Eine weihnachtliche Vorlesegeschichte

von Martina Jansen

Advent, das ist die Zeit vor Weihnachten und sie ist sooo schön. Da kann man sich so herrlich mit Mama auf dem Sofa in eine dicke Decke kuscheln und heißen Kakao trinken.

Im Wohnzimmer duftet es nach Kerzen und Tannenzweigen und die Kerzen auf dem Adventskranz brennen schon. Draußen ist es kalt und es wird früh dunkel, aber die Vorgärten sind ja hell beleuchtet und weihnachtlich geschmückt. Der Weg zum Kindergarten sieht jetzt viel schöner aus und ist auch spannender. Auch bei dir zu Hause sehen alle Räume viel gemütlicher aus. Hast du denn mit deinen Freunden den Kindergarten schon geschmückt und die ersten Weihnachtslieder gehört oder gesungen?

Nun ist es nicht mehr weit bis Weihnachten. Die ersten Türchen vom Adventskalender durftest du ja schon öffnen. Was war denn für dich drin? Ein Schokoladenstiefel? Ein Tannenbaum? Oder eine Trompete?
Auch die kleinen Engel, die hoch über den Wolken wohnen, durften schon die ersten Türchen an ihrem Adventskalender aufmachen. So wie du zählen sie die Tage bis Weihnachten. Sie sind schon ganz aufgeregt und freuen sich genauso wie du auf das Fest. Sie können es kaum noch erwarten, bis sie dem Christkind helfen dürfen, dir deine Geschenke unter den Tannenbaum zu legen.
Jetzt überlegst du sicher, woher das Christkind weiß, was du dir wünschst, oder? Du hast doch ganz bestimmt einen Wunschzettel gemalt oder deinen Freunden im Kindergarten von deinen Wünschen erzählt, oder? Das hat das Christkind natürlich gesehen oder gehört. Es kann aber nicht die tollen Geschenke für alle Kinder auf der ganzen Welt ganz alleine unter den Baum legen, daher helfen ihm dabei die vielen, vielen Engel mit ihren goldenen Locken. Ihnen hat das Christkind die Wünsche aller Kinder verraten und so bohren, hämmern und sägen, basteln, nähen und malen sie nun und den ganzen Tag lang, damit alle Geschenke auch rechtzeitig fertig werden. Ihre kleinen Wangen sind schon ganz rot vor Aufregung und von der vielen Arbeit.

Engel backen Plätzchen

Besonders gerne backen die Engel Plätzchen. Wenn sie die Tür des glühenden Himmelsofens aufmachen und die fertigen Plätzchen herausnehmen, dann kannst du es von der Erde aus sehen. Der Himmel ist dann nämlich ganz rot und leuchtet. Die Kekse sehen aus wie Sterne oder Tannenbäume oder auch wie Glocken und schmecken richtig lecker nach Schokolade und Nüssen. Hast du auch schon Weihnachtsplätzchen gebacken?

Vielleicht kennst du in deiner Nachbarschaft eine Frau oder einen Mann, die oder der oft alleine ist und keinen Besuch bekommt? Meinst du, sie oder er würde sich freuen, wenn du eine Tüte Kekse, die du selbst gebacken hast, vorbeibringst? Du kannst sie ja vor die Tür legen und ganz schnell wieder nach Hause laufen, damit die Frau oder der Mann nicht sehen, dass du sie beschenkt hast. Dann bist du ja fast selbst wie ein kleiner Engel, der dem Christkind hilft, Geschenke zu verteilen und die Menschen zu erfreuen.

Die Engel fliegen übrigens schon ganz ungeduldig hin und her. Je weniger Tage es noch bis Weihnachten sind, umso aufgeregter sind sie. Wenn das Christkind sie so sieht, dann lächelt es und freut sich. Manchmal, wenn die Engelchen zu wild umherfliegen, dann stoßen sie mit ihren weichen, weißen Flügeln die Schneeflocken an, die über den Wolken schlafen. Ganz, ganz leise fallen sie dann auf die Erde hinunter und bedecken alles mit einer dicken weißen Schicht Schnee. Schade, dass Schneeflocken nicht reden können. Sie könnten dir sonst erzählen, ob die Himmelsbewohner auch in den Himmels-Kindergarten gehen dürfen.

In der Weihnachtszeit sucht sich jeder Engel ein Erdenkind aus, auf das es aufpasst und das es zusammen mit dem Christkind beschenkt. Dein Engel hat sich genau dich ausgesucht, nur dich allein. Er ist ganz aufgeregt, denn es ist das erste Mal, dass er mit auf die Erde darf. Er hat auch ein bisschen Angst, dass dir seine Geschenke nicht gefallen könnten. Er hat sich sooo viel Mühe damit gegeben. Wie er wohl heißen mag? Schließe doch mal deine Augen und denke ganz, ganz stark an ihn.

Vielleicht hast du ja Glück und hörst seinen Namen. Und wenn du noch mehr Glück hast, dann hörst du am Heiligen Abend vielleicht deinen Engel mit dem Christkind wegfliegen, nachdem sie dir deine Geschenke unter den Baum gelegt haben. Sie haben ganz viele kleine Glöckchen an ihren langen schneeweißen Kleidern, die leise läuten, wenn sie weiterfliegen zu den anderen Kindern.
Ich weiß nicht, ob du das Christkind und die Engel schon einmal gesehen hast? Ich habe sie bis jetzt immer nur gehört, denn sie sind sehr scheu. Aber ich bin mir sicher, sie sehen genauso wunderschön aus, wie du sie dir vorstellst.

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Hallo, ich bin Martina Jansen. Meine Heimat ist das Monatsmagazin „Lokallust“, aber da wir mit den „Heimatmedien“ eng zusammenarbeiten, richte ich mich seit einiger Zeit nun auch hier als freie Mitarbeiterin häuslich ein. Als nicht gelernte Redakteurin schreibe ich aus dem Bauch heraus und lasse dabei unbewusst, gerne aber auch ganz bewusst, redaktionelle Regeln aus. Soll heißen: Ich schreibe so, dass ich auch verstanden werde. Gerne treffe ich mich mit Menschen aus Dorsten, Schermbeck oder Raesfeld, die ein verrücktes Hobby haben, ehrenamtlich tätig sind oder einfach „gut drauf“ sind, also mit Menschen wie du und ich und bin jedes Mal darauf gespannt, welche Geschichte am Ende dabei herauskommt.

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