StartDorstenMenschenFlorian Klomfaß: „Wenn ich deine Stimme höre, dann ist Weihnachten!“

Florian Klomfaß: „Wenn ich deine Stimme höre, dann ist Weihnachten!“

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Wer jemals an einem Winterabend auf dem Dorstener Marktplatz stand und den Eisstock Richtung Daube geschoben hat, der kennt auch Florian „Flo“ Klomfaß. Für viele ist er die Stimme des Turniers, der Moderator, der seit 16 Jahren durch die Eisstockmasters führt.

Florian wurde 1984 in Recklinghausen geboren, ist aber in Dorsten groß geworden. Nachdem er zwischenzeitlich in Holsterhausen wohnte, lebt er mittlerweile seit elf Jahren auf der Hardt. Nach dem Abitur begann er sein Lehramtsstudium, das er jedoch nicht zu Ende führte, denn sein Lebensweg sah dann doch etwas anders aus. Der damals 25-Jährige sprang aushilfsweise bei einer Moderation des Eistockturniers ein und ist seitdem dort nicht mehr wegzudenken.

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Gefrierender Regen und Glühwein-Unfälle

Anfangs moderierte er noch unter freiem Himmel, später in der überdachten Halle. „Unter offenem Himmel war es viel schöner“, hört Florian oft von Besuchern. „Aber das meinen auch wohl nur diejenigen, die stets bei strahlendem Wetter und nie bei Regen Eis gelaufen sind. Wer noch nie auf nassem Eis gestanden hat, der weiß gar nicht, wie rutschig es ist und wie schnell man sich langlegen kann. Vor allem wenn noch der eine oder andere Glühwein mit im Spiel war“, lacht er. Gerade deshalb musste in den ersten Jahren, als noch keine Überdachung existierte, einmal pro Saison der Krankenwagen angefordert werden.

Florian Klomfaß
Inzwischen ist der „Arbeitsplatz“ etwas moderner geworden. Foto: privat

Anfang mit drei Teams

Seinen Anfang nahm das Turnier im Jahr 2001, wobei jede Mannschaft aufs Treppchen kam. Es nahmen nämlich lediglich drei Teams teil. Doch das Event wuchs, Jahr um Jahr. Bis 2010, in diesem Jahr übernahm Flo zum ersten Mal das Mikro, waren es bereits rund 70 Mannschaften und heute ist die Kapazitätsgrenze mit 304 gemeldeten Teams erreicht. Damit gehören die Eisstockmasters in Dorsten zu den größten Eisstockturnieren in Europa, möglicherweise ist es sogar der größte Wettbewerb. „Mehr geht beim besten Willen nicht“, weiß der Turnierleiter. „Wir spielen sechs Wochen lang an 31 Spieltagen, aber ich leite nicht mehr jedes Spiel oder jedes Turnier. Nicht mehr dabei zu sein, das kann ich mir jetzt nicht vorstellen, aber zwei- bis dreimal die Woche den Moderationsjob zu übernehmen, damit kann ich gut leben, ohne dass meine Familie zu kurz kommt.“

Bedingt durch die Energiekrise sind die Verantwortlichen auf die überdachte Eisbahn und Kunsteis umgestiegen. „So sind wir wetterunabhängig, der Aufbau geht schneller und die Bedingungen für alle Turnier-Teilnehmer sind dadurch gleich“, berichtet mir der 40-Jährige und fährt fort: „Du kannst die Bahn gleichermaßen mit Straßen- wie auch mit Schlittschuhen begehen und nennenswerte Unfälle gehören somit der Vergangenheit an.

Heiratsanträge an der Eisbahn

„Doch ein Event kann nicht neu aus dem Boden gestampft werden mit der Sicherheit, dass es von alleine ein Renner wird. Finanziell wären die Eisstockmasters ohne Partner wie das Autohaus Bellendorf und die Vereinte Volksbank gar nicht möglich. Aber wichtig ist natürlich auch, wo die Veranstaltung stattfindet.

Der Erfolg der Turniere liegt an den Menschen aus Dorsten, an deren großem Zusammenhalt“, betont Florian und bestätigt mir, dass hier niemand lange an der Eisbahn alleine bleibt. Jedes Jahr trifft Florian Spieler wieder, die er ausschließlich vom Turnier kennt, und dennoch mit einem warmen Hallo begrüßt, als würde man sich schon lange kennen. Auf und an der Bahn sind schon zahlreiche Freundschaften und Beziehungen entstanden. „Selbst einige Heiratsanträge wurden hier gemacht“, erinnert sich der junge Familienvater. „Ob die Ehen aber gehalten haben, das weiß ich nicht“, schmunzelt er.

„Im Rückblick hat dieses erste Moderieren mein weiteres Leben bestimmt: Ich habe eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann absolviert und meine Ehefrau Sarah kennengelernt. Selbst an meine jetzige Arbeit bin ich dadurch gekommen und auch sie hat im erweiterten Sinne etwas mit Eis zu tun: Ich bin im Customer Service einer Kältefirma tätig.“

Florian Klomfaß ist auch „auf’m Maisfeld“ aktiv

Daneben ist Flo ehrenamtlich aktiv: Aus einer Schnapsidee unter Freunden entstand ein spektakuläres Event. „‘Aufm Maisfeld links‘ lockt jedes Mal 1000 Zuschauer an, der Erlös ging 2025 an die Dorstener Tafel. Inzwischen zählen bereits rund 140 Menschen zum eingetragenen Verein“, erzählt Vorstandsmitglied Florian.

Zum Schluss erwähnt Florian noch, was ihn ganz besonders berührte: „Ein junger Mann, der als kleiner Junge mit seinen Eltern zum Turnier kam und heute selbst mitspielt, sagte vor einiger Zeit zu mir: ‚Florian, wenn ich deine Stimme höre, dann ist Weihnachten!‘.“

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