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Freifläche Wulfen für neues Leben am Marktplatz

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Die Helfer vor dem fertig neu gestalteten Bauzaun. Foto: Alexander Fichtner

Mitten in Wulfen, dort, wo viele lange nur ein unfertiges Loch sahen, beginnt sich etwas zu verändern. Auf der Freifläche Wulfen wächst ein Projekt, das Aufmerksamkeit erzeugen soll, Neugier weckt und die Menschen vor Ort wieder ins Gespräch bringt. Bürger bleiben bereits stehen, halten an und fragen nach. Genau das ist das Ziel.

Initiator des Vorhabens ist Grischa Göddertz, der die Entwicklung gemeinsam mit weiteren Engagierten anstößt. Die erste Aktion vor Ort wurde bei frühlingshaftem Wetter zu sechst umgesetzt und zügig abgeschlossen. Mit Wickelfolie wird die Freifläche Wulfen schriftlich erkennbar gemacht. Doch wichtiger als die schnelle Arbeit ist die Wirkung, die sie entfaltet hat: Die Fläche ist sichtbar geworden.

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Foto: Alexander Fichtner

Ein Ort, der nicht länger übersehen werden soll

Für Grischa Göddertz geht es darum, die Leerstelle mitten im Ort neu zu markieren und ihr einen Sinn zu geben. „Wir weisen noch mal extra darauf hin, dass es eine freie Fläche ist“, sagt er. Und er ergänzt mit Blick auf die Zukunft: „Und dass man da auch noch was anderes machen könnte, außer frei zu sein.“

Foto: Alexander Fichtner

Aus einer Brache soll so ein Denkraum werden. Die Freifläche Wulfen steht nicht nur für das, was fehlt, sondern für das, was entstehen könnte. Gerade in ihrer Offenheit liegt ihre Kraft.

Aus dem Bauloch wird die Freifläche Wulfen

Die Ausgangslage ist bekannt: Ursprünglich sollte die Fläche bebaut werden. Doch nachdem der Investor abgesprungen war, blieb mitten im Ort ein Loch zurück. Die Stadt Dorsten schrieb daraufhin eine Zwischennutzung aus. Eine klare Perspektive für das Gelände gab es jedoch nicht.

Foto: Alexander Fichtner

„Die Stadt tut es ja nicht“, sagt Göddertz mit Blick auf die Frage, wer sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft der Fläche macht. Deshalb habe die Initiative selbst begonnen, Ideen zu entwickeln. Aus seiner Sicht ist das Gelände trotz seines provisorischen Charakters ein Ort mit Potenzial, auch weil er im Zentrum des Ortes liegt und viele Interessen auf sich vereint.

„Es ist auch eigentlich ein hässliches Loch, aber es ist mitten im Ort“, sagt Göddertz. „Deswegen haben wir eigentlich alle ein Interesse, aus dieser leeren Fläche irgendwas Sinnvolles zu machen.“

Neugier statt Gleichgültigkeit

Dass diese Idee der Freifläche Wulfen bereits Resonanz erzeugt, zeigt sich direkt vor Ort. Menschen bleiben stehen, schauen, sprechen die Beteiligten an. Die Freifläche wird wieder wahrgenommen. Aus einem übersehenen Areal wird Schritt für Schritt ein Ort der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Für die Initiative ist das mehr als ein Nebeneffekt. Die erste Aktion sollte bewusst darauf hinweisen, dass hier etwas beginnt. „Eigentlich mit dem, was wir hier machen, darauf hinweisen, dass jetzt irgendwas losgeht“, sagt Göddertz.

Foto: Alexander Fichtner

Auch der Name ist Ausdruck dieses neuen Selbstverständnisses. Anfangs lief das Projekt noch unter dem technischen Begriff Zwischennutzung. Inzwischen hat sich ein anderer Name durchgesetzt. „Wir haben gesagt, wir lassen das alles“, so Göddertz. „Ich nenne es einfach Freifläche.“ Der Begriff sei klar und treffend, weil er genau beschreibe, was da ist und zugleich offenlasse, was daraus werden könne.

30 Menschen wollen mitmachen

Bemerkenswert ist auch die Resonanz aus der Bürgerschaft. Was zunächst wie eine schwer vermittelbare Aufgabe wirkte, hat inzwischen viele Menschen erreicht. Rund 30 Interessierte haben sich bereits gefunden, um an der Entwicklung der Freifläche Wulfen mitzuwirken.

„Das hätte viele Leute abgeschreckt, habe ich gedacht“, sagt Göddertz. „Aber es haben sich dann jetzt schon 30 Leute gefunden, die Lust haben, irgendwas hier mitzumachen.“

Foto: Alexander Fichtner

Gerade darin liegt ein Signal für den Ort: Die Bereitschaft, eine schwierige Fläche gemeinsam neu zu denken, ist da. Aus Frust über Stillstand wird Beteiligung.

Vieles ist noch unfertig, der Aufbruch trotzdem spürbar

Noch ist die Freifläche Wulfen allerdings nicht vollständig hergerichtet. Pflasterarbeiten sind nicht abgeschlossen, an manchen Stellen liegen noch Materialien, der Boden ist teilweise schlammig. Die Fläche sei nach Angaben der Initiative noch gar nicht offiziell abgenommen.

„Da liegen auch immer noch Eisen drin und eigentlich sind die noch nicht fertig“, sagt Göddertz. Die ausführende Firma warte derzeit auf besseres Wetter.

Gerade dieser unfertige Zustand verstärkt jedoch den Charakter des Projekts. Hier wird nichts geschniegelt präsentiert. Stattdessen entsteht Öffentlichkeit in einem Prozess, der sichtbar im Werden ist.

Offen für alle, die sich beteiligen wollen

Die Freifläche Wulfen soll kein Projekt im kleinen Kreis bleiben. Sie ist ausdrücklich offen angelegt. Wer Ideen hat oder mitmachen möchte, soll die Möglichkeit dazu bekommen. Ein Plakat am Gelände soll künftig informieren, dazu gibt es bereits einen Mailverteiler. „Es ist aber auch für jeden offen“, betont Göddertz. „Jeder kann sich beteiligen.“

Spätestens bei den kommenden Veranstaltungen im Ort will die Initiative ihre Pläne weiter vorstellen und zusätzliche Menschen ansprechen. Die Freifläche Wulfen versteht sich damit nicht als fertige Antwort, sondern als Einladung.

Ein Anfang mit Wirkung

Foto: Alexander Fichtner

Noch ist nicht entschieden, was langfristig aus der Freifläche Wulfen wird. Aber in Wulfen ist bereits etwas in Bewegung geraten. Aus einer Leerstelle wird ein Gesprächsanlass. Aus einem unfertigen Ort wird ein sichtbares Projekt. Und aus der Frage, was hier fehlen könnte, wird langsam die viel spannendere Frage, was hier gemeinsam entstehen kann.

Die Freifläche Wulfen ist damit schon jetzt mehr als eine Brache. Sie ist ein Zeichen des Aufbruchs.

Foto: Alexander Fichtner

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