Was für ein Auftakt ins neue Sportjahr. Was für ein Jubiläum. Und was für eine Veranstaltung. Das 30. Hallenspringturnier des Reitervereins Lippe-Bruch Gahlen hat eindrucksvoll gezeigt, warum diese Veranstaltung seit drei Jahrzehnten zu den größten und wichtigsten Sportereignissen in der Region zählt, sportlich und emotional gleichermaßen.
Drama, Tempo und ein Herzschlagfinale
Schon beim Betreten der Halle lag eine ganz besondere Atmosphäre in der Luft. Volle Ränge, gespannte Gesichter und über allem der Duft der beliebten Turnierleckerbissen. Eine echte Herausforderung für alle, die sich gerade tapfer durch einen „Dry January“ oder „Veganuary“ kämpfen. Wer hier standhaft blieb, dürfte für den Rest des Monats gewappnet sein.
Unumstrittener Höhepunkt des Wochenendes war am Samstagabend der Große Preis von Gahlen des Private Bankings der Vereinten Volksbank. Eine Springprüfung Kl. S*** mit Stechen (150 cm), die sich zu einem echten Nervenspiel entwickelte.
Ein hochkarätiges Starterfeld präsentierte sich im Umlauf, sieben Teams qualifizierten sich für das abschließende Stechen. Als Toni Haßmann mit Hero das Stechen eröffnete und eine fehlerfreie Runde in 40,24 Sekunden vorlegte, war klar, dass es für die Konkurrenz kein Spaziergang werden würde.
Dann kam Sören Suppert, der Vorjahressieger, mit Can Tici. Schnell, mutig, präzise. Die Halle tobte und die Titelverteidigung schien zum Greifen nah. Viele Zuschauer werden in diesem Moment gedacht haben, das war’s.
Doch direkt nach ihm ritt Benjamin Wulschner mit Castle Camiro in den Parcours. Und dann folgte das, was diesen Großen Preis so besonders macht. Volles Risiko, jede Wendung auf Angriff geritten, kein Zögern. Am Ende zeigte die Uhr bei 38,20 Sekunden. Als die Zeitnahme stoppte, explodierte die Halle. Das Stechen werden selbst langjährige Gahlen-Kenner so schnell nicht vergessen.
Die Top 3 im Großen Preis von Gahlen 2026
- Benjamin Wulschner – Castle Camiro
- Sören Suppert – Can Tici
- Toni Haßmann – Hero
Sportliche Highlights des Wochenendes
Auch abseits des Großen Preises wurde Spitzensport geboten. In der Kl. S** mit Stechen (145 cm) am Samstagnachmittag setzte sich Jona Jolie Schwamborn mit Zafon vor Manuel Feldmann (Diamant’s Dakota) und Angelique Böckmann (Diamantino) durch.
In der Springprüfung Kl. S* mit Stechen (140 cm) siegte ebenfalls Benjamin Wulschner, diesmal mit Nina, vor Kai Terhoeven-Urselmans (Dominelli Z) und Martin Sterzenbach (Cascorado).
Der Sonntag, traditionell den Amateuren vorbehalten, bildete einen würdigen Abschluss. In Prüfungen von Klasse L bis S nutzten zahlreiche Reiter die besondere Gelegenheit, dort zu starten, wo am Vorabend noch die internationale Spitze geritten war. Ein Konzept, das Gahlen seit Jahren auszeichnet.
Amateur-Springprüfung Kl. L 110 cm
- Lena Kröger – Christiano’s Sunshine K
- Lena Ecker – Crispy LK
- Clara-Sophie Abeck – Come on Chili 2
Prüfung 13 – Amateur-Springprüfung Kl. M* 120 cm
- Jörg Leon Zahn – Cassita 23
- Sebastian Könemann – Cristobal 22
- Jörg Leon Zahn – Dallas Lady
Prüfung 14 – Amateur-Springprüfung Kl. M** 130 cm
- Hannah Zölzer – Lody 2
- Carlotta Merschformann – Conny 408
- Anna Metzger – Diva De Semilly
Prüfung 15 – Amateur-Springprüfung Kl. S mit Stechen 140 cm
- Anna Metzger – Diva De Semilly
- Jouline Jackels – Conthiston
- Nina Oertel-Speis – Classy Casalida
30 Jahre Gahlen, geprägt von viel Herzblut
Dass Gahlen heute da steht, wo es steht, ist kein Zufall. Heiner Nachbarschulte, langjähriger Motor des Turniers und heutiger Ehrenvorsitzender, hat diese Veranstaltung entscheidend geprägt. Sein Ansatz war von Beginn an klar. Top-Sport, aber immer mit Blick auf die Reiter, die Pferde und die Menschen dahinter.

Seit der ersten Auflage 1995 haben hier Größen des Springsports ihre Spuren hinterlassen, von Ludger Beerbaum über Marcus Ehning bis Christian Ahlmann. Und doch ist Gahlen sich treu geblieben und bis heute familiär, nahbar, authentisch. Rund 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen Jahr für Jahr dafür, dass dieses Turnier nicht nur reibungslos läuft, sondern sich für alle Beteiligten von den Aktiven bis zu den Zuschauern auf den Rängen, auch gut anfühlt.








