Aktuell gewinnen „scharfen Esswettbewerbe“ an Popularität bei Kindern und Jugendlichen. Meist stammen diese Mutproben aus den Sozialen Medien, so wie die aktuell beliebte „Hot Chip Challenge“. Hierbei sollen stark mit Capsaicin gewürzte Tortilla-Chips verzehrt werden. Das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen warnt eindringlich vor diesen Challenges, die große gesundheitliche Risiken bergen.
„Capsaicin ist ein Pflanzenstoff, der zum Beispiel in der Chili-Schote in hoher Konzentration steckt und unsere Rezeptoren zu einem Hitze- oder Schärfereiz anregt“, erklärt Regina Maienhöfer, Ernährungswissenschaftlerin im Gesundheitsamt Recklinghausen. Eine normal übliche Menge an geschärften Essen sei kein Problem für unseren Körper, „die Dosis macht den entscheidenden Unterschied“, so Maienhöfer.
Schockzustand durch Schärfe
„Besonders Kinder- und Jugendliche können durch die Aufnahme von zu viel Schärfe einen Schockzustand erleiden“, warnt Dr. Wiebke Selle, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. Aber auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Übelkeit, Schleimhautreizungen, Atemnot, Erbrechen, Durchfall und Bluthochdruck sind möglich.
Den Eltern rät das Gesundheitsamt, mit ihren Kindern über Mutproben wie die „Hot Chip Challenge“ und ihre Konsequenzen zu sprechen und sie über gesundheitlichen Risiken zu informieren.
Soforthilfe nach dem Verzehr
Der Stoff Capsaicin ist fettlöslich. Daher kann man ihn nur mit Lebensmitteln, die Fett beinhalten, bekämpfen. „Wasser hilft somit nicht, trinken Sie besser ein Glas Milch oder verzehren etwas Sahne oder Joghurt“, rät Maienhöfer. Alternativ könne man den Mund mit einem Löffel Speiseöl spülen. Bei schwerwiegenderen Symptomen sollten Betroffene einen Arzt konsultiert oder sogar den Notruf wählen.




























