StartLokalesKreis RecklinghausenFür Artenvielfalt: Kreis Recklinghausen erntet eigenes Saatgut

Für Artenvielfalt: Kreis Recklinghausen erntet eigenes Saatgut

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Was hat eine Wiese am nördlichen Rand des Kreises Recklinghausen mit unserer Zukunft zu tun? Die Antwort: Eine ganze Menge. Denn dort, wo vor kurzem noch Margariten, Kuckuckslichtnelken und Hahnenfußgewächse fröhliche Farbtupfer in die Landschaft im Sythener Umfeld in Haltern am See setzten, erntete die Untere Naturschutzbehörde nach der Blüte nun Saatgut. Dieses soll künftig für mehr Biodiversität im Vest sorgen.

„Insekten finden bei uns immer weniger Flächen mit bunten Blüten. Wir wollen dazu auch im Rahmen des Vestischen Klimapakts unseren Teil leisten und die Artenvielfalt im Kreis Recklinghausen stärken“, sagt Landrat Bodo Klimpel.

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Erstmalig setzte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises in Zusammenarbeit mit einer Spezialfirma bei der Ernte der Samen großes Gerät ein. Mit einem modifizierten Mähdrescher wurde die rund drei Hektar große Fläche zunächst abgeerntet. Anschließend wurde das so gesammelte Saatgut zur Trocknung und Aufbereitung eingelagert. Mit dem Ergebnis der Aktion ist Hendrik Thies, zuständig für das Thema Biodiversität beim Kreis Recklinghausen, hochzufrieden. „Unsere Erwartungen wurden absolut übertroffen. Das gewonnene Saatgut hat eine sehr hohe Qualität.“

Saatgut für lebendige Wiesen mit vielen Tieren

In diesem Sommer wird der Kreis insgesamt auf rund 20 Hektar Fläche Saatgut sammeln. Dieses ist für die Aussaat auf kreiseigenen Flächen bestimmt. In den nächsten drei Jahren soll die Fläche für die Aussaat auf etwa 50 Hektar wachsen. Bis zum Ende des Jahrzehnts ist geplant, dieses Gebiet noch einmal zu verdoppelt. Ziel der Aktion ist es, für mehr Artenvielfalt in der Landschaft insgesamt und innerhalb der Lebensgemeinschaften in den Grünländern zu sorgen.

Denn in gesunden Wiesen tummeln sich unzählige Insekten und andere Kleinlebewesen. Dabei stellt jede einzelne Pflanzenart die Lebensgrundlage für eine Vielzahl unterschiedlicher Insektenarten dar. Diese Insekten wiederum bestäuben Pflanzen, fressen Schädlinge und sind ihrerseits Nahrung für Vögel, Fledermäuse und andere Tiere.

Aussaat im Herbst

Im Herbst wird der Kreis das gewonnene Saatgut auf ausgewählten eigenen Flächen ausbringen. Zeitgleich soll dann auch die beliebte Aktion „Kostenfreies Saatgut“ in die vierte Runde gehen. Hierbei können Bürgerinnen und Bürger seit 2019 umsonst Blumenwiesen- und Saum-Mischungen erhalten und so ihren Teil zum Artenreichtum im Kreis leisten. Diese Saatgutmischung wurde speziell zusammengestellt und besteht zu einer Hälfte aus 35 verschiedenen, regionalen Wildblumenarten, zur anderen Hälfte aus zwölf unterschiedlichen Gräsern. Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten finden so ideale Bedingungen vor.

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