeichnen wir als „frühes Wechselgebiss“. Hierbei werden die ersten Milchzähne durch bleibende Zähne ersetzt, oft beginnend rund um die Einschulung mit dem Verlust der Schneidezähne. Gleichzeitig brechen in dieser Zeit auch die sogenannten Zuwachszähne durch, zusätzliche Backenzähne für die keine Milchzähne ausfallen. Nach einer Ruhepause von rund ein bis zwei Jahren beginnt zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr der zweite Zahnwechsel. In dieser „späten Wechselgebiss“-Phase werden die restlichen Milchzähne, wie Eck- und Backenzähne, durch bleibende Zähne ersetzt, was den Abschluss des Zahnwechsels markiert. Eine regelmäßige Untersuchung durch einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie ist während dieser gesamten Zeit wichtig, um Fehlfunktionen von Zähnen und Kiefer frühzeitig zu erkennen.
Warum werden Zähne eigentlich ausgewechselt?
Dr. Marny Abendroth: Die Zahnwechselphasen nutzen das Wachstumspotential des Kindes und der Kieferknochen. Die Milchzähne sind viel kleiner und passen so anfangs zu der Größe des noch kleinen Kieferknochens, aber mit dem Wachstum passen sie nicht mehr richtig zusammen. Durch den Zahnwechsel wird dieses Verhältnis wieder ausgeglichen. Auch die Anzahl der Zähne wird an die Größe des Kieferknochens angepasst. Während das Milchzahngebiss aus 20 Zähnen besteht, hat das Gebiss eines Erwachsenen 28 bis 32 Zähne.

Können Probleme beim Zahnwechsel auftreten?
Dr. Marny Abendroth: Tatsächlich kann es während des gesamten Zahnwechsels zu Begleitbeschwerden kommen. So können zu früh verlorene Milchzähne dazu führen, dass Nachbarzähne in die entstandene Lücke kippen, was die Zahnstellung beeinträchtigen kann. Auch kann durch falsch verzahnte Zähne das Wachstum negativ beeinflusst werden. Sind zu früh verlorene Schneidezähne betroffen, kann unter Umständen die Sprachentwicklung gestört werden.
Wie können Eltern den Zahnwechsel ihrer Kinder unterstützen?
Dr. Marny Abendroth: Eine gute Zahnpflege ist auch während des Zahnwechsels wichtig, um das Kariesrisiko für die bleibenden Zähne zu senken und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Neben den halbjährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt empfehlen wir, Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren bei einem Kieferorthopäden vorzustellen. Dieser Vorsorgecheck im Vorschulalter gibt einen guten Überblick über die Zahn- und Kieferstellung, die richtigen Platzverhältnisse, den korrekten Zusammenbiss und Lippenschluss. So kann festgestellt werden, ob gegebenenfalls funktionelle Übungen durch einen Logopäden notwendig sind und ein möglicher kieferorthopädischer Behandlungsbeginn kann rechtzeitig festgelegt werden. Eine Überweisung vom Zahnarzt oder Kinderarzt ist nicht erforderlich.
Haben Sie Fragen zum Thema Zahnwechsel? Wir beraten Sie gerne persönlich!
Auf einen Blick:
- Ab dem 1. Geburtstag zur halbjährlichen Kontrolle zum Zahnarzt
- Vorsorgecheck beim Kieferorthopäden im Vorschulalter: So können mögliche Kiefer- und Zahnfehlstellungen frühzeitig erkannt werden.
- Eine Überweisung ist nicht notwendig.
- Empfehlung: jährliche Kontrolltermine beim Facharzt für Kieferorthopädie zur Überwachung des Zahnwechsels.
- Der Behandlungsbeginn bei Kindern liegt meist zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr.
Der direkte Weg zu Dr. Marny Abendroth

Dr. Marny Abendroth
Fachzahnärztin für Kieferorthopädie
Südwall 15
46282 Dorsten
Tel.: 0 23 62 / 99 77 405
E-Mail: [email protected]
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