Der Kegelverein „Kaputte 35“ feiert sein 40-jähriges Bestehen und ging auf große Fahrt.

Dorsten. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft und das schon seit 40 Jahren: Die Kegelschwestern und Brüder des Kegelvereins „Kaputte 35“.

Kegelverein Kaputte 35 Dorsten Jubiläum 40 Jahre
Die Eingeschworenen 12 vom Kegelverein „Kaputte 35“

Obwohl der Name anfänglich nichts Gutes verheißt, sind die aktiven Kegelgeschwister alles andere als „kaputt“. Eine für damalige Zeiten noch jugendliche Clique, beheimatet derzeit hauptsächlich alle im Marienviertel, gründeten im Mai 1979 den Kegelverein.

Seitdem wird regelmäßig die Kugel geworfen. Anfänglich noch in der Gaststätte Klosner, heute im Vereinslokal „Deutsches Eck“ in Holsterhausen.

Dorsten Jubiläum 40 Jahre
Königliches Trio: Kegelkönig Andreas Naujok mit seiner Kegelkönigin Anne Schürmann (l.) und Schützenkönigin 2018 Dorf-Holsterhausen Petra Lemberg

Respektvoller Umgang und Spaß

An großen Turnieren oder Stadtmeisterschaften hat die Clique in den vier Jahrzehnten nie teilgenommen – weil ihnen der sportliche Erfolg gar nicht so wichtig ist. Der Spaß steht bis heute, wie Andreas Naujok und letzter Kegelkönig sagt, immer im Vordergrund. Besonders der gute Zusammenhalt über all die Jahre, der respektvolle Umgang, das Vertrauen getreu dem Motto „Einer für alle, alle für einen“ hat die heute zwölfköpfige Mannschaft und gereiften Teenager über all die Jahre fest zusammengeschweißt.

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Paul Schürmann (l.), Hermann Imping und Tina Wobbe auf „großer Fahrt“ über den Kanal.

Hermann Imping hielt sein Versprechen

Besonders was die Kreativität anbelangt, erinnert sich Andreas Naujok noch gerne an den Pokal, der vor etlichen Jahren für den schlechtesten Kegler des Jahres gebaut wurde. Naujok und Paul Schürmann hatten dazu, was Größe und Gestaltung anbelangte und was aus einer Bierlaune heraus entstand, ganz eigene Ideen entwickelt. Ein völlig ahnungsloser Hermann Imping versprach spontan, dass er den fertigen Pokal anschließend mit Sekt auffüllen werde.

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Hans-Peter Wobbe (l.) sagt genau, wo es bei der Kanalfahrt mit dem Klaubertmann lang geht.

Am Ende staunte Imping nicht schlecht. „Eigentlich wollten wir ein Speisfass als Pokal umbauen. Entschieden uns dann aber für einen Pokal, fein säuberlich geschweißt, indem genau zehn Liter Sekt passten“, so Naujok. Er muss heute noch lachen, wenn er an den Moment denkt, als Hermann Imping diesen überdimensionalen Pokal sah. „Versprochen, war versprochen und Hermann füllte, tatsächlich ohne mit den Wimpern zu zucken den Pokal mit Sekt. Allerdings war es am Ende für uns eine schwierige Angelegenheit, den Pokal leer zutrinken“.

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König Andreas Naujok gibt den Startpfiff zur Abfahrt

40 Jahre nix als Blödsinn im Kopf

Blödsinn haben die Kegelgeschwister immer gemacht. So konnte es passieren, dass um Mitternacht die komplette Mannschaft bei einem Kegelbruder oder Schwester am Geburtstag lautstark vor der Haustür auftauchte, um ein Ständchen zu bringen.

Im Kegelverein „Kaputte 35“ sind Frauen sowie Männer volles Mitglied. Das bedeutet, dass die Frauen nicht dafür da sind, um Bütterken zu schmieren, oder dem Mann nach einer langen Kegelnacht Aspirin reichen. Die Kegelschwestern halten voll mit drauf. Gehen gemeinsam mit auf Kegeltour.

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Kassiererin Tina Wobbe und Paul Schürmann gut behütet.

Kegeltouren quer durch Deutschland und Europa

Und davon gab es in den letzten 40 Jahren jede Menge. „Wir haben ganz Deutschland, von Hamburg bis München und Europa bereist“, so Naujok. Zum Jubiläum allerdings blieben sie in Dorsten und machten eine Kanalfahrt.

Warum ans Mittelmeer? Eine Kanalfahrt die ist lustig… besonders wenn die Sonne scheint.

Das in all den Jahren schon mal untereinander die „Fetzen“ flogen und über „Gott und die Welt gestritten wurde, sei normal, findet Naujok. „Wie es eben unter Geschwister üblich und normal ist. Am Ende haben wir uns aber immer wieder vertragen“.

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Wichtige Bordinfos hinsichtlich Schwimmwesten und Rettungsringe

Viele Erinnerungen und weit vorausschauend

Und das macht den Kegelklub so besonders. Seit 40 Jahren kennt man sich. Damals noch ohne Kinder, später mit Kinder, wo Oma und Opa auf den Nachwuchs aufpassen musste, wenn es zum Kegelabend ging. Und heute? „Heute haben wir alle gemeinsam unsere Silberhochzeit gefeiert. Einige haben Enkelkinder. Weit vorausschauend planen wir mittlerweile auch schon unsere Goldhochzeit“, ergänzt Andreas Naujok schmunzelnd.

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Was geht ab…?

Deshalb bleiben die heute noch zwölf „Kaputten 35“ auch für die nächsten 40 Jahre, wie Naujok sagt, unter sich und nehmen niemanden mehr in ihrem Verein auf.

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Bevor alle untergehen, noch schnell ein Erinnerungsfoto.

Petra Bosse

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